Porsche-Vorzugsaktie: Nach Kursrückgang wieder interessant?
Ertrag deutlich verbessert
Was sich bereits im Halbjahresbericht angedeutet hatte, setzte sich im dritten Quartal fort. Der Neunmonatsbericht zeigt eine deutliche Erholung der Profitabilität und eine verbesserte Cashflow-Entwicklung.
Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 26,9 auf rund 25,3 Milliarden €. Ausschlaggebend war vor allem der Rückgang bei den Fahrzeugauslieferungen. In den ersten neun Monaten lieferte Porsche weltweit rund 178.500 Fahrzeuge aus, nach etwa 212.500 im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Minus von 16%.
Die Ertragslage verbesserte sich dagegen deutlich. Der operative Gewinn stieg von 40 Millionen auf 1,74 Milliarden €. Die operative Umsatzrendite erhöhte sich damit von 0,2 auf 6,9%. Im ersten Halbjahr hatte sie jedoch noch bei 7,8% gelegen. Auch die EBITDA-Marge im Automobilgeschäft entwickelte sich positiv und stieg von 11,9 auf 17,3%.
Hervorzuheben ist auch die finanzielle Entwicklung. Der Netto-Cashflow stieg auf rund 2,5 Milliarden €. Die daraus resultierende Netto-Cashflow-Rate lag bei 11,3%. Die Netto-Liquidität des Automobilgeschäfts belief sich zuletzt auf rund 8,2 Milliarden €.
Porsche-Chef Dr. Michael Leiters erklärte:
Wir setzen unsere strategische Neuausrichtung konsequent und mit hoher Geschwindigkeit um. Unser Fokus liegt auf dem Kerngeschäft, einer wettbewerbsfähigen Kostenstruktur und einer nachhaltigen Steigerung unserer Ertragskraft.
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Jahresprognose bestätigt
Für das Gesamtjahr zeigt sich der Konzern weiterhin zuversichtlich und bestätigte seine Prognose. Porsche rechnet mit einem Umsatz zwischen 35 und 36 Milliarden €. Der Anteil der vollelektrischen Fahrzeuge (BEV) soll zwischen 24 und 26% liegen.
Bei der operativen Umsatzrendite wird eine Spanne von 5,5 bis 7,5% erwartet. Die EBITDA-Marge im Automobilgeschäft soll zwischen 15 und 17% erreichen.
Bewertung
Die konsequente Neuausrichtung des Konzerns auf Profitabilität und Cashflow zeigt erste Ergebnisse. Dazu gehören die striktere Kostenkontrolle, eine stärkere Konzentration auf attraktive Modelle und die Reduzierung weniger rentabler Aktivitäten.
Die Geschäftszahlen sind zu relativieren. Negativ ist der Rückgang der Auslieferungen. Der Absatzmarkt China bleibt weiterhin sehr schwierig. Die niedrigeren Ertragswerte im vorjahreszeitraum basieren auf hohen Restrukturierungskosten.
Ebenfalls sind die Geschäftszahlen durch hohe Einmaleffekte durch Anteilsverkäufe geprägt. Für die nächsten Quartale kommt es darauf an, ob sich die höhere Profitabilität ohne diese Effekte fortsetzt. Das zeigt sich in der nächsten Jahresprognose.
ℹ️ Porsche AG in Kürze
- Der Sportwagenhersteller Porsche AG (WKN: PAG911) mit Sitz in Stuttgart ist seit Ende September 2022 an der Frankfurter Börse gelistet und nicht zu verwechseln mit der ebenfalls börsennotierten Porsche Automobil Holding SE.
- Die Produktion erfolgt überwiegend in Stuttgart-Zuffenhausen sowie in Leipzig und Bratislava.
- Die im MDAX notierte Vorzugsaktie kommt aktuell auf eine Börsenbewertung von etwa 20 Milliarden €.
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Fazit
Porsche befindet sich aus meiner Sicht auf einem guten Weg. Der Konzernumbau mit dem Fokus auf attraktive und margenstarke Modelle schreitet voran. Die Transformation ist jedoch noch nicht abgeschlossen.
Insgesamt bin ich für die Aktie positiv eingestellt und erwarte mittelfristig wieder Kurse von 50 €. Die Volatilität dürfte sich fortsetzen. Die aktuelle Dividendenrendite von 2,3% spricht ebenfalls für die Aktie.
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