BASF-Aktie: Gerade noch die Kurve bekommen?
Evonik-Poker sorgt für Unsicherheit
Unter dem Punkt „Der Markt fordert Disziplin“ ordnete mein Kollege Vincent Uhr gestern die jüngsten Spekulationen um eine mögliche Evonik-Übernahme ein. Demnach soll Evonik ein BASF-Angebot von ungefähr 22,15 € je Aktie beziehungsweise rund 10,3 Milliarden € zunächst abgelehnt haben. Strategisch könnte ein Zusammenschluss aufgrund erheblicher Synergien durchaus Sinn ergeben, doch Anleger fürchten, dass BASF während des eigenen Konzernumbaus für eine Großübernahme zu tief in die Tasche greifen könnte.
Operativ läuft es bei BASF inzwischen deutlich besser. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um +16,4% auf 17,2 Milliarden €, während das EBITDA vor Sondereinflüssen um +53,6% auf 2,45 Milliarden € zulegte. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern inzwischen ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden €. Zusätzlich läuft seit August ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1 Milliarde €, nachdem von November 2025 bis Juni 2026 bereits Aktien für rund 1,5 Milliarden € zurückgekauft worden waren.
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Zur Signallage

Quelle Chart: stock3
Der zuletzt hervorgehobene Unterstützungsbereich um 50,08 € hat seinen ersten größeren Belastungstest bestanden. Zugleich wurde die seit dem Julitief verlaufende Aufwärtstrendlinie verteidigt, sodass das bevorzugte Szenario weiterhin nach oben weist. Kann sich BASF nun oberhalb von 50,08 € stabilisieren, dürfte zunächst 51,66 € wieder in den Fokus rücken. Darüber wartet bei 52,68 € der nächste entscheidende Widerstand. Ein nachhaltiger Ausbruch würde anschließend Potenzial bis 54,04 und 54,93 € eröffnen.
Von Entwarnung kann allerdings noch nicht gesprochen werden. Fällt die Aktie nachhaltig unter 50,08 € und verliert damit zugleich die steigende Trendlinie, wäre die jüngste Rettung hinfällig. In diesem Fall dürfte sich die Korrektur zunächst bis 47,40 € ausweiten. Nur wenig darunter wartet bei 46,78 € die nächste Unterstützung. Spätestens in diesem Bereich müssten die Käufer erneut eingreifen, damit aus dem aktuellen Aufwärtstrend keine größere Trendwende nach unten entsteht.
ℹ️ BASF in Kürze
- BASF (WKN: BASF11) ist der nach Umsatz größte Chemiekonzern der Welt. Er ist in den sechs Segmenten Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Surface Technologies, Nutrition & Care und Agricultural Solutions tätig.
- Neben dem Hauptwerk in Ludwigshafen am Rhein betreibt der Konzern weltweit über 230 Produktionsstandorte in mehr als 90 Ländern.
- Der 1865 gegründete Traditionskonzern ist Mitglied im DAX und aktuell an der Börse mit rund 43 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Die BASF-Aktie hat an der entscheidenden Marke von 50,08 € gerade noch die Kurve bekommen und damit den kurzfristigen Aufwärtstrend verteidigt. Solange diese Zone hält, bleiben 51,66 und anschließend 52,68 € meine nächsten Ziele. Oberhalb davon wären wieder Kurse bis 54,93 € möglich. Ein nachhaltiger Bruch von 50,08 € würde das Bild dagegen deutlich eintrüben und 47,40 beziehungsweise 46,78 € auf die Agenda setzen.
Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.