Lanxess-Aktie: Können diese Faktoren die Kurswende bringen?
Chemiefusion von BASF und Evonik als möglicher Kurstreiber
Seit dem Bekanntwerden der Übernahmegespräche zwischen BASF und Evonik rückt die deutsche Chemiebranche wieder stärker in den Fokus der Anleger.
Der diskutierte Übernahmepreis soll laut Branchenkreisen bei 22,15 € je Evonik-Aktie liegen. Damit würde Evonik deutlich höher bewertet als vor Bekanntwerden der Gespräche. Das wirft auch die Frage auf, ob vielleicht auch Lanxess zu niedrig bewertet wird.
Bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von rund 1,1 Milliarden € erscheint Lanxess auf den ersten Blick niedrig bewertet. Zum Vergleich: Evonik wurde vor Bekanntwerden der Übernahmegespräche mit rund 8 Milliarden € bewertet.
Allerdings ist ein direkter Vergleich nur eingeschränkt aussagekräftig. Die Geschäftsstruktur beider Unternehmen ist sehr unterschiedlich.
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EU will Importe aus China begrenzen
Seit der Einführung amerikanischer Zölle weichen chinesische Exporteure verstärkt auf andere Absatzmärkte aus. Davon ist auch Europa betroffen, unter anderem bei chemischen Produkten.
Die EU diskutiert deshalb handelspolitische Maßnahmen, um Wettbewerbsverzerrungen entgegenzuwirken. Auch die Bundesregierung setzt sich für bessere Rahmenbedingungen für die heimische Chemieindustrie ein.
Sollten wirksame Schutzmaßnahmen vereinbart werden, könnte Lanxess davon profitieren. Entscheidend wäre allerdings, ob diese Maßnahmen tatsächlich zu besseren Absatzpreisen und höheren Margen führen.
Transformation soll die Profitabilität verbessern
Lanxess hat bereits 2023 mit dem Transformationsprogramm „FORWARD“ begonnen, um den Konzern widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger aufzustellen.
Dazu gehört die Konzentration auf das Spezialchemiegeschäft. Das Polymergeschäft wurde inzwischen weitgehend veräußert.
Mit dem Programm sollen die Kosten dauerhaft gesenkt werden. Ursprünglich war vorgesehen, bis 2025 jährliche Einsparungen von rund 150 Millionen € zu erreichen. Entscheidend ist nun, in welchem Umfang sich diese Maßnahmen nachhaltig in der Ergebnisrechnung niederschlagen.
Für das laufende Geschäftsjahr wird ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 450 bis 550 Millionen € angestrebt. Im Vorjahr waren es 510 Millionen €.
Die Prognose zeigt, dass Lanxess trotz der schwierigen Rahmenbedingungen eine solide operative Entwicklung erreichen will. Ob das gelingt, wird sich insbesondere an den kommenden Quartalszahlen ablesen lassen.
Bewertung
Die Chemiebranche leidet insgesamt unter der schwachen Konjunktur, dem internationalen Wettbewerbsdruck und geopolitischen Unsicherheiten.
Für Lanxess sprechen die eingeleiteten Kostensenkungen und die stärkere Fokussierung auf das Kerngeschäft. Wenn sich die Nachfrage stabilisiert und die Einsparungen greifen, könnte sich die Profitabilität verbessern.
Zusätzliche Chancen bieten mögliche handelspolitische Schutzmaßnahmen der EU sowie eine Neubewertung der deutschen Chemiebranche im Zuge der Übernahmegespräche zwischen BASF und Evonik.
Allerdings sollten Anleger diese Faktoren nicht überbewerten. Solange sich die operative Ertragslage nicht nachhaltig verbessert, bleibt die Aktie anfällig für weitere Rückschläge.
Belastend kommt hinzu, dass Leerverkaufspositionen im Volumen von 4,91% bestehen.
ℹ️ Lanxess in Kürze
- Lanxess ist ein Spezialchemiekonzern mit der Entwicklung und Herstellung von chemischen Zwischenprodukten, Spezialchemikalien und Kunststoffen.
- Neben dem Stammwerk in Leverkusen ist der Konzern in mehr als 30 Ländern vertreten. Firmensitz ist Köln.
- Der Chemiekonzern ist im MDAX gelistet und wird an der Börse mit rund 1,1 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Vorsichtige Anleger sollten aus meiner Sicht vorerst noch abwarten. Erst sollte sich ein stabiler Boden bilden, momentan ist das nicht erkennbar. Hierfür müssen sich die fundamentalen Unternehmensdaten verbessern.
Wer risikofreudiger ist und einen längeren Anlagehorizont einplant, kann das aktuelle Kursniveau für Teileinstiege nutzen.
Am Rande erwähnt: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.