Commerzbank-Aktie: 8,1 Millionen Stück – kauft die Bank zu teuer?
Rund 340 Millionen € sind bereits investiert
Die Commerzbank startete den Rückkauf am 4. September. Bis einschließlich 2. Oktober erwarb sie 8.126.141 eigene Aktien. Allein in der letzten Septemberwoche flossen knapp 76 Millionen € in 1,87 Millionen Papiere. Der durchschnittliche Kaufpreis lag dabei bei 40,62 €.
In den vorherigen Wochen bezahlte die Bank teilweise mehr als 42 € je Aktie. Insgesamt dürften damit bereits rund 340 Millionen € des maximal 1,2 Milliarden € großen Programms eingesetzt worden sein. Das entspricht ungefähr 28% des vorgesehenen Volumens.
Kurzfristig war das Timing nicht optimal. Bei einem Kurs von 37,83 € notieren die bislang erworbenen Aktien unter ihrem durchschnittlichen Kaufpreis. Die noch verfügbaren rund 860 Millionen € kann die Bank nun allerdings günstiger einsetzen. Bleibt der Kurs auf diesem Niveau, lassen sich mit dem Restbetrag deutlich mehr Aktien einziehen als ursprünglich erwartet.
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Ein Buchverlust ist nicht entscheidend
Ein Rückkauf sollte nicht wie eine kurzfristige Wertpapieranlage beurteilt werden. Die Commerzbank will die erworbenen Aktien einziehen. Dadurch verteilt sich der künftige Gewinn auf weniger Anteilsscheine. Auch der rechnerische Anteil jedes verbliebenen Aktionärs am Unternehmen steigt.
Entscheidend ist daher nicht, ob die Aktie einige Wochen nach dem Kauf tiefer steht. Wichtig ist, ob der Rückkaufpreis langfristig unter dem inneren Wert der Bank liegt.
Das vorherige Programm über rund 1 Milliarde € wurde zu einem Durchschnittskurs von 32,28 € abgewickelt. Aus heutiger Sicht war dieser Rückkauf deutlich günstiger. Das aktuelle Programm benötigt dagegen stärkeres Gewinnwachstum, damit es einen ähnlich hohen Mehrwert schafft.
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Commerzbank-Aktie: Die Quartalszahlen werden zum Test
Am 5. November legt die Commerzbank ihre Ergebnisse für das dritte Quartal vor. Dann muss das Management zeigen, dass die operative Entwicklung den hohen Kapitaleinsatz rechtfertigt.
Im ersten Halbjahr erhöhte die Bank ihren Nettogewinn um 40% auf 1,81 Milliarden €. Für das Gesamtjahr werden weiterhin mindestens 3,4 Milliarden € erwartet. Die Erträge sollen rund 13,2 Milliarden € erreichen, während der Zinsüberschuss mit etwa 8,6 Milliarden € trotz niedrigerer Leitzinsen stabil bleiben soll.
Für 2026 plant die Commerzbank insgesamt rund 3,2 Milliarden € an Dividenden und Rückkäufen. Damit würde praktisch der gesamte bereinigte Jahresgewinn an die Aktionäre zurückfließen. Das ist attraktiv, lässt aber nur wenig Raum für operative Enttäuschungen.
Analysten werden vorsichtiger
RBC stufte die Commerzbank-Aktie von „Outperform“ auf „Sector Perform“ ab und senkte das Kursziel von 43 auf 40 €. Analystin Anke Reingen verweist auf höhere Eigenkapitalkosten und die schwerer kalkulierbare Gewinnentwicklung im Zusammenhang mit den UniCredit-Plänen.
Auch die Deutsche Bank reduzierte ihre Einstufung auf „Halten“, sieht den fairen Wert mit 42 € allerdings noch oberhalb des aktuellen Kurses. Der Konsens von fünf erfassten Analysten liegt ebenfalls bei rund 42 €. Damit bleibt moderates Potenzial, die große Neubewertung scheint vorerst jedoch beendet.
Hinzu kommt eine ungewöhnliche Nebenwirkung: Zieht die Commerzbank eigene Aktien ein und verkauft UniCredit keine Papiere, steigt der prozentuale Anteil der Italiener automatisch. Der Rückkauf stärkt somit den Gewinn je Aktie, erleichtert UniCredit rechnerisch aber zugleich den Weg zur Stimmenmehrheit.
ℹ️ Commerzbank in Kürze
- Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
- Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
- Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit 41,6 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Die bisherigen Rückkäufe waren etwas teuer, aber kein Kapitalallokationsfehler. Bei 37,83 € kann die Commerzbank den verbliebenen Betrag deutlich effizienter einsetzen. Entscheidend sind nun die Quartalszahlen am 5. November. Bestätigt die Bank ihre Gewinnziele, können bestehende Aktionäre die Aktie weiterhin halten.