Deutsche-Telekom-Aktie: 1 Million Neukunden – jetzt der 380-Spiele-Coup!
Deutsche Telekom: 380 Spiele jährlich bis 2031
Die Telekom hat ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußball-Bund verlängert. Ab der Saison 2027/28 überträgt MagentaSport für weitere vier Jahre sämtliche 380 Begegnungen der 3. Liga sowie die Relegationsspiele.
Zusätzlich sicherte sich der Konzern umfangreiche Rechte an Höhepunkten und kurzen Spielausschnitten. Mindestens 38 Begegnungen pro Saison sollen weiterhin kostenlos empfangbar bleiben.
Der Marktwert dieser Inhalte steigt. Der DFB erzielt mit der gesamten neuen Rechtevergabe über vier Jahre 124 Millionen €. Das entspricht einem Anstieg von rund +20% gegenüber dem bisherigen Rechtezyklus. Die Summe verteilt sich allerdings auf mehrere Medienpartner und entspricht nicht allein den Ausgaben der Telekom.
Dass die Strategie funktioniert, zeigt die Reichweitenentwicklung. Seit dem Einstieg von MagentaSport zur Saison 2017/18 haben sich die TV-Reichweiten der 3. Liga versiebenfacht.
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Eine Million Kunden – aber bleiben sie?
Für Aktionäre ist vor allem eine andere Kennzahl interessant. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gewann die Telekom rund eine Million neue Kunden für MagentaTV.
Der überwiegende Teil entschied sich allerdings für flexible Tarife. Damit besteht das Risiko, dass viele Zuschauer ihr Abonnement nach dem Turnier wieder kündigen.
Genau hier könnten langfristig gesicherte Sportrechte helfen. Die 3. Liga, Basketball, Eishockey und weitere Wettbewerbe bieten regelmäßig neue Inhalte. Das macht die Streamingangebote weniger abhängig von einzelnen Großereignissen.
Allerdings zeigt sich bereits eine wichtige Einschränkung. Ende Juni zählte die Telekom 4,8 Millionen regulär erfasste TV-Kunden. Gegenüber Ende März entsprach das lediglich einem Anstieg um 25.000. Die Zahlen sind aufgrund unterschiedlicher Vertragsmodelle nicht direkt vergleichbar, verdeutlichen aber, dass kurzfristige Abschlüsse nicht automatisch dauerhaftes Kundenwachstum bedeuten.
Ein neuer Ergebnistreiber?
Das Geschäftsmodell besitzt durchaus Potenzial. Sportrechte können zusätzliche Abonnements ermöglichen und die Kundenbindung verbessern. Über gemeinsame Angebote mit Internet- und Mobilfunkverträgen könnte die Telekom außerdem höhere Umsätze je Kunde erzielen.
Allerdings sind die wirtschaftlichen Dimensionen einzuordnen. Im zweiten Quartal erwirtschaftete der Konzern 29,9 Milliarden € Umsatz und 11,8 Milliarden € bereinigtes EBITDA AL. Das Streaminggeschäft wird daran kurzfristig kaum etwas Entscheidendes verändern.
Zudem steigen die Preise für Sportrechte. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Zahl der Zuschauer, sondern ob zusätzliche Abonnementerlöse die Rechte-, Produktions- und Vertriebskosten übersteigen.
Kursziele bei der Deutschen Telekom bleiben attraktiv
Trotz der jüngsten Kursschwäche bleiben mehrere Analysten optimistisch. Die Deutsche Bank sieht die Telekom-Aktie bei 40 €, Goldman Sachs bei 38 € und die UBS bei 35,10 €.
Gemessen am letzten Schlusskurs entsprechen diese Ziele einem Potenzial zwischen rund +36% und +54%. Bernstein ist mit 28,10 € deutlich vorsichtiger.
Die hohe Bandbreite spiegelt insbesondere die Unsicherheit rund um T-Mobile US wider. Das zusätzliche TV-Geschäft könnte die Entwicklung im deutschen Heimatmarkt stärken, dürfte die Konzernbewertung aber nur schrittweise beeinflussen.
ℹ️ Deutsche Telekom in Kürze
- Die Deutsche Telekom (WKN: 555750) gehört zu den weltweit führenden Konzernen für Telekommunikations- und Informationstechnologie. Die Leistungen sind sehr breit gefächert, von der Breitbanktelefonie, Mobilfunk sowie TV oder komplexe ICT-Lösungen bietet der Konzern alles aus einer Hand an.
- Das Unternehmen mit Hauptsitz in Bonn ist weltweit in 50 Ländern tätig. Mit der Tochter T-Mobile US gehört es zu den führenden Telekommunikationsanbietern in den USA.
- Die Marktkapitalisierung der im DAX gelisteten Aktie beträgt rund 125 Milliarden €.
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Fazit
Die neuen Sportrechte sind kein Gamechanger für die Deutsche Telekom. Sie zeigen aber, dass der Konzern seine Kundenbeziehungen zunehmend über zusätzliche digitale Angebote monetarisieren will. Besonders interessant finde ich die Chance, kurzfristig gewonnene Streamingkunden längerfristig zu binden. Bei Kursen unter 26 € halte ich die Aktie weiterhin für einen attraktiven langfristigen Kauf. Für die großen Kursziele muss allerdings vor allem das operative Kerngeschäft überzeugen.