Die Schaeffler-Aktie legte am Montag um gut 5% zu, nachdem der Zulieferer aus Herzogenaurach seinen Fortschritt beim Stellenabbau gemeldet hatte. Von brutto 4.700 geplanten Stellenstreichungen sind bis Ende September bereits 3.715 umgesetzt, das Ziel soll nun ein Jahr früher erreicht werden. Damit stellt sich die Frage: Trägt das Sparprogramm die Aktie auch über den Tag hinaus?
Der Umbau läuft schneller
Schaeffler kommt bei seinen Sparplänen schneller voran als ursprünglich kalkuliert. Das Abbauziel von 4.700 Stellen soll bereits Ende 2028 erreicht sein, ein Jahr früher als bislang geplant. Die für 2029 vorgesehene Kostensenkung von 290 Millionen € dürfte dadurch um mehr als 20% übertroffen werden.
Hinzu kommt ein zweiter Hebel. Bis zum 5. Oktober wurden 1.768 neue Altersteilzeitverträge abgeschlossen. Im Sommer war der Konzern noch von rund 1.300 Beschäftigten ausgegangen, die dieses Angebot annehmen. Nach Unternehmensangaben führt der Abschluss der zusätzlichen Verträge bereits 2027 zu einem positiven Cash-Flow-Effekt, für 2029 erwartet Schaeffler daraus einen positiven Ergebniseffekt von rund 55 Millionen €.
Rückstellungen wirken in zwei Richtungen
Weil die Einmalaufwendungen des Umbaus geringer ausfallen als veranschlagt, hat Schaeffler im dritten Quartal nicht benötigte Rückstellungen von rund 84 Millionen € aufgelöst. Dieser Effekt stützt das Quartalsergebnis unmittelbar, stammt aber aus der Bilanz und nicht aus dem laufenden Geschäft.
Dem stehen die Altersteilzeitverträge entgegen: Bis 2030 werden für Einmalzahlungen zusätzliche Rückstellungen von rund 70 Millionen € nötig. Den einmaligen Belastungen stehen damit wiederkehrende Einsparungen gegenüber, die Jahr für Jahr im Ergebnis wirken sollen.
Fazit
Schaeffler liefert beim Sparprogramm früher und mehr als angekündigt. Für uns zeigt das, dass das Management die Kostenseite im Griff behält. Das Kursplus spiegelt diese Verlässlichkeit, ersetzt aber keine Belebung der Nachfrage. Entscheidend wird sein, ob die Einsparungen dauerhaft im Ergebnis ankommen und nicht von einem schwächeren Marktumfeld aufgezehrt werden. Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Position zu halten, solange der Umbau beschleunigt vorankommt. Wer neu einsteigen möchte, könnte die anstehenden Quartalszahlen abwarten, um zu sehen, wie sich das operative Geschäft jenseits der aufgelösten Rückstellungen entwickelt.
Quelle: dpa-AFX
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