Uber-Aktie: 3.300 Jobs weg – jetzt kommen die Kampfpreise!
Die Einsparungen landen beim Kunden
Uber reduziert insbesondere Hierarchieebenen und kleine Teams. Die Zahl der sogenannten Micro-Teams mit nur ein oder zwei Mitarbeitern soll ungefähr halbiert werden. Gleichzeitig werden technische und operative Einheiten zusammengelegt.
Khosrowshahi will die frei werdenden Mittel in niedrigere Preise, eine größere Auswahl und neue Wachstumsprogramme investieren. Auch Einsparungen bei den Versicherungskosten sollen teilweise an die Kunden weitergegeben werden. Damit ist der Stellenabbau weniger ein klassisches Margenprogramm als eine Finanzierungsoffensive für weiteres Wachstum.
Niedrigere Preise können mehr Nutzer und zusätzliche Fahrten auf die Plattform bringen. Ein größeres Fahrtenvolumen verbessert wiederum die Auslastung der Fahrer und verkürzt die Wartezeiten. Genau dieser Netzwerkeffekt ist Ubers wichtigster Schutz gegen kleinere Konkurrenten.
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Uber wächst bereits schneller als der Markt
Die Ausgangslage ist stark. Im zweiten Quartal stieg die Zahl der monatlich aktiven Plattformnutzer um 16% auf 208 Millionen. Die Zahl der Fahrten und Bestellungen erhöhte sich um 18% auf 3,87 Milliarden, während die Bruttobuchungen um 24% auf 58 Milliarden US$ zulegten.
Im Mobilitätsgeschäft wuchsen die Buchungen um 22% auf knapp 29 Milliarden US$. Bei Lieferdiensten betrug das Plus sogar 26%. Uber gewinnt damit bereits neue Nutzer, bevor die möglichen Preissenkungen ihre Wirkung entfalten.
Die Offensive richtet sich nicht nur gegen klassische Wettbewerber wie Lyft und Bolt. Waymo, Tesla und Amazons Zoox bauen eigene Robotaxi-Angebote auf. Uber muss verhindern, dass diese Unternehmen eine direkte Beziehung zu den Fahrgästen aufbauen und die Plattform langfristig umgehen. Günstigere Fahrten können Kunden in der Uber-App halten, bis der Konzern ein breiteres Angebot autonomer Fahrzeuge integriert hat.
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Die Marge darf nicht dauerhaft warten
Finanziell kann sich Uber die Wachstumsinvestitionen leisten. Das bereinigte EBITDA stieg im zweiten Quartal um 33% auf 2,82 Milliarden US$. Die entsprechende Marge bezogen auf die Bruttobuchungen verbesserte sich von 4,5 auf 4,9%. Der freie Cashflow erhöhte sich um 13% auf 2,79 Milliarden US$ und überschritt auf Sicht der vergangenen zwölf Monate erstmals 10 Milliarden US$.
Damit ist Uber heute wesentlich profitabler als während früherer Preiskämpfe. Trotzdem besteht die Gefahr, dass dauerhaft niedrige Fahrpreise einen zu großen Teil der Skaleneffekte aufzehren. Anleger sollten deshalb beobachten, ob das zusätzliche Volumen schneller wächst als die Kosten für Rabatte, Fahrerprämien und Versicherungen.
Bei einem Aktienkurs von rund 71,70 US$ wird Uber ungefähr mit dem 11-Fachen des für 2027 erwarteten freien Cashflows bewertet. Das erscheint angesichts des zweistelligen Wachstums attraktiv. Bemerkenswert ist außerdem, dass Khosrowshahi kürzlich Uber-Aktien für rund 10 Millionen US$ kaufte. COO Andrew Macdonald investierte weitere 5,3 Millionen US$.
ℹ️ Uber Technologies in Kürze
- Uber (WKN: A2PHHG) ist eine globale Vermittlungsplattform für Fahrdienste mit Hauptsitz in San Francisco, Kalifornien (USA).
- Das Unternehmen ist weltweit in knapp 100 Ländern und über 10.000 Städten aktiv.
- Zudem setzt Uber zunehmend auf Bereiche wie Food-Delivery (jüngstes Übernahme-Angebot für Delivery Hero im Juli 2026) und autonomes Fahren durch Partnerschaften mit Waymo, WeRide, Avride, Rivian und Lucid).
- Uber ist im US-Leitindex S&P 500 vertreten und mit rund 146 Milliarden US$ bewertet.
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Fazit
Der Stellenabbau dient vor allem dazu, Marktanteile und die Position im kommenden Robotaxi-Zeitalter abzusichern. Diese Strategie halte ich angesichts des starken Cashflows für nachvollziehbar. Langfristig reicht Wachstum allein jedoch nicht: Uber muss beweisen, dass mehr Fahrten auch zu höheren Margen führen. Gelingt dieser Spagat, erscheint die Aktie auf dem aktuellen Niveau attraktiv.