Die KI-Branche steht plötzlich unter Beschuss, und die Börse reagiert sofort. Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmens Anthropic, schlägt Alarm: Ein KI-Schwarm könnte seiner Einschätzung nach in sechs bis zwölf Monaten in der Lage sein, das gesamte Internet zu übernehmen, mit einem potenziellen Schaden von Hunderten Milliarden US$. Amodei rief die Branche dazu auf, die Entwicklung der leistungsfähigsten Modelle zu verlangsamen.
Nasdaq unter Druck
Die Reaktion an den Märkten ließ nicht lange auf sich warten. Schon in Asien gingen Technologiewerte auf Talfahrt, nachdem Forderungen nach einer stärkeren KI-Regulierung lauter wurden. Rund eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn in New York zeigte der Nasdaq 100 ein Minus von 1,7 Prozent auf 28.860 Punkte. Der Dow Jones Industrial verlor 0,4 Prozent, belastet zusätzlich durch einen wieder steigenden Ölpreis, der Konjunktur- und Inflationsängste neu entfachte.
Ölmarkt sorgt für zusätzlichen Gegenwind
Am Wochenende hatte der Ölmarkt gleich mehrere schlechte Nachrichten zu verdauen. Der Krieg im Nahen Osten setzt Saudi-Arabien heftig unter Druck. Nach der iranischen Blockade der Straße von Hormus und der wachsenden Bedrohung der Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Miliz im Jemen musste das Königreich nach Drohnenangriffen auch eine wichtige Pipeline abschalten. Das für diesen Montag geplante Außenministertreffen der Golfstaaten im Oman wurde zudem verschoben.
Halbleiterwerte besonders hart getroffen
Besonders im Fokus standen Halbleiteraktien. Nvidia, Micron, Intel und Marvell Technology wiesen im vorbörslichen US-Handel Kursverluste im Bereich von gut zwei bis fast acht Prozent auf. Timothy Arcuri von der UBS sprach in diesem Zusammenhang von einem neuen, erheblichen Risikofaktor für die Chipbranche. Er glaubt zwar nicht an eine massive, fundamentale Verlangsamung der Bewegung, führende KI-Labore hätten schließlich erst kürzlich weitreichende neue Infrastruktur-Investitionen angekündigt. Um die Erwartungen zu erfüllen, müsse man aber von einem ausgesprochen positiven Szenario für den Infrastrukturausbau ausgehen.
Cybersicherheit als Gewinner
Auf der Gewinnerseite landeten Cybersicherheitsunternehmen. Okta, Palo Alto und Crowdstrike legten zwischen vier und fünf Prozent zu. Die Logik dahinter ist einleuchtend: Wer KI als Bedrohung wahrnimmt, investiert in Schutzmaßnahmen.
Quelle: dpa-AFX
Wenn Du die Märkte im Blick behalten möchtest, bist Du mit unseren kompakten und verlässlichen Updates immer einen Schritt voraus. Im SD Insider Newsletter berichten wir regelmäßig über relevante Nachrichten aus Wirtschaft, Börse und den einzelnen Unternehmen.