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Atom-Aktien: Diese 2 Titel sollten Anleger auf dem Radar haben

KI-Boom, Energiehunger und Aufrüstung
Redaktion
Die Renaissance der Kernenergie gewinnt weltweit an Dynamik. Steigender Strombedarf, der Ausbau energieintensiver KI-Rechenzentren und das Streben nach größerer energiepolitischer Unabhängigkeit rücken die Technologie zunehmend in den Fokus von Politik und Wirtschaft. Für Anleger könnten insbesondere Cameco und BWX Technologies interessante Profiteure dieses langfristigen Trends sein.

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Cameco-Aktie

Cameco zählt zu den bedeutendsten Uranproduzenten Nordamerikas und verfügt mit den Minen Cigar Lake und McArthur River über zwei der produktivsten Uranminen der Welt. Die hochgradigen Vorkommen verschaffen dem Unternehmen einen wichtigen Wettbewerbsvorteil, da Uran unter vergleichsweise günstigen Bedingungen gefördert werden kann. Im vergangenen Jahr produzierte Cameco rund 19 Millionen Pfund Uran in Cigar Lake sowie weitere 15 Millionen Pfund in McArthur River und Key Lake.

Neben dem klassischen Uranbergbau eröffnet Cameco sein 49-prozentiger Anteil an Westinghouse Electric eine zusätzliche Beteiligung am globalen Ausbau der Kernenergie. Westinghouse gehört zu den wichtigsten Anbietern von Nukleartechnologie und bietet unter anderem Reaktortechnik sowie Wartungs- und Dienstleistungen für Kernkraftwerke an. Im Mittelpunkt steht dabei der Reaktortyp AP1000, ein Reaktor der Generation III+, der über passive Sicherheitssysteme verfügt und für einen großflächigen Einsatz konzipiert wurde.

Die Wachstumschancen von Westinghouse sind beträchtlich. Weltweit befinden sich bereits mehrere AP1000-Reaktoren im Betrieb, während weitere Anlagen insbesondere in China gebaut werden. Darüber hinaus bestehen Projekte und Verträge in europäischen Ländern wie Polen und Bulgarien. Auch die USA treiben den Ausbau der Kernenergie voran. Das US-Energieministerium stellte im Juni umfangreiche Kreditfazilitäten bereit, um die Beschaffung langfristig benötigter Komponenten für den Bau von zehn großen AP1000-Reaktoren zu finanzieren.

Ein zusätzlicher Kurstreiber könnte für Cameco ein möglicher Börsengang von Westinghouse sein. Das Unternehmen hatte Ende Juli vertraulich Unterlagen für einen möglichen IPO bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Eine Börsennotierung würde erstmals eine transparentere Bewertung des Westinghouse-Geschäfts ermöglichen und dem Unternehmen zugleich Zugang zu zusätzlichem Kapital verschaffen. Davon könnte indirekt auch Cameco als bedeutender Anteilseigner profitieren.

Operativ verfügt Cameco zudem über eine solide Grundlage. Für die kommenden fünf Jahre hat das Unternehmen jährliche Uranlieferungen von mehr als 28 Millionen Pfund vertraglich abgesichert. Angesichts der langfristig steigenden Nachfrage nach Uran und der weltweit geplanten Reaktorneubauten sehen Analysten weiteres Wachstumspotenzial. Für die kommenden Jahre werden deutliche Steigerungen beim Gewinn je Aktie erwartet.

BWX Technologies-Aktie

Während Cameco vor allem vom steigenden Bedarf an Uran und dem Ausbau der zivilen Kernenergie profitieren könnte, nimmt BWX Technologies eine besondere Stellung an der Schnittstelle zwischen Nukleartechnologie und Verteidigung ein. Das Unternehmen ist der einzige Anbieter von Nuklearreaktoren und dem entsprechenden Kernbrennstoff für die Schiffe der US-Marine.

In den vergangenen sieben Jahrzehnten hat BWX Technologies nach eigenen Angaben bereits 420 Reaktorkerne für das amerikanische Naval Nuclear Propulsion Program geliefert. Diese langjährige Erfahrung und die hohe technologische Eintrittsbarriere verschaffen dem Unternehmen eine außergewöhnlich starke Marktposition.

Die von BWXT hergestellten Reaktorsysteme unterscheiden sich deutlich von den derzeit viel diskutierten Small Modular Reactors. Reaktoren für U-Boote und andere Marineschiffe müssen eine besonders hohe Leistungsdichte auf engem Raum ermöglichen. Entsprechend komplex sind die technischen Anforderungen und regulatorischen Genehmigungen. BWX Technologies verfügt in diesem Bereich über eine einzigartige Position und ist das einzige kommerzielle Unternehmen, das für bestimmte hochspezialisierte nukleare Anwendungen zugelassen ist.

Die Aktie hatte im April mit rund 241 US-Dollar ein neues Hoch erreicht, ist seitdem jedoch deutlich zurückgekommen. Vom damaligen 52-Wochen-Hoch lag der Kurs zuletzt rund ein Drittel niedriger. Belastungsfaktoren waren unter anderem die zuvor hohe Bewertung, veränderte geopolitische Erwartungen und ein schwierigeres makroökonomisches Umfeld. Für langfristig orientierte Anleger könnte der Kursrückgang jedoch die Gelegenheit bieten, einen etablierten Akteur der Nuklear- und Verteidigungsindustrie zu einem niedrigeren Bewertungsniveau in Betracht zu ziehen.

Auch operativ konnte BWXT zuletzt wichtige Fortschritte erzielen. Im Mai sicherte sich das Unternehmen Aufträge im Bereich der nuklearen Marineantriebe mit einem Gesamtvolumen von rund 1,4 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig plant die US-Marine langfristig einen weiteren Ausbau ihrer Flotte, darunter zusätzliche Flugzeugträger der Ford-Klasse. Dies könnte für eine kontinuierliche Auslastung der Produktionskapazitäten von BWX Technologies sorgen.

Zusätzliche Wachstumsimpulse verspricht die Übernahme der Precision Components Group, die Anfang Juli abgeschlossen wurde. Durch die Akquisition erweitert BWXT seine Produktionskapazitäten um rund 500.000 Quadratfuß. Damit stärkt das Unternehmen seine industrielle Basis und schafft zusätzliche Voraussetzungen, um von einer steigenden Nachfrage im Verteidigungs- und Nuklearsektor zu profitieren.

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