Commerzbank-Aktie: 38% wollen zugreifen – eine neue Chance ab 2027!
38% sehen das Altersvorsorgedepot positiv
Die Commerzbank und ihre Direktbankmarke comdirect haben Anfang Oktober interessante Studienergebnisse veröffentlicht. Von 1.517 befragten Deutschen zwischen 18 und 55 Jahren halten 38% den Abschluss eines staatlich geförderten Altersvorsorgedepots für wahrscheinlich. Bei den 18- bis 25-Jährigen steigt der Anteil auf 47%.
Noch größer ist das Interesse bei Familien. Von den Befragten mit mindestens zwei Kindern können sich 55% eine Eröffnung vorstellen. Eine Rolle spielt dabei die geplante zusätzliche staatliche Förderung von bis zu 300 € pro Kind.
Für die Commerzbank besonders interessant: 56% der Befragten würden das neue Produkt bevorzugt bei einem Finanzinstitut eröffnen, bei dem sie bereits Kunde sind. Genau hier liegt ein Vorteil etablierter Banken gegenüber neuen Wettbewerbern.
Allerdings sind die Studienergebnisse noch keine tatsächlichen Vertragsabschlüsse. Zwischen grundsätzlichem Interesse und regelmäßigen Einzahlungen liegt ein erheblicher Unterschied.
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Zwei Marken sollen den Markt erschließen
Die Commerzbank will ihre beiden Marken unterschiedlich positionieren. Unter dem eigenen Namen plant sie ein Altersvorsorgedepot mit persönlicher Beratung und aktiv gemanagten Fonds von Allianz Global Investors.
Comdirect verfolgt einen stärker digitalen Ansatz. Kunden sollen zwischen einem einfachen Standarddepot mit zwei ETFs und einer flexibleren Variante mit zusätzlichen Fonds und ETFs wählen können. Schon jetzt können sich Bestandskunden registrieren und sich eine Prämie von 50 € für den späteren Abschluss sichern.
Die wirtschaftliche Bedeutung könnte langfristig erheblich werden. Altersvorsorgedepots sind typischerweise auf jahrzehntelange Einzahlungen ausgelegt. Für die Bank eröffnen sich damit Chancen auf dauerhaft verwaltetes Anlagevermögen und wiederkehrende Provisionserträge.
Dabei wächst das Wertpapiergeschäft bereits heute. Im ersten Halbjahr 2026 wickelten comdirect-Kunden rund 21 Millionen Transaktionen ab, +5% mehr als im Vorjahr.
Das verwaltete Vermögen in der Vermögensverwaltung der Commerzbank erhöhte sich gleichzeitig um +20% auf rund 25 Milliarden €. Der Provisionsüberschuss im deutschen Privat- und Unternehmerkundengeschäft legte um +10% zu.
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Ein zusätzlicher Wachstumstreiber?
Bemerkenswert ist vor allem, dass die Commerzbank damit ihre Abhängigkeit vom klassischen Zinsgeschäft weiter reduzieren könnte. Wiederkehrende Erträge aus langfristigen Wertpapieranlagen sind weniger unmittelbar von den Leitzinsen abhängig.
Der Wettbewerb dürfte allerdings intensiv werden. Neobroker und Direktbanken werden ebenfalls versuchen, Kunden für staatlich geförderte Depots zu gewinnen. Hinzu kommt, dass kostengünstige ETFs die möglichen Gebühreneinnahmen begrenzen.
Wie groß der tatsächliche Ergebnisbeitrag ausfallen kann, lässt sich deshalb noch nicht seriös beziffern. Entscheidend werden die Zahl der eröffneten Depots, die durchschnittlichen Sparbeiträge und die langfristig erzielbaren Margen sein.
ℹ️ Commerzbank in Kürze
- Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
- Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
- Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit 40,8 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Das Altersvorsorgedepot wird den Gewinn der Commerzbank nicht über Nacht verändern. Für mich ist es aber eine interessante zusätzliche Wachstumschance, die bislang wenig Aufmerksamkeit erhält. Mit comdirect besitzt der Konzern eine etablierte Vertriebsplattform und kann gleichzeitig beratungsorientierte Kunden bedienen. Bei rund 38 € halte ich die Aktie weiterhin für interessant. Das neue Vorsorgegeschäft liefert einen zusätzlichen langfristigen Grund dafür.