BMW-Aktie: Reicht das wirklich?
Das ist völlig ambitionslos
Die Kursreaktion der BMW-Aktie zeigt, dass die Börse offenbar nicht sonderlich angetan ist von den Neuigkeiten, die das Management des bayerischen Autobauers gestern auftischte. In der Tat ist die Zielsetzung der BMW-Führung nicht besonders ambitioniert und die Unsicherheit nach wie vor groß. Auf viele wichtigen Fragen blieben konkrete Antworten aus.
Im Fokus von Analysten und Anlegern standen die Margenziele des deutschen Autoherstellers. Für das Jahr 2028 rechnet BMW nun mit einer EBIT-Marge zwischen 3 und 5%. Bis Anfang der 2030er-Jahre soll die operative Marge dann auf 8 bis 10% ansteigen.
Zur Erinnerung: Für 2026 rechnet BMW mit einer EBIT-Marge von 1 bis 3%. Das bedeutet, dass der Autokonzern seine Marge innerhalb der kommenden zwei Jahre um 2% anheben will. Für einen Premiumautohersteller sind das überhaupt keine Ambitionen.
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Die neue 3er-Reihe kommt
Zur Anhebung der Marge soll auch die neue 3er-Klasse einen wichtigen Beitrag leisten. Erstmals ist hier ein vollelektrisches Modell im Programm, der BMW i3 auf Basis der Neuen Klasse.
Gleichzeitig bleiben Benziner, Hybride und Plug-in-Hybride im Programm. Interessant ist, dass es in Zukunft keinen Diesel mehr beim 3er geben wird. BMW begründet das mit der weltweit rückläufigen Nachfrage nach Diesel-Pkw.
BMW will rund 2 Milliarden € in die Produktion der neuen 3er-Reihe und die Batterieproduktion investieren. Gefertigt wird in Deutschland: der elektrische i3 in München, Verbrenner und Plug-in-Hybride in Dingolfing. Die Batterien kommen aus dem neuen Werk in Irlbach-Straßkirchen.
Ob die neue 3er-Reihe ein Erfolg wird, insbesondere das vollelektrische Modell, lässt sich Stand heute noch nicht beurteilen. Der große Bruder iX3 scheint zumindest auf dem europäischen Markt recht gut angenommen zu werden. Seit der Vorstellung konnte BMW bereits 100.000 Bestellungen einsammeln.
Es wird düster im Chart
Charttechnisch sieht es für die BMW-Aktie momentan sehr düster aus. Der zwischenzeitliche Boden bei 57 € hat nicht gehalten und der DAX-Titel hat Kurs auf die 50 €-Marke genommen. Sollte auch diese psychologisch wichtige Marke fallen, dürfte es nicht lange dauern, bis der Autotitel auch das 10-Jahrestief bei 46 € ins Visier nehmen wird.
Für BMW reicht das einfach nicht
Wie in meiner letzten Analyse rate ich Anlegern auch weiterhin von einem Kauf der BMW-Aktie ab. Die Margenziele des Managements sind für einen Premiumhersteller ein schlechter Scherz. Eine Margenverbesserung um 1% pro Jahr ist viel zu wenig und ein Zielwert im hohen einstelligen Prozentbereich in rund fünf Jahren ist es noch viel mehr.
Sogar Volkswagen will bis dahin ein ähnliches Profitabilitätsniveau wie BMW erreichen. Aber BMW ist eben nicht Volkswagen, sondern ein Premiumautohersteller.
Die Margenprognose zeigt die ganze Misere des bayerischen Autobauers. BMW kann derzeit kaum kostendeckend Autos produzieren und es wird dem Konzern auch in den nächsten Jahren de facto nicht gelingen.
Das ist ein Armutszeugnis. Und dem Strich bedeutet es nämlich, dass die Bayern nicht in der Lage sind, mit Elektroautos Geld zu verdienen. Heute nicht, morgen nicht und übermorgen auch nicht.
In Europa mag BMW noch eine treue Fangemeinde haben, die bereit ist, die viel zu hohen Preise für die Fahrzeuge aus deutscher Produktion zu bezahlen. In China haben Autokäufer diese Bereitschaft längst nicht mehr.
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ℹ️ BMW in Kürze
- Die BMW AG (WKN: 519000) baut Automobile und Motorräder im Premiumbereich. Neben der Stammmarke BMW gehören auch die Marken Mini und Rolls-Royce zum Autokonzern aus München.
- Mit rund 2,6 Millionen abgesetzten Fahrzeugen (2025) zählt BMW zu den 15 größten Autoherstellern der Welt.
- BMW ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Mit einem Börsenwert von 34 Milliarden € ist der Autobauer eines der wertvollsten Unternehmen Deutschlands.
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Fazit
Ich sehe weiterhin schwarz für die BMW-Aktie. Die Profitabilitätsziele des Autobauers sind für einen Premiumhersteller viel zu gering.
Selbst eine Bewertung mit einem Forward-KGV von knapp über 6 ist mir vor diesem Hintergrund noch zu hoch. Die Talfahrt der BMW-Aktie wird sich meiner Meinung nach noch fortsetzen. Ich gehe davon aus, dass auch das 10-Jahrestief bei 46 € noch fallen wird.