Volkswagen-Aktie: Die Bullen versuchen ihr Glück
Quartalszahlen als nächster Belastungstest
Für Volkswagen steht bereits am morgigen Donnerstag mit der Veröffentlichung der Geschäftszahlen zum dritten Quartal ein wichtiger Termin bevor. Besonders die Entwicklung der Profitabilität dürfte dabei im Mittelpunkt stehen. Schließlich hatte der Wolfsburger Automobilkonzern seine Jahresprognose erst im September deutlich gesenkt und erwartet für 2026 bei einem Umsatz von rund 315 Milliarden € nur noch eine operative Umsatzrendite von bis zu 1%. Zuvor waren noch 4 bis 5,5% in Aussicht gestellt worden. Vor allem die milliardenschweren Sonderbelastungen durch den Umbau bei Porsche sowie zusätzliche Restrukturierungskosten drücken auf das Ergebnis.
Immerhin lieferte die Sportwagentochter Porsche am Dienstag einen ersten Lichtblick. In den ersten neun Monaten verbesserte sich deren operativer Gewinn gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum erheblich auf 1,74 Milliarden €, während sich die Profitabilität im dritten Quartal wieder erholte. Allerdings bleibt das Geschäft insbesondere in China unter Druck und auch die höheren US-Importzölle belasten die Perspektiven. Für Volkswagen dürfte daher weniger die Frage entscheidend sein, ob die kurzfristigen Ergebnisbelastungen tatsächlich hoch ausfallen, sondern vielmehr, ob das Management bereits überzeugende Anzeichen einer nachhaltigen operativen Verbesserung liefern kann.
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Zur Signallage

Quelle: stock3
Die Volkswagen-Aktie konnte sich zuletzt mehrfach oberhalb der Unterstützung bei 67,10 € behaupten und arbeitet derzeit an einem Ausbruch über die seit September bestehende kurzfristige Abwärtstrendlinie. Mit dem Anstieg über 69,20 € zeigt sich zwar erste Kaufbereitschaft, doch bereits bei 70,98 € wartet die nächste entscheidende Hürde. Erst eine nachhaltige Überwindung dieses Widerstands, idealerweise per Tagesschlusskurs, würde einen überzeugenderen Befreiungsschlag signalisieren. Solange dieser ausbleibt, bleibt eine erneute Abwärtsbewegung meine bevorzugte Entwicklung. Fällt Volkswagen dabei unter 67,10 €, dürfte sich die Korrektur bis zur historischen Unterstützungsregion um 62,08 € fortsetzen. Dort wäre nach dem monatelangen Kursverfall eine stärkere technische Gegenbewegung denkbar.
Gelingt dagegen der Ausbruch über die kurzfristige Abwärtstrendlinie und anschließend über 70,98 €, könnte die Erholung bis 73,12 € Fahrt aufnehmen. Darüber eröffnet sich weiteres Potenzial bis 76,96 €, wo die übergeordnete Abwärtstrendlinie gemeinsam mit einer zusätzlichen steigenden Trendlinie einen markanten Widerstandscluster bildet. Ein solcher Vorstoß wäre allerdings noch keine bestätigte übergeordnete Trendwende. Erst eine nachhaltige Überwindung dieser Widerstandsregion würde das seit Monaten angeschlagene Chartbild grundlegend verbessern. Bis dahin bleibt der übergeordnete Abwärtstrend maßgeblich.
ℹ️ Volkswagen in Kürze
- Die Volkswagen AG (WKN: 766403) mit Sitz in Wolfsburg ist der nach Umsatz größte und nach Absatz zweitgrößte Fahrzeughersteller der Welt. Zusätzlich zur Kernmarke Volkswagen ist die VW-AG auch Muttergesellschaft zahlreicher weiterer Autohersteller, darunter Audi, Lamborghini, Porsche, Seat und Skoda.
- Neben dem Pkw-Bereich gehört auch der Geschäftsbereich Nutzfahrzeuge mit den Unternehmen MAN und Scania zum VW-Konzern. Zudem bietet der Konzern zahlreiche Finanzdienstleistungen an, darunter Finanzierungen und Versicherungen.
- Volkswagen ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 und aktuell ca. 35 Milliarden € wert.
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Fazit
Die Volkswagen-Aktie attackiert derzeit ihre kurzfristige Abwärtstrendlinie, doch der entscheidende Ausbruch steht noch aus. Erst oberhalb von 70,98 € würden sich die Chancen auf eine Erholung bis 73,12 und anschließend 76,96 € deutlich verbessern. Solange diese Hürde nicht überwunden wird, favorisiere ich weiterhin eine Fortsetzung der Korrektur. Unterhalb von 67,10 € rückt dabei das historische Abwärtsziel bei 62,08 € wieder in den Fokus. Die anstehenden Quartalszahlen könnten bereits für die nächste Richtungsentscheidung sorgen.
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