Deutsche Telekom-Aktie: Nächster Rückschlag voraus?
US-Mobilfunkmarkt sorgt für Verunsicherung
Die jüngsten Nachrichten aus den USA liefern wenig Anlass für neue Euphorie. Wie mein Kollege Vincent Uhr gestern unter „AT&T verliert -6% – droht jetzt der nächste Schock?“ berichtete, geriet der amerikanische Telekommunikationskonzern trotz überzeugender Quartalszahlen erheblich unter Druck. Zwar steigerte AT&T seinen Umsatz um +5,3% auf 32,3 Milliarden US$ und übertraf mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,65 US$ die Erwartungen. Allerdings enttäuschte der Zuwachs von lediglich 379.000 Mobilfunkvertragskunden die Analysten. Für die Deutsche Telekom ist dies relevant, da ihre US-Tochter T-Mobile US einen wesentlichen Teil des Konzerngeschäfts ausmacht.
Hinzu kommt die wachsende Konkurrenz durch satellitengestützte Mobilfunkangebote. Bereits das jüngste Frequenzgeschäft von SpaceX hatte die Deutsche Telekom erheblich belastet und Sorgen über einen künftig intensiveren Wettbewerb ausgelöst. Allerdings entwickelt sich T-Mobile US operativ weiterhin solide und steigerte im zweiten Quartal seinen Service-Umsatz um +8,9% auf 19 Milliarden US$. Ob diese Dynamik anhält, dürfte sich bereits am 28. Oktober zeigen, wenn die amerikanische Tochter ihre nächsten Quartalszahlen vorlegt. Die Deutsche Telekom selbst folgt am 5. November. Trotz der Risiken bleiben Analysten grundsätzlich optimistisch und sehen teilweise weiterhin Kursziele von bis zu 40 €.
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Quelle: stock3
Die zwischenzeitliche Erholung der Deutschen Telekom hat die Aktie bis in das markante Widerstandscluster zwischen 25,70 und 26,32 € geführt. Dort wurde der Aufwärtsimpuls allerdings erneut zurückgewiesen, sodass die ehemalige Unterstützungszone ihre neue Funktion als Widerstand bislang bestätigt. Besonders interessant erscheint dabei die seit dem Oktober-Tief entstandene bärische Flagge, deren steigende Begrenzungslinien die jüngste Erholung innerhalb des übergeordneten Abwärtstrends einrahmen. Nach der Abweisung am Widerstand könnte nun die Auflösung dieser Formation nach unten bevorstehen. Ein nachhaltiger Bruch der unteren Flaggenbegrenzung würde ein weiteres Verkaufssignal liefern und die bereits zuvor favorisierte Abwärtsbewegung bis 23,50 € wieder in den Fokus rücken.
Alternativ könnten sich die Käufer innerhalb der Flagge erneut stabilisieren und einen weiteren Anlauf auf die Widerstandszone zwischen 25,70 und 26,32 € starten. Dafür bedarf es zunächst einer Rückeroberung von 25,70 beziehungsweise 26,00 €, bevor oberhalb von 26,32 € ein bullischer Ausbruch aus der Formation gelingen könnte. Dies würde das bearishe Szenario zunächst entkräften und weiteres Erholungspotenzial bis 28,11 € eröffnen. Darüber wäre sogar ein Vorstoß bis 29,44 € denkbar. Solange die Käufer diese Hürden allerdings nicht überwinden, bleibt die Fortsetzung des übergeordneten Abwärtstrends meine bevorzugte Entwicklung.
ℹ️ Deutsche Telekom in Kürze
- Die Deutsche Telekom (WKN: 555750) gehört zu den weltweit führenden Konzernen für Telekommunikations- und Informationstechnologie. Die Leistungen sind sehr breit gefächert, von der Breitbanktelefonie, Mobilfunk sowie TV oder komplexe ICT-Lösungen bietet der Konzern alles aus einer Hand an.
- Das Unternehmen mit Hauptsitz in Bonn ist weltweit in 50 Ländern tätig. Mit der Tochter T-Mobile US gehört es zu den führenden Telekommunikationsanbietern in den USA.
- Die Marktkapitalisierung der im DAX gelisteten Aktie beträgt rund 123 Milliarden €.
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Fazit
Die Deutsche Telekom-Aktie ist nach ihrer jüngsten Erholung erneut am ehemaligen Unterstützungscluster zwischen 25,70 und 26,32 € gescheitert. Gleichzeitig erhöht die bärische Flagge das Risiko einer weiteren Verkaufswelle. Wird die untere Flaggenbegrenzung nachhaltig unterschritten, favorisiere ich einen Rücklauf bis zum bisherigen Korrekturtief bei 23,50 €. Erst ein Ausbruch über 26,32 € würde die bärische Formation entkräften und die Chancen auf eine größere Erholung bis 28,11 € verbessern.
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