Auto1 hat am Freitag einen harten Tag an der Börse erlebt. Nach einem Analystenmeeting zu den bevorstehenden Quartalszahlen rauschte die Aktie des Online-Gebrauchtwagenhändlers um mehr als acht Prozent in den Keller, zuletzt wurde sie bei 15,85 € gehandelt. Das war der tiefste Stand seit April.
Analysten ziehen die Prognosen zurück
Marcus Diebel von JPMorgan machte in seiner ersten Reaktion auf das Briefing klar, was die Aussagen des Managements bedeuten: sinkende Gewinnschätzungen. Er kürzte seine operativen Ergebnisprognosen bis 2028 um bis zu 16 Prozent. Beim dritten Quartal stutzte er sowohl seine Erwartungen ans Absatzvolumen als auch den Rohertrag pro verkauftem Fahrzeug zusammen.
Der Kern der Kritik ist der Wachstumsansatz von Auto1 selbst. Das Unternehmen setzt auf Skalierung, was kurzfristig den Gebrauchtwagenerwerb gedämpft hat. Das schlägt sich in den Zahlen offenbar deutlicher nieder als viele gedacht hätten, zumal die Managementaussagen zuvor recht solide gewirkt hatten.
Vertrauen muss erst wieder wachsen
Erschwerend kommt der überraschende Abgang des Finanzchefs hinzu. Meiner Meinung nach braucht es bei solchen Führungswechseln immer Zeit, bis der Markt wieder Vertrauen fasst. Die MDax-Aktie muss dieses Vertrauen erst neu aufbauen.
Für die Börse dürfte die Meldung kurzfristig ein klares Signal sein: Die Erwartungen an Auto1 werden nach unten korrigiert, der Verkaufsdruck könnte anhalten. Sollten die Anfang November anberaumten Quartalszahlen die gesenkten Prognosen bestätigen oder gar unterschreiten, wäre weiterer Gegenwind für die Aktie kaum zu vermeiden. Erst wenn das Management Klarheit über die Nachfolge im Finanzbereich schafft und die Zahlen stabilere Trends zeigen, dürfte sich das Chartbild von Auto1 wieder aufhellen.
Quelle: dpa-AFX
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