BYD-Aktie: Jetzt wird der nächste Wachstumsschub geplant
BYD will außerhalb Chinas noch viel größer werden
Die spannendste neue Meldung kam erst am Dienstag. Nach Gesprächen mit dem Management berichten Deutsche Bank und Citi, dass BYD seine Verkäufe außerhalb Chinas 2027 auf mehr als 2,5 Millionen Fahrzeuge steigern will. Für 2026 sollen es bereits zwischen 1,9 und 2,0 Millionen werden und damit fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. BYD selbst hat diese Zahlen bislang allerdings nicht offiziell bestätigt.
Dass diese Größenordnung durchaus realistisch sein könnte, zeigen die August-Zahlen. Weltweit verkaufte BYD 440.293 Fahrzeuge, 17,8% mehr als im Vorjahr. Besonders stark lief erneut das Auslandsgeschäft. Die internationalen Auslieferungen schossen um 134,5% auf 189.466 Fahrzeuge nach oben.
Inzwischen verdient BYD im Ausland sogar mehr Umsatz als auf dem chinesischen Heimatmarkt. Hier verschiebt sich die Geschichte rund um BYD gerade. Der Konzern ist längst nicht mehr nur der große chinesische Tesla-Konkurrent, sondern versucht immer stärker, sich als globaler Autohersteller zu etablieren.
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Europa wird dabei immer wichtiger
Damit die Expansion nicht dauerhaft an hohen Importzöllen hängen bleibt, baut BYD gleichzeitig die Produktion außerhalb Chinas aus. Das Werk in Ungarn soll laut Deutsche Bank bereits im November oder Dezember mit der Montage beginnen. Weitere internationale Produktionsstandorte werden ebenfalls geprüft.
Das ist gerade für Europa wichtig. Durch eine lokale Produktion könnte BYD die zusätzlichen EU-Zölle auf in China produzierte Elektroautos umgehen. Citi zufolge könnten dadurch pro Fahrzeug mehr als 40.000 Yuan an Kosten eingespart werden. Gleichzeitig baut BYD auch die eigene Ladeinfrastruktur massiv aus. Bis Ende 2028 sind insgesamt 90.000 Schnellladestationen geplant.
Die Zahlen werden besser, China bleibt aber das Problem
Operativ gab es zuletzt ebenfalls erste positive Signale. Im zweiten Quartal stieg der Nettogewinn um 30% auf 8,2 Milliarden Yuan. Damit legte der Gewinn erstmals seit mehr als einem Jahr wieder zu. Ganz überzeugen konnte BYD damit trotzdem nicht, denn Analysten hatten im Schnitt mit rund 48% Wachstum gerechnet. Gleichzeitig sank der Umsatz um 3,2%.
Der Grund ist weiterhin der enorme Preiskampf in China. Deshalb ist das Wachstum im Ausland inzwischen so wichtig. Die Bruttomarge des internationalen Geschäfts lag im ersten Halbjahr bereits bei 22% und damit deutlich höher als zuvor. Je erfolgreicher BYD Europa, Südostasien und Lateinamerika erschließt, desto weniger abhängig wird der Konzern vom schwierigen chinesischen Markt.
Auch Analysten sehen trotz der Risiken noch ordentlich Potenzial. Der aktuelle Konsens liegt bei rund 126,66 Hongkong-Dollar. Macquarie bewertet BYD mit „Buy“ und einem Kursziel von 114 HKD, Bernstein sieht 130 HKD und JPMorgan 124 HKD. Piper Sandler ist vorsichtiger und bleibt bei „Hold“ mit 95 HKD.
ℹ️ BYD Company Limited in Kürze
- BYD („Build your dreams“) (WKN: A0M4W9) ist ein chinesischer Mischkonzern, der vordergründig im Bereich der Herstellung von Akkumulatoren und Automobilen tätig ist.
- Der im chinesischen Shenzhen ansässige Konzern stieg 2023 zum weltgrößten Hersteller von Elektroautos auf.
- Mit einer Marktkapitalisierung von rund 824,84 Milliarden HKD zählt BYD zu den wertvollsten Autokonzernen in China.
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Fazit
Bei BYD wird gerade immer klarer, wo der nächste Wachstumsschub herkommen soll. China bleibt schwierig, dafür wächst das Auslandsgeschäft inzwischen rasant. Wenn BYD seine Exportziele auch nur annähernd erreicht und gleichzeitig mehr Fahrzeuge direkt in Europa und anderen Märkten produziert, könnte sich das Gewinnprofil deutlich verbessern. Diese internationale Expansion dürfte für die Aktie in den kommenden Quartalen zum entscheidenden Thema werden.