Siemens Energy-Aktie: Das Geschäft brummt – Analysten ziehen nach
Der KI-Boom landet am Ende auch im Stromnetz
Wenn über den Ausbau von KI gesprochen wird, geht es meistens um Nvidia, Rechenzentren oder Cloudanbieter. Irgendwo muss der ganze zusätzliche Strom aber herkommen und er muss auch zu den Rechenzentren transportiert werden. Siemens Energy sitzt damit ziemlich nah an einem der größten Investitionstrends der kommenden Jahre.
Im dritten Geschäftsquartal erzielte der Konzern Rekordwerte bei Auftragseingang, Umsatz und Profitabilität. Die Nachfrage kam erneut stark aus den USA, während gleichzeitig die Kapazitäten ausgebaut wurden. CEO Christian Bruch sprach von einer weltweit weiterhin hohen Stromnachfrage, die sich direkt in den Bestellungen bemerkbar macht.
Vor allem Grid Technologies und Gas Services profitieren davon. Neue Rechenzentren brauchen Netzanschlüsse, Transformatoren und zusätzliche Erzeugungskapazitäten. Genau an diesen Stellen verdient Siemens Energy mit. Der Auftragsbestand ist dadurch inzwischen so groß, dass der Konzern über Jahre gut ausgelastet ist. Für Anleger ist das angenehm, weil ein großer Teil des zukünftigen Geschäfts schon heute relativ gut sichtbar ist.
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Das ehemalige Sorgenkind überrascht inzwischen positiv
Noch vor wenigen Jahren war Siemens Gamesa der Teil des Konzerns, über den Anleger am liebsten gar nicht sprechen wollten. Milliardenverluste, technische Probleme bei Windturbinen und immer neue Belastungen haben Siemens Energy lange zurückgehalten.
Im dritten Quartal gelang Gamesa nun erstmals seit 2022 wieder ein positives Quartalsergebnis. Das heißt nicht, dass alle Probleme verschwunden sind, aber der größte Bremsklotz im Konzern zieht zumindest nicht mehr mit derselben Kraft nach unten.
Parallel räumt Siemens Energy auch an anderer Stelle auf. Seit August bereitet der Konzern den Geschäftsbereich Transformation of Industry auf eine mögliche Eigenständigkeit vor. Damit wird die Struktur Stück für Stück schlanker und der Fokus rückt stärker auf die Bereiche, in denen momentan richtig viel Nachfrage vorhanden ist.
Im November kommt der nächste große Check
Am 11. November legt Siemens Energy die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal vor. Nach dem starken dritten Quartal wird dann interessant, ob die hohe Dynamik bei Auftragseingang und Marge anhält und was sich der Konzern für 2027 zutraut.
Die Messlatte liegt inzwischen deutlich höher als noch vor einem Jahr. Anleger erwarten nicht mehr nur, dass Siemens Energy seine Probleme in den Griff bekommt. Der Markt will inzwischen sehen, wie viel aus dem Auftragsboom am Ende tatsächlich beim Gewinn hängen bleibt.
ℹ️ Siemens Energy in Kürze
- Siemens Energy (WKN: ENER6Y) ist ein Elektro- und Energietechnikhersteller mit Sitz in München. Der Konzern stellt etwa Windkraftturbinen, Dampf- und Gasturbinen, Generatoren, Transformatoren und sonstige Kraftwerkstechnik her.
- Siemens Energy entstand 2020 durch eine Abspaltung aus dem Siemens-Konzern.
- Die Aktie ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX. An der Börse ist Siemens Energy aktuell mit etwa 121,5 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Siemens Energy hat sich vom Sanierungsfall zu einem der großen Profiteure des weltweiten Stromausbaus entwickelt. Besonders Netze und Gasturbinen laufen stark, Gamesa macht Fortschritte und neue Projekte kommen laufend dazu. Bei rund 145 € ist davon zwar schon einiges im Kurs angekommen. Wenn Analysten trotzdem 200 €, 210 € oder sogar 245 € aufrufen, liegt das vor allem an den Erwartungen für die kommenden Jahre. Jetzt muss Siemens Energy aus dem riesigen Auftragsbestand nur noch möglichst viel profitables Geschäft machen und darauf werden die Zahlen im November den nächsten Blick liefern.
Übrigens: Die größten Profiteure der Energiekrise müssen nicht zwingend Energie fördern – sondern die Infrastruktur dafür bereitstellen. Mehr dazu im neuen Gratis-Report Energiekrise als Börsenchance.