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Coinbase-Aktie: Bringt der neue Krypto-Aufschwung den Kurs zum Fliegen?

Wachstum zwingend nötig
Redaktion
Die Aktie von Coinbase Global könnte von der jüngsten Erholung der Kryptomärkte und den weiteren Perspektiven profitieren, nachdem Bitcoin zuvor mehr als die Hälfte seines Wertes eingebüßt hatte. Trotz der weiterhin offenen regulatorischen Fragen eröffnet die zunehmende Nutzung digitaler Vermögenswerte Coinbase zusätzliche Wachstumschancen.

Coinbase betreibt eine Plattform für den Handel und die Verwahrung von Kryptowährungen und erweitert sein Geschäftsmodell zunehmend über das klassische Transaktionsgeschäft hinaus. Dazu zählen unter anderem Stablecoins, tokenisierte Wertpapiere, Prognosemärkte und weitere Dienstleistungen rund um digitale Vermögenswerte.

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Gescheiterte Regulierung verändert die Ausgangslage

Der Clarity Act konnte im US-Senat nicht die erforderlichen 60 Stimmen erreichen und damit nicht in die nächste Phase des Gesetzgebungsverfahrens eintreten. Ziel des Gesetzes war es, klarere regulatorische Rahmenbedingungen für Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte zu schaffen.

Ein wesentlicher Streitpunkt betraf Stablecoins und die damit verbundenen Vergütungsmodelle. Insbesondere aus dem Bankensektor gab es Bedenken, dass attraktive Stablecoin-Renditen Einlagen aus dem traditionellen Finanzsystem abziehen könnten.

Coinbase-Chef Brian Armstrong hatte im Zusammenhang mit dem Gesetz zudem auf weitere mögliche Probleme hingewiesen. Dazu gehörten unter anderem Einschränkungen für tokenisierte Aktien, mögliche Beschränkungen für dezentrale Finanzanwendungen sowie Veränderungen bei den Zuständigkeiten der US-amerikanischen Aufsichtsbehörden.

Parallel dazu hat die US-Börsenaufsicht SEC einen zeitlich begrenzten regulatorischen Rahmen für den Handel mit tokenisierten Wertpapieren geschaffen. Damit entstehen für Coinbase Möglichkeiten, einige der geplanten Geschäftsbereiche auch ohne eine umfassende neue Gesetzgebung weiterzuentwickeln.

Stablecoins eröffnen einen Milliardenmarkt

Während die politische Diskussion über neue Regeln weitergeht, entwickelt sich der Markt für digitale Vermögenswerte unabhängig davon weiter. Insbesondere Stablecoins verzeichnen stark steigende Transaktionsvolumina.

Für Coinbase ist dabei die eigene Stablecoin USDC von besonderer Bedeutung. Das Unternehmen kann die Attraktivität des Produkts erhöhen, indem es die Einsatzmöglichkeiten von USDC erweitert und damit stärker auf dessen tatsächlichen Nutzen als Zahlungsmittel und Abwicklungsinstrument setzt.

Das langfristige Potenzial geht jedoch über Stablecoins hinaus. Für den Markt wird bis 2030 ein deutliches Wachstum bei Stablecoins erwartet, während tokenisierte Vermögenswerte ebenfalls einen erheblichen Teil des traditionellen Finanzsystems digital abbilden könnten. Hinzu kommen neue Anwendungsfelder wie Transaktionen zwischen KI-Agenten, die einen weiteren potenziellen Markt für Blockchain-Infrastruktur schaffen.

Erholung der Kryptowährungen verbessert die Aussichten

Wie bei vielen Unternehmen aus dem Kryptosektor hängen die Geschäftszahlen von Coinbase stark von der Aktivität an den Märkten für digitale Vermögenswerte ab. Nach einer schwierigen Phase hat das Unternehmen sein Angebot gleichzeitig um Prognosemärkte und den Handel mit tokenisierten Aktien erweitert, wobei sich diese Geschäftsbereiche noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden.

Belastend wirkten zuletzt die niedrigeren Kryptowährungspreise auch auf die Umsätze aus Abonnements und Dienstleistungen. Im zweiten Quartal 2026 erzielte Coinbase in diesem Bereich 555 Millionen Dollar, nachdem im dritten Quartal 2025 noch ein Höchststand von 717 Millionen Dollar erreicht worden war.

Die Einnahmen aus Blockchain-Rewards gingen ebenfalls zurück, was unter anderem mit niedrigeren Kryptowährungspreisen und veränderten Vergütungssätzen zusammenhing. Gleichzeitig erwies sich das Geschäft mit Abonnements und Dienstleistungen als stabiler als die transaktionsabhängigen Einnahmen.

Die Transaktionserlöse lagen im zweiten Quartal bei 599 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Im vierten Quartal 2024 waren es noch 1,556 Milliarden Dollar gewesen.

Steigende Kurse könnten die Geschäftsentwicklung beschleunigen

Trotz der schwächeren Marktphase konnte Coinbase seine verwalteten Vermögenswerte bei rund 10 Milliarden Dollar halten. Zum Ende Juli hatte das Unternehmen für das dritte Quartal zunächst mit einem Umsatz von weniger als 1 Milliarde Dollar gerechnet und für das Geschäft mit Abonnements und Dienstleistungen 500 bis 580 Millionen Dollar in Aussicht gestellt.

Seit der Veröffentlichung der Quartalszahlen haben sich die Kurse von Bitcoin und Ethereum jedoch deutlich erholt. Beide Kryptowährungen liegen rund 30 Prozent über dem Niveau von zwei Monaten zuvor. Dadurch könnten sich die operativen Rahmenbedingungen für Coinbase im weiteren Jahresverlauf verbessern.

Die damaligen Konsensschätzungen der Analysten scheinen die veränderte Marktlage noch nicht vollständig widerzuspiegeln. Für das dritte Quartal wurde ein Umsatz von rund 1,16 Milliarden Dollar erwartet, während für das vierte Quartal 1,34 Milliarden Dollar im Raum standen.

Sollte sich die Erholung des Kryptomarktes fortsetzen, könnte Coinbase perspektivisch wieder auf Quartalsumsätze von etwa 1,25 bis 1,5 Milliarden Dollar kommen. Zusätzlich entstehen neue Umsatzquellen durch das Derivategeschäft, die Prognosemärkte und den Handel mit tokenisierten Aktien. Die Prognosemärkte erreichten im zweiten Quartal bereits eine annualisierte Umsatzrate von rund 100 Millionen Dollar.

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Bewertung verlangt weiteres Wachstum

Die Marktkapitalisierung von Coinbase liegt bei rund 50 Milliarden Dollar, während der Unternehmenswert bei etwa 40 Milliarden Dollar liegt. Damit muss das Unternehmen seine Einnahmen über die aktuelle Erholungsphase hinaus weiter steigern, damit die Bewertung durch zusätzliches operatives Wachstum untermauert werden kann.

Gerade die Kombination aus dem potenziell stark wachsenden Stablecoin-Geschäft und den neu erschlossenen Märkten macht die langfristige Entwicklung interessant. Gleichzeitig bleibt die Regulierung ein wesentliches Risiko, denn anhaltende Unsicherheit könnte die Expansion bei Stablecoins und anderen Blockchain-Anwendungen erschweren.

Für die Aktie bedeutet dies, dass ein Teil der künftigen Erwartungen bereits in der Bewertung enthalten sein dürfte. Eine nachhaltige Verbesserung der Kryptomärkte und der Aufbau neuer Geschäftsbereiche wären daher wichtige Faktoren für die weitere Entwicklung von Umsatz und Ergebnis.

ℹ️ Coinbase in Kürze

  • Coinbase (WKN: A2QP7J) mit Sitz in San Francisco ist die weltweit größte börsennotierte Handelsplattform für Kryptowährungen.
  • Über Coinbase können Anleger rund 250 Kryptowährungen, 3 Fiat-Währungen und knapp 600 Kryptowährungspaare handeln.
  • Das 2012 gegründete Unternehmen notiert seit 2021 an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist ca. 50 Milliarden US$ wert.

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Redaktion

Fazit

Coinbase verfügt über mehrere Wachstumstreiber, die über das klassische Kryptobörsengeschäft hinausgehen und durch die Erholung der digitalen Vermögensmärkte zusätzlichen Rückenwind erhalten könnten. Gleichzeitig bleiben Bewertung und regulatorische Unsicherheit wesentliche Faktoren, die Anleger bei der Einschätzung der Aktie berücksichtigen müssen.

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