Douglas-Aktie: Stoppt der neue Chef jetzt den Kursverfall?
Die Douglas-Aktie legt am heutigen Donnerstag um +1,2% zu und zählt damit zu den besseren Werten im schwachen SDax. Der Auslöser ist ein Wechsel an der Konzernspitze, der nur wenige Tage nach einem Rekordtief verkündet wird. Damit stellt sich die Frage: Reicht ein neuer Vorstandschef, um die Abwärtsbewegung der vergangenen Monate tatsächlich zu stoppen?
Neuer Chef ab November
Die Parfümeriekette ersetzt ihren bisherigen Vorstandschef Sander van der Laan. Im November übernimmt Jean-Marc Bellaiche die Führung des Unternehmens. Vorausgegangen war bereits ein Wechsel auf dem Posten des Finanzvorstands im Jahr 2025. Analyst Henrik Paganetty von Jefferies sieht in der Ablösung an der Spitze den logischen nächsten Schritt, nachdem Douglas seit dem Börsengang im Jahr 2024 mehrfach die eigenen Prognosen kassieren musste.
Vertrauen ist das Problem
Die mehrfachen Gewinnwarnungen seit dem Börsengang haben die Glaubwürdigkeit der Unternehmensplanung beschädigt. Genau hier setzt die Erwartung an: Paganetty verweist darauf, dass der Führungswechsel die Chance eröffnen könnte, bei der Umsetzung der Unternehmensziele voranzukommen und das Anlegervertrauen über die Zeit zurückzugewinnen. Zum neuen Vorstandschef selbst hat sich der Jefferies-Analyst nach eigenen Angaben noch keine konkrete Meinung gebildet.
Das vor wenigen Tagen markierte Rekordtief zeigt, wie wenig Vertrauen der Markt der bisherigen Aufstellung entgegenbringt. Das Kursplus an einem schwachen Markttag ist vor diesem Hintergrund eine Reaktion auf die Personalie, aber noch keine Trendwende.
Fazit
Aus unserer Sicht war ein Chefwechsel bei Douglas überfällig, er löst die operativen Probleme aber nicht von allein. Solange die Kette keine Zahlen liefert, die ihre eigenen Ziele bestätigen, bleibt die Aktie ein Wert mit hohem Rückschlagrisiko in der Nähe des Rekordtiefs. Entscheidend wird nun sein, ob Jean-Marc Bellaiche die Planungssicherheit herstellt, die seit dem Börsengang gefehlt hat, oder ob eine weitere Prognoseanpassung den Stabilisierungsversuch beendet. Für bestehende Anleger könnte es vertretbar sein, die Position zunächst zu halten und die ersten Quartalszahlen unter neuer Führung abzuwarten. Ein Neueinstieg allein auf die Personalie hin wäre für uns dagegen zu früh, denn ein Vertrauensaufbau braucht nach mehreren Gewinnwarnungen Belege statt Ankündigungen.
Quelle: dpa-AFX
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