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CoreWeave-Aktie: Kommt dieser Ramsch jetzt auf den Müll?

-30% in 5 Tagen
Die CoreWeave-Aktie erlebt dieser Tage einen massiven Sell-off. Innerhalb der letzten fünf Handelstage ist der Kurs des Neocloud-Providers um -26% eingebrochen. Und der Abverkauf setzt sich am Donnerstagmorgen mit einem Minus -5% im europäischen Handel fort. Warum verabschieden sich Anleger in Scharen von CoreWeave und tun sie es zu Recht?

Die Cloud-Branche zittert

Der guten Ordnung halber muss ich einleitend erwähnen, dass der Abverkauf nicht nur die CoreWeave-Aktie traf, sondern die gesamte Tech-Cloud-Chip-Branche. Der jüngste Kurseinbruch ist auf eine Kombination aus massiven Finanzierungssorgen, steigenden Kreditzinsen und wachsender Skepsis gegenüber dem extrem kapitalintensiven Geschäftsmodell von Neocloud-Anbietern zurückzuführen.

Diese Sorgen und Skepsis haben gestern durch die jüngsten US-Inflationsdaten neue Nahrung bekommen. Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im September um 3,7%, also etwas mehr als die erwarteten 3,6%. Das macht eine baldige weitere Zinserhöhung durch die FED wahrscheinlicher. Marktexperten rechnen spätestens im Dezember mit einem weiteren Zinsschritt durch die US-Notenbank.

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Anleihen auf Ramschniveau

Weitere Zinssteigerungen sind etwas, was CoreWeave überhaupt nicht gebrauchen kann, denn der Neocloud-Provider zahlt bereits jetzt happige Zinsen an seine Gläubiger. Eine Unternehmensanleihe mit einem Kupon mit 9,625% und Laufzeit bis 2032 rentierte zuletzt bei rund 15%.

Diese enorm hohe Anleihenrendite zeigt, wie hoch Kreditgeber inzwischen das Ausfallrisiko bei CoreWeave beziffern. Und damit sind sie nicht alleine. Die Ratingagentur S&P stuft die Kreditwürdigkeit von CoreWeave mit B+ ein — das ist Ramschniveau.

CoreWeave-Boss Mike Intrator wehrt sich gegen die aktuelle Risikoeinschätzung seines Unternehmens durch den Markt. Die Kreditverpflichtungen von CoreWeave seien durch den Auftragsbestand mehr als abgedeckt, so Intrator.

Wie weit geht der Sell-off?

Es wird ein charttechnisch spannender Tag. Die CoreWeave-Aktie nähert sich mit großen Schritten ihrem 12-Monatstief bei 61 US$.

Sollte es heute durchbrochen werden, droht eine weitere Abverkaufswelle. Bis 54 US$ gibt es keine charttechnische Unterstützung mehr.

Ein sehr wackeliges Geschäftsmodell

Ich habe Anleger bereits Mitte Juni vor einem Investment in die CoreWeave-Aktie gewarnt. Damals notierte der Kurs noch knapp über 100 US$. Heute dürfte er im US-Handel auf rund 60 US$ fallen. Und meine Warnung gilt auch weiterhin.

Das Geschäftsmodell von CoreWeave steht meiner Überzeugung nach auf sehr wackeligen Beinen. Der Cloud-Konzern muss seine Infrastruktur in Milliardenhöhe im Voraus finanzieren. Die Erlöse zur Deckung der Finanzierung fließen aber erst einige Monate bzw. Jahre danach.

Diese Vorfinanzierung funktioniert nur, solange Kreditgeber sie mit akzeptablen Konditionen mitmachen und die Nachfrage nach Rechenleistung immer weiter steigt. Hinter den zweiten Punkt kann man noch einen Haken setzen, nicht aber hinter den ersten.

CoreWeave hat keine Hyperscaler-Bilanz

Die Schulden (inkl. Leasingverpflichtungen) von CoreWeave haben zur Jahresmitte die Marke von 50 Milliarden US$ deutlich überschritten. Das ist eine Größenordnung, die nur Hyperscaler mit einer Hyperscaler-Bilanz stemmen können. Nicht aber ein kleiner Anbieter wie CoreWeave.

Wie groß die Angst der Kreditgeber vor einem Ausfall des Unternehmens ist, zeigt die aktuelle Rendite der Anleihen. Ich halte es für ausgeschlossen, dass CoreWeave in der Lage sein wird, sein Geschäftsmodell mittelfristig mit Finanzierungskosten in dieser Größenordnung aufrechtzuerhalten.

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ℹ️ CoreWeave in Kürze

  • CoreWeave (WKN: A413X6) mit Sitz in Livingstone im US-Bundesstaat New Jersey ist ein 2017 gegründetes KI-Cloud-Computing-Startup.
  • Das Unternehmen baut und betreibt Hochleistungsrechenzentren mit einer Cloud-basierten GPU-Infrastruktur.
  • Die Kunden von CoreWeave sind im Wesentlichen die Entwickler von KI-Anwendungen, darunter Alphabet, Meta Platforms, Microsoft und OpenAI.
  • CoreWeave gab im März 2025 sein Debüt an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist Mitglied im Nasdaq 100-Index. Das Tech-Unternehmen ist ca. 36,3 Milliarden US$ wert.

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Fazit

Anleger haben den Warnschuss der Börse hoffentlich gehört und sich aus der CoreWeave-Aktie verabschiedet. Wer es noch nicht getan hat, sollte es meiner Meinung nach noch dringend tun.

Ich sehe keine rosige Zukunft für den Neocloud-Provider. Die Anleihen sind bereits als Ramsch eingestuft. Die Aktie wird bald folgen. Und Ramsch landet an der Börse bekanntlich auf dem Müll.