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BYD-Aktie: Ist sie nach 31% Kursverlust jetzt ein Schnäppchen?

Gewinn bleibt hinter Erwartungen

Die BYD-Aktie startet freundlich in die neue Woche. Am heutigen Montag steigt das Papier im frühen Handel auf Tradegate um 2,1% auf 7,995 €. In Hongkong schloss die Aktie 3,4% höher bei 70,60 HKD. Damit holt sie einen Teil der Verluste vom vergangenen Freitag auf. Zuvor hatte BYD einen Quartalsbericht vorgelegt, der trotz eines Gewinnplus von 28% unter den Erwartungen geblieben war. Inzwischen liegen zudem starke Absatzzahlen für Oktober vor. Die entscheidende Frage lautet: Reicht das Wachstum im Ausland aus, um den Preiskampf in China aufzufangen?

Gewinn bleibt hinter Erwartungen

Im dritten Quartal 2026 erzielte BYD nach eigenen Angaben einen Nettogewinn von 10,02 Milliarden Yuan, der den Aktionären zuzurechnen ist. Das sind 28,08% mehr als im Vorjahresquartal. Die Schätzungen der Analysten lagen allerdings zwischen 11,4 und 12,95 Milliarden Yuan. Der Umsatz stieg um 14% auf 221,49 Milliarden Yuan, während Goldman Sachs vorab mit 242,94 Milliarden Yuan gerechnet hatte.

Goldman Sachs führt die Lücke vor allem auf höhere Händlerrabatte für ältere Modelle zurück. Diese haben die durchschnittlichen Verkaufspreise stärker gedrückt als erwartet. Über die ersten neun Monate betrachtet ging der Nettogewinn um 4,24% auf 22,34 Milliarden Yuan zurück. Das Plus im dritten Quartal reicht also nicht aus, um die Schwäche aus dem ersten Halbjahr wettzumachen. In diesem Zeitraum war bereits der Umsatz um 7,13% gesunken.

Exporte verdoppeln sich

Beim Absatz sieht es deutlich besser aus. Im Oktober verkaufte BYD 490.168 Fahrzeuge. Das sind 11% mehr als im Vorjahresmonat und so viele wie in keinem anderen Monat des laufenden Jahres. Die Lieferungen ins Ausland stiegen um 102,8% auf 170.194 Fahrzeuge und machen damit schon rund 35% des gesamten Absatzes aus. Reine Elektroautos übertrafen zum ersten Mal in einem einzelnen Monat die Marke von 300.000 Einheiten.

Aus meiner Sicht hat diese Verschiebung für das Geschäft das größte Gewicht. Goldman Sachs geht davon aus, dass BYD außerhalb Chinas weiter wächst und dort langfristig höhere Gewinne erzielen kann. Neue Werke in Europa sollen diese Strategie unterstützen. Das Gesamtwachstum hat sich allerdings verlangsamt: Im September lag das Plus noch bei 17%. Daran sehe ich, wie stark die schwache Nachfrage und der Preiskampf im Heimatmarkt das Wachstum bremsen.

Bewertung nach dem Ausverkauf

Innerhalb eines Jahres hat die Aktie rund 31% an Wert verloren. Mit 7,62 € liegt das 52-Wochen-Tief nicht weit unter dem aktuellen Kurs, das Hoch lag bei 12,30 €. Gemessen an den Gewinnschätzungen für 2026 ergibt sich ein KGV von rund 14, für 2027 sinkt es auf rund 12. Für einen Hersteller, der seine Exporte verdoppelt, wirkt diese Bewertung moderat.

Ein Haken bleibt: Weil der Neunmonatsgewinn gesunken ist, setzen die Schätzungen für 2026 ein kräftiges Schlussquartal voraus. Goldman Sachs hatte schon vor den Zahlen die Gewinnerwartungen für 2026 bis 2030 um 2% bis 6% gesenkt. Kaufempfehlung und Kursziel von 134 HKD hat die Bank nach dem Bericht dennoch bestätigt. Gemessen am Hongkonger Schlusskurs ergibt das ein rechnerisches Potenzial von rund +90%.

Fazit

Noch reicht das Auslandswachstum nicht aus, um den Preiskampf in China vollständig aufzufangen. Die Wachstumsgeschichte von BYD hat sich in den Export verlagert. Ich halte sie dort für intakt, doch die Ertragskraft in China leidet unter den Rabatten. Mehr Absatz führt derzeit also nicht automatisch zu entsprechend höheren Gewinnen, und das moderate KGV ist nur dann ein Argument, wenn die Gewinnschätzungen halten.

Entscheidend wird nun sein, ob BYD die Nachlässe im vierten Quartal zurückfahren kann und der wachsende Exportanteil die Margen sichtbar stützt. Gelingt das, könnte sich die Aktie von ihrem Tief deutlich lösen. Bleibt der Druck auf die Preise hoch, drohen weitere Senkungen der Schätzungen. Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Aktie zu halten, da die Bewertung nach der Korrektur bereits viel Skepsis enthält. Wer neu einsteigen will, könnte die Jahreszahlen abwarten und erst dann zugreifen, wenn sich der Gewinn wieder zusammen mit dem Absatz entwickelt.

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