Rheinmetall-Aktie: Können sich die Käufer behaupten?
Rüstungsboom liefert neue Impulse
Während sich die Rheinmetall-Aktie an einer Fortsetzung ihrer Erholung versucht, treibt der Düsseldorfer Rüstungskonzern seine internationale Expansion weiter voran. Erst am vergangenen Donnerstag wurde im britischen Telford die neue „UK Gun Hall“ eröffnet. Damit kehrt die eigenständige Fertigung großkalibriger Waffen nach Großbritannien zurück. Die Anlage entstand innerhalb von nur acht Monaten und ist Teil eines umfangreicheren Investitionsprogramms, mit dem Rheinmetall seine Produktionskapazitäten und die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern weiter ausbaut.
Zusätzliche Fantasie liefern Meldungen aus Italien. Wie Reuters am Donnerstag unter Berufung auf die italienische Wirtschaftszeitung Milano Finanza berichtete, soll das Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und Leonardo zwei Aufträge der italienischen Armee im Gesamtvolumen von rund 3,7 Milliarden € erhalten haben. Im Mittelpunkt stehen neue Kampfpanzer und gepanzerte Fahrzeuge. Eine offizielle Bestätigung der Vertragsunterzeichnung stand allerdings noch aus. Damit bleibt die Nachricht zwar ein bedeutender möglicher Wachstumstreiber, sollte aber noch nicht als endgültig gesicherter Auftragseingang gewertet werden. Weitere Erkenntnisse zur Geschäftsentwicklung dürften die für den 5. November erwarteten Quartalszahlen liefern.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.
Zur Signallage

Quelle: stock3
Die Rheinmetall-Aktie hat nach dem erfolgreichen Ausbruch über die seit dem Frühsommer etablierte Abwärtstrendlinie inzwischen auch den erwarteten Rücksetzer vollzogen. Dabei wurde die Unterstützung bei 1.028,60 € bereits auf Intraday-Basis unterschritten, ohne dass sich bislang eine größere Verkaufswelle anschloss. Vielmehr konnte sich der Titel im Bereich der steigenden Aufwärtstrendlinie stabilisieren und anschließend wieder über 1.028,60 € zurückarbeiten. Damit bleiben die Chancen auf eine Wiederaufnahme der Erholung erhalten. Setzen sich die Käufer nachhaltig durch, dürfte zunächst das nächste Kursziel bei 1.122 € in den Fokus rücken. Oberhalb dieser Marke wäre eine Fortsetzung bis in die markante Widerstandszone zwischen 1.177 und 1.233,40 € denkbar. Dort dürfte sich allerdings zeigen, ob die Erholung tatsächlich das Potenzial für eine umfassendere Trendwende besitzt.
Alternativ könnte die jüngste Stabilisierung scheitern und ein erneuter Rückfall unter 1.028,60 € die steigende Aufwärtstrendlinie verstärkt unter Druck setzen. Entscheidend wäre dann die Verteidigung der ehemaligen Widerstandszone um 989,20 €, die gemeinsam mit der psychologisch wichtigen 1.000-€-Marke eine bedeutende Auffangregion bildet. Wird dieser Bereich nachhaltig unterschritten, wäre der vorherige Ausbruch ernsthaft gefährdet und ein Rücksetzer bis 946,60 € wahrscheinlich. Darunter könnte sogar das bisherige Korrekturtief bei 900,20 € erneut angelaufen werden. Solange sich Rheinmetall allerdings oberhalb der 1.000-€-Region behauptet, besitzt die bullische Fortsetzung für mich weiterhin die besseren Chancen.
ℹ️ Rheinmetall in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 48 Milliarden €.
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Fazit
Die Rheinmetall-Aktie hat den zuletzt erwarteten Rücksetzer bis 1.028,60 € absolviert und zeigt oberhalb der wichtigen 1.000-€-Region weiterhin eine konstruktive Ausgangslage. Gelingt nun ein neuer Aufwärtsimpuls, favorisiere ich eine Fortsetzung der Erholung bis 1.122 € und anschließend möglicherweise bis in die Widerstandszone zwischen 1.177 und 1.233,40 €. Erst ein nachhaltiger Rückfall unter 989,20 € würde die bullische Präferenz deutlich infrage stellen und Verluste bis 946,60 € wahrscheinlicher machen. Noch haben die Käufer die Chance, den zuvor gelungenen Befreiungsschlag zu bestätigen.
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