Apple-Aktie: Ternus räumt auf – die Marge steht auf dem Spiel!
Weniger Manager, mehr Ingenieure
Ternus erwägt, Teile des mittleren Managements abzubauen und den direkten Austausch zwischen Entwicklern und Führungsspitze zu verbessern. Im Hardwarebereich mussten bereits mehrere sogenannte Engineering Program Manager ihre bisherigen Positionen aufgeben. Betroffen sind Berichten zufolge auch rund ein halbes Dutzend Direktoren.
Diese Manager entwickeln selbst keine Produkte, koordinieren aber Zeitpläne und die Zusammenarbeit verschiedener Teams. Weniger Hierarchie kann Entscheidungen beschleunigen. Gleichzeitig steigt das Risiko, dass komplexe Entwicklungsprojekte schlechter aufeinander abgestimmt werden.
Für Apple ist dieser Punkt besonders wichtig. Hardware, Betriebssysteme und eigene Chips müssen bei der Markteinführung zuverlässig zusammenarbeiten. Der Konzern kann sich bei einem Produkt wie dem iPhone kaum unfertige Funktionen oder größere Qualitätsprobleme leisten.
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Der feste Veröffentlichungskalender fällt
Noch interessanter erscheint die mögliche Abkehr von den traditionellen Produktvorstellungen im Frühjahr und Herbst. Neue Geräte könnten künftig über das gesamte Jahr verteilt erscheinen.
Damit würde Apple nicht nur schneller auf technologische Veränderungen reagieren. Der Konzern könnte seine Umsätze auch gleichmäßiger verteilen und verhindern, dass Kunden Käufe monatelang aufschieben, weil sie auf den nächsten großen Präsentationstermin warten.
Geplant sind unter anderem AirPods mit Kameras, eine Datenbrille und ein vollständig überarbeitetes iPhone zum 20. Geburtstag der Produktreihe. Ein breiteres Angebot schafft zusätzliche Umsatzchancen, erhöht aber zugleich die Gefahr, Entwicklungskapital auf zu viele Projekte zu verteilen.
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Einschnitte bei Siri und KI bergen Risiken
Apple verkleinert außerdem Teams rund um Siri, Vision Pro und Teile der KI-Softwareentwicklung. Frühphasige Projekte werden überprüft oder eingestellt. Ein Plan, etwa 5.000 Stellen im AppleCare-Kundenservice durch KI-Agenten zu ersetzen, liegt dagegen vorerst auf Eis.
Das Vorgehen wirkt widersprüchlich. Ternus will Apple im KI-Zeitalter schneller und experimentierfreudiger machen, reduziert aber teilweise ausgerechnet jene Bereiche, in denen der Konzern technologisch aufholen muss.
Entscheidend ist deshalb, ob Apple tatsächlich Bürokratie und schwache Projekte entfernt oder dringend benötigte Entwickler verliert. Reine Kostensenkungen wären angesichts der bestehenden KI-Lücke zu wenig.
Der finanzielle Druck nimmt zu
Operativ steht Apple weiterhin stark da. Im Juni-Quartal erhöhte sich der Umsatz um 16,4% auf 109,42 Milliarden US$. Die iPhone-Erlöse sprangen um 21,7% auf 54,25 Milliarden US$, während die Mac-Sparte sogar um 28,7% wuchs.
Im Servicegeschäft fiel die Entwicklung schwächer aus. Der Umsatz stieg zwar um 12,1% auf 30,74 Milliarden US$, blieb aber unter den Erwartungen und sank gegenüber dem vorherigen Quartal. Regulatorische Eingriffe in das App-Store-Modell belasten die lukrativen Provisionen.
Gleichzeitig verteuern Engpässe bei Speicherchips die Hardwareproduktion. Ohne eine Rückerstattung von Einfuhrabgaben lag die Bruttomarge im vergangenen Quartal bei 48,1% und soll zuletzt weiter unter Druck geraten sein. Schnellere Produktentwicklung und niedrigere Verwaltungskosten könnten diese Belastungen teilweise ausgleichen.
ℹ️ Apple in Kürze
- Apple (WKN: 865985) mit Sitz im kalifornischen Cupertino ist ein US-Technologiekonzern, der Hardware wie Smartphones, Notebooks, Tablets und Unterhaltungselektronik sowie Betriebssysteme und Anwendungssoftware entwickelt und vertreibt.
- Darüber hinaus betreibt der Konzern ein Online-Portal für den Vertrieb von Filmen, Musik und Software.
- Apple ist Mitglied in allen drei US-Leitindizes Dow Jones Industrial, Nasdaq 100 und S&P 500 und mit einer Marktkapitalisierung von ca. 4,81 Billionen US$ ist Apple derzeit das drittwertvollste Unternehmen der Welt.
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Fazit
Ternus setzt an den richtigen Stellen an: Apple benötigt mehr Geschwindigkeit und weniger Bürokratie. Einschnitte bei KI und Siri dürfen jedoch nicht zur Schwächung der Innovationskraft führen. Bei einem Kurs von rund 329 US$ und einem KGV von knapp 38 ist ein erfolgreicher Umbau bereits weitgehend eingepreist. Für mich bleibt die Apple-Aktie daher eher eine Halteposition.