Verbio-Aktie: Sind trotz Zielsenkung noch 40 € drin?
Vor den Zahlen zum ersten Geschäftsquartal hat Deutsche Bank Research das Kursziel für Verbio am Montag von 42 auf 40 € gesenkt, die Kaufempfehlung aber bestätigt. Analystin Manuela Stuerzer rechnet damit, dass das operative Ergebnis gegenüber dem Vorquartal um ein Viertel geschrumpft ist. Damit stellt sich die Frage: Was wiegt für Anleger schwerer, das schwächere Quartal oder das weiterhin positive Votum?
Bioethanol drückt das Ergebnis
Als Grund für den erwarteten Ebitda-Rückgang nennt Stuerzer niedrigere Preise für Bioethanol. Verbio betreibt Bioraffinerien und hängt damit unmittelbar an den Erlösen für seine Endprodukte. Ein Rückgang des operativen Ergebnisses um ein Viertel innerhalb eines einzigen Quartals zeigt, wie stark ein Preisverfall auf die Marge durchschlägt.
Für die Geschäftsentwicklung ist das mehr als eine Momentaufnahme. Bleiben die Bioethanolpreise auf dem gedrückten Niveau, belastet das die Spielräume für Investitionen und Finanzierung über ein einzelnes Quartal hinaus. Eine Erholung der Preise würde umgekehrt rasch wieder im Ergebnis sichtbar.
Kaufvotum trotz Zielsenkung
Die Reduzierung des Kursziels von 42 auf 40 € fällt mit rund 4,8% moderat aus und bleibt damit deutlich hinter dem erwarteten Ergebnisrückgang zurück. Deutsche Bank Research stuft Verbio weiterhin mit "Buy" ein. Das Haus wertet die Schwäche damit offenkundig als zyklisch bedingt und sieht das Geschäftsmodell unverändert. Die Bestätigung des Votums vor der Zahlenvorlage ist für uns das aussagekräftigere Signal als die rechnerische Anpassung des Ziels.
Fazit
Verbio bleibt für uns ein Wert, dessen Ergebnis maßgeblich von Preisen bestimmt wird, die das Unternehmen selbst nicht steuern kann. Das Kaufvotum stützt sich erkennbar auf die Annahme, dass sich die aktuelle Schwäche als vorübergehend erweist. Bestätigt sich diese Lesart nicht, dürfte auch das Ziel von 40 € erneut unter Druck geraten. Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Position zu halten, solange sich keine dauerhafte Verschlechterung des Preisumfelds abzeichnet. Wer einen Einstieg erwägt, könnte die Quartalszahlen abwarten, um das Ausmaß der Belastung besser einschätzen zu können.
Quelle: dpa-AFX
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