Rheinmetall-Aktie: Wird sie sich jetzt verdoppeln?
Bullische Analysten
Ja — zumindest wenn es nach der Einschätzung der Deutsche Bank Research geht. Ihre Analysten bestätigten gestern die Kaufempfehlung für die Rheinmetall-Aktie und beließen das Kursziel bei 1.800 €. Im Klartext: Die Deutsche Bank Research glaubt an eine Kursverdoppelung der Rheinmetall-Aktie.
Grundlage des extremen Optimismus ist der Ausblick auf die Anfang November anstehenden Quartalszahlen. Die Deutsche Bank Research geht davon aus, dass Rheinmetall ein weiteres Mal ein Umsatzwachstum von über 40% liefern wird und der Konzern damit auf gutem Wege sei, seine Jahresziele zu erreichen.
Auch auftragsseitig wird das viertel Quartal eine große Rolle für den Rüstungskonzern spielen. Anfang Dezember wird sich der Haushaltsausschuss des Bundestages mit dem Panzer-Großprojekt Arminus beschäftigen. Mit sämtlichen möglichen Optionen könnte das Programm langfristig ein Volumen von über 70 Milliarden € erreichen.
Ebenfalls optimistisch eingestellt ist die Investmentbank Jefferies, wenngleich nicht ganz so bullisch wie die DB Research. Das Kursziel der Jefferies-Analysten liegt mit 1.350 € rund +45% über dem aktuellen Kursniveau.
Jefferies lobt die Aufnahme der Satellitenproduktion durch Rheinmetall am Standort Neuss. Zwar sei die Produktion etwas verspätet gestartet worden, so die Investmentbank, doch die Umstellung erfolge nun recht zügig.
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Bei 910 € ist Schluss
Die Rheinmetall-Aktie hat immer noch keinen Boden gefunden. Am Donnerstagmorgen fiel der Kurs des Rüstungstitels auf 910 €, drehte im Anschluss aber wieder nach oben.
Eine ausführliche Chartanalyse findet ihr bei meinem Kollegen Christian Kämmerer.
Ein angeschlagenes Schnäppchen
Die Rheinmetall-Aktie auf dem aktuellen Kursniveau ein echtes Schnäppchen. Ein Forward-KGV von unter 20 ist für einen Konzern, der im laufenden Jahr mit rund 40% und im kommenden Jahr mit 25 bis 30% bei gleichzeitigem Margenpotenzial wachsen wird, ein sehr günstiger Kurs.
Rheinmetall leidet derzeit neben einem miserablen Chart vor allem an der politischen Entwicklung. In Deutschland eilen die AfD und die Linke von Erfolg zu Erfolg. Beide Parteien sind Gegner der deutschen Unterstützung für die Ukraine.
Ein Erfolg auf Bundesebene könnte nicht nur den deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine ein Ende bereiten, sondern auch die weitere Steigerung der Rüstungsausgaben Deutschlands in Gefahr bringen. Beides wären sehr schlechte Nachrichten für Rheinmetall.
Nicht viel besser sieht es derzeit auf politischer Ebene in Europa aus. Viele Staaten, allen voran Frankreich, kämpfen mit massiven Budgetdefiziten. Vor diesem Hintergrund werden die Milliardenhilfen an die Ukraine in den Bevölkerungen einiger Länder immer unpopulären. Auch das ist bad news für die Rüstungsindustrie.
Abschließend: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.
ℹ️ Rheinmetall in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und Euro Stoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 45 Milliarden €.
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Fazit
Trotzdem rate ich Anlegern auf dem aktuellen Kursniveau zum Kauf der Rheinmetall-Aktie. Ein Investment in eine unterbewertete Aktie macht sich langfristig immer bezahlt.
Wann die Rheinmetall-Aktie ihren Boden gefunden hat, lässt sich derzeit kaum sagen. Das politisch-charttechnische Momentum ist extrem negativ. Aber es wird meiner Meinung nach ein haben — müssen.