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Quelle: ChatGPT

SpaceX-Aktie: Scheitert Musks Angriff auf AT&T?

Strategie auf Prüfstand
Vincent Uhr
SpaceX will Starlink vom Satelliteninternet zum vollwertigen Mobilfunkanbieter ausbauen. AT&T-Chef John Stankey hält diesen Plan allerdings für technisch und wirtschaftlich nicht tragfähig. Die Kritik trifft einen wichtigen Teil der Investmentstory: Bei einem Aktienkurs von 149,24 US$ und einer Bewertung von annähernd 2 Billionen US$ benötigt SpaceX neue Milliardengeschäfte – doch kann Starlink die etablierten Mobilfunknetze wirklich ersetzen?

20 Milliarden US$ zeigen Musks Ambitionen

SpaceX gibt rund 20 Milliarden US$ für insgesamt 65 Megahertz Mobilfunkspektrum von EchoStar aus. Bis zu 11 Milliarden US$ des Kaufpreises werden mit eigenen Aktien bezahlt. Damit besitzt SpaceX künftig eigene Frequenzen, über die handelsübliche Smartphones direkt mit Starlink-Satelliten kommunizieren können.

Die dazugehörigen kommerziellen Vereinbarungen sehen zunächst vor, Kunden von EchoStars Mobilfunkmarke Boost Mobile mit Text-, Sprach- und Breitbanddiensten zu versorgen. SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell formuliert die Ziele jedoch wesentlich aggressiver: Starlink soll Kunden von AT&T, Verizon und T-Mobile abwerben.

Dabei geht es nicht mehr nur um Funklöcher. SpaceX will einen eigenen Mobilfunkvertrag anbieten und damit einen großen Teil der Wertschöpfung selbst übernehmen.

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Die Physik spricht zunächst für AT&T

Starlink verfügt inzwischen über 12 Millionen Kunden, mehr als 10.000 Satelliten und eine Abdeckung in 167 Ländern. Diese Infrastruktur ist ideal, um abgelegene Regionen, Schiffe, Flugzeuge oder Katastrophengebiete zu versorgen.

In dicht besiedelten Städten stößt das Satellitenmodell jedoch an Grenzen. Die verfügbare Kapazität eines Satellitenstrahls muss sich auf sämtliche Nutzer in seinem Versorgungsgebiet verteilen. Eine unabhängige Untersuchung schätzte die Leistung der ersten Direct-to-Cell-Generation unter freiem Himmel auf rund 4 Megabit pro Sekunde und Strahl. Innerhalb von Gebäuden verschlechtert sich der Empfang zusätzlich.

Auch das verfügbare Spektrum ist begrenzt. Die etablierten US-Anbieter besitzen zusammen ungefähr 1.000 Megahertz, während SpaceX mit 65 Megahertz startet. Für flächendeckendes Streaming und datenintensive Anwendungen reicht eine reine Satellitenlösung daher vorerst nicht.

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Starlink-Schüsseln werden zu Mobilfunkzellen

SpaceX hat dafür eine ungewöhnliche Lösung. Neben Starlink-Antennen auf Häusern und Unternehmensgebäuden sollen kleine terrestrische Mobilfunkstationen installiert werden. Diese könnten zusätzliche Kapazität bereitstellen, während die Satelliten vor allem schwer erreichbare Gebiete versorgen.

Stankey hält auch diesen Ansatz für wenig überzeugend. Nach seiner Einschätzung könnte der Aufbau eines solchen Netzes ähnlich teuer werden wie die Errichtung klassischer Mobilfunkmasten. Zudem benötigt SpaceX die Zustimmung der jeweiligen Hauseigentümer und muss die Stationen mit Strom, Wartung und ausreichender Datenanbindung versorgen.

Ganz von der Hand zu weisen ist Musks Idee dennoch nicht. SpaceX besitzt bereits Millionen Kundenstandorte und könnte vorhandene Starlink-Schüsseln schrittweise zu einem verteilten Netz ausbauen. Dadurch wären zumindest Teile der notwendigen Infrastruktur bereits vorhanden.

Als Partner könnte SpaceX mehr verdienen

Die wirtschaftlich attraktivste Strategie dürfte daher nicht in der vollständigen Verdrängung von AT&T oder T-Mobile liegen. Starlink könnte vielmehr als zusätzliche Netzebene fungieren und Mobilfunkanbietern die Versorgung von Funklöchern, ländlichen Gebieten sowie Verkehrswegen verkaufen.

Schon heute ist das Verbindungsgeschäft der wichtigste Umsatzbringer von SpaceX. Im zweiten Quartal stiegen die Konzernerlöse um 90% auf 7,8 Milliarden US$. Starlink steuerte mehr als die Hälfte bei und wuchs um 66%. Allerdings sank der durchschnittliche Umsatz je Kunde um 22%, weil SpaceX in günstigere internationale Märkte expandierte.

Mobilfunk-Zusatzdienste könnten diesen Rückgang abfedern und die vorhandenen Satelliten besser monetarisieren. Dafür muss SpaceX nicht zwingend einen jahrzehntelang aufgebauten Mobilfunkkonzern vollständig ersetzen.

ℹ️ Space Exploration Technologies Corp. in Kürze

  • SpaceX ist ein führendes privates Raumfahrtunternehmen mit dem Ziel, die Raumfahrt durch kostengünstige Raketen zu revolutionieren. Mittlerweile sind viele Raketenteile wiederverwendbar, somit wurde die Raumfahrt wesentlich preiswertet.
  • Das Unternehmen wurde 2002 von Elon Musk gegründet und entwickelte sich zu einem der führenden Weltraumunternehmen der Welt. Der Konzern gliedert sich in die Sparten Raumfahrt, und Satelliten, verbunden mit Starlink sowie neuerdings in die KI-Sparte xAI.
  • Die Aktie wird an der Nasdaq gelistet. Der Unternehmenswert liegt bei etwa 2,03 Billionen US$.

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Vincent Uhr

Fazit

AT&T verteidigt sein eigenes Geschäftsmodell, doch Stankeys technische Einwände sind berechtigt. Starlink dürfte klassische Mobilfunknetze vorerst nicht ersetzen, kann sie aber weltweit sinnvoll ergänzen und damit ein weiteres Milliardengeschäft aufbauen. Bei fast 2 Billionen US$ Börsenwert ist bereits viel Erfolg eingepreist – die SpaceX-Aktie bleibt für mich daher eine Halteposition, aber auf Basis der Mobilfunkfantasie allein kein Kauf.