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Allianz-Aktie: Warum ich jetzt wieder Chancen sehe

Dividende, Aktienrückkäufe und neue Kursfantasie
Nach einer gesunden Korrektur zum Ende des vergangenen Monats hat sich die Allianz-Aktie seit Anfang Oktober wieder deutlich stabilisiert. In dieser Woche gelang dem DAX-Titel zudem der Sprung zurück über die wichtige 100-Tage-Linie. Sollten Anleger jetzt auf die Erholung aufspringen oder könnten sich die Korrekturen im Vorfeld der kommenden Quartalszahlen noch weiter ausdehnen?

Aktienrückkäufe und neue Produkte als Impulsgeber

Operativ gibt es durchaus positive Signale. Das laufende Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2,5 Mrd. € schreitet planmäßig voran. Bis Ende September hatte der Münchener Versicherungsriese bereits mehr als 6,25 Millionen eigene Aktien zurückgekauft. Das verringert die Zahl der ausstehenden Anteile und kann den Gewinn je Aktie zusätzlich stützen.

Auch im Versicherungsgeschäft setzt der Konzern neue Akzente. Die überarbeitete Hausratversicherung bietet vier Tariflinien und flexible Zusatzbausteine. Hinzu kommt die stationäre Krankenzusatzversicherung „MeinKrankenhausschutz“, bei der Bestandskunden nach Unternehmensangaben ohne Gesundheitsprüfung in die neuen Tarife wechseln können. Für mich sind das sinnvolle Schritte, um Kunden gezielter anzusprechen. Ob daraus zusätzliches profitables Geschäft entsteht, müssen allerdings erst die kommenden Ergebnisse zeigen.

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Analysten sehen weiteres Potenzial

Die jüngsten Analystenurteile fallen differenziert, aber weiterhin konstruktiv aus. Jefferies hob das Kursziel von 420 auf 440 € an, hält jedoch an der Einstufung „Hold“ fest. JPMorgan bestätigte ein Kursziel von 460 € und rät ebenfalls zum Halten. Noch optimistischer ist Berenberg: Die Privatbank sieht den fairen Wert bei 684 € – gut +60% über dem aktuellen Marktpreis – und betrachtet den jüngsten Kursrückgang als Kaufgelegenheit.

Fundamental spricht einiges für diese Zuversicht. Im ersten Halbjahr steigerte Allianz das operative Ergebnis um 8,6% auf den Rekordwert von 9,39 Mrd. €. Der Konzerngewinn je Aktie legte um 17,5% zu, während die Solvency-II-Quote komfortable 225% erreichte. Für 2026 bleibt das Gewinnziel von 17,4 Mrd. € plus minus 1 Mrd. € bestehen.

Bewertung und Dividende bleiben attraktiv

Mit einem erwarteten KGV von rund 13,5 ist Allianz zwar kein Schnäppchen mehr. Im Vergleich liegt die Aktie etwas über AXA mit einem Forward-KGV von rund 10,2 und Generali mit etwa 11,1. Zurich Insurance kommt auf ein erwartetes Gewinn-Multiple von ungefähr 12,9, die Münchener Rück auf 11,8. Der moderate Aufschlag erscheint mir angesichts der Kapitalstärke und Ertragsqualität jedoch vertretbar.

Besonders attraktiv bleibt die Ausschüttungspolitik. Nach 17,10 € Dividende für das Geschäftsjahr 2025 erwarten Analysten für 2026 etwa 18,40 bis 18,80 € je Aktie. Zusammen mit dem Rückkaufprogramm ergibt sich somit ein überzeugendes Argument für langfristig orientierte Anleger.

Am 12. November folgen die Q3-Zahlen. Im Mittelpunkt stehen die Schaden-Kosten-Quote nach möglichen Unwetterschäden, das Neugeschäft in der Lebens- und Krankenversicherung sowie die Mittelzuflüsse bei PIMCO und Allianz Global Investors. Der Markt erwartet ein operatives Quartalsergebnis von etwa 4,0 bis 4,4 Mrd. €. Entscheidend wird sein, ob Allianz den starken Halbjahrestrend bestätigt und das Jahresziel untermauert.

Charttechnik: Rekordhoch wieder in Reichweite

Nach der Rallye von Juni bis Anfang September hatte sich die Korrektur durch bärische Divergenzen in RSI und MACD bereits angekündigt. Der RSI fiel zeitweise unter 30, ehe Käufer den Rücksetzer nutzten. Inzwischen hat die Aktie die 100-Tage-Linie zurückerobert. Bullische Crossover Signale bei RSI und MACD stützen die Erholung.

Gelingt nun auch der Sprung über die 50-Tage-Linie bei 435,80 €, rückt das Rekordhoch bei 454,60 € wieder in Reichweite. Unterhalb der 100-Tage-Linie droht dagegen eine Ausweitung der Korrektur in Richtung 400 € und des früheren Hochs bei 396,70 €, wo auch die 200-Tage-Linie verläuft.

ℹ️ Allianz SE in Kürze

  • Die Allianz (WKN: 840400) mit Hauptsitz in München ist der größte Versicherungskonzern der Welt.
  • Kerngeschäft des Konzerns sind die Kranken-, Lebens-, Sach- und Unfallversicherung.
  • Darüber hinaus betreibt die Allianz den Geschäftsbereich Asset Management, in dem sie das Vermögen von Privatpersonen und institutionellen Anlegern verwaltet.
  • Die Allianz ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. An der Börse ist der Konzern rund 161 Milliarden € wert.

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Fazit

Ich sehe die Allianz trotz kurzfristiger Schwankungen weiterhin positiv. Die Kombination aus robusten Gewinnen, hoher Kapitalstärke, Aktienrückkäufen und einer attraktiven Dividende macht den Versicherer gerade in turbulenten Börsenphasen interessant. Kurzfristig müssen die Quartalszahlen den Aufwärtstrend bestätigen. Langfristig bleibt die Aktie für mich jedoch ein Basisinvestment und eine sehr solide Anlage.

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