Robinhood-Aktie: Auf diese Marke kommt es nun an
Vom Broker zur Fintech-Plattform
Robinhood liefert derzeit gleich mehrere Argumente für steigende Kurse. Besonders spannend ist der Einstieg in das IPO-Underwriting-Geschäft. Beim geplanten Börsengang des Smart-Ring-Herstellers Oura tritt Robinhood erstmals als Underwriter auf. Damit erschließt sich das Unternehmen eine zusätzliche Einnahmenquelle und kann seine Millionen Privatanleger noch stärker in den IPO-Markt integrieren.
Auch operativ läuft es rund. Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz um 32% auf 1,31 Mrd. US$, das bereinigte EBITDA legte um 35% auf 741 Mio. US$ zu. Gleichzeitig stieg der Gewinn je Aktie um 48% auf 0,62 US$. Besonders wichtig: Die Abhängigkeit vom Kryptohandel nimmt ab, während Aktien-, Options- und Event-Contract-Geschäft kräftig wachsen.
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Robinhood Chain als neuer Wachstumsmotor
Für zusätzliche Fantasie sorgt die im Juli gestartete Robinhood Chain. Die Ethereum-Layer-2-Blockchain verzeichnet bereits hohe Handelsvolumina und Gebühreneinnahmen. StoneX traut dem Geschäft bis 2029 sogar rund 980 Mio. US$ Umsatz bei einer Marge von 85% zu. Bernstein sieht bis 2028 Gebühreneinnahmen von bis zu 160 Mio. US$ jährlich.
Parallel entwickeln sich die Prognosemärkte zum zweiten wichtigen Wachstumstreiber. Im zweiten Quartal wurden 13,6 Mrd. Event Contracts gehandelt, der Umsatz sprang auf 156 Mio. US$. Mit dem Start der Football-Saison in den USA könnte die Dynamik weiter zunehmen.
August-Daten überzeugen
Die jüngsten Betriebsdaten bestätigen den Wachstumskurs. Im August stieg das Plattformvermögen um 26% gegenüber dem Vorjahr auf 384 Mrd. US$. Die Zahl der finanzierten Kunden erreichte 28,6 Millionen. Das Krypto-Handelsvolumen sprang gegenüber Juli um 61% auf 17,5 Mrd. US$. Auch Nettoeinlagen und Gold-Abonnements entwickeln sich positiv.
Rückenwind kommt zudem von prominenter Seite: ARK Invest kaufte zuletzt Robinhood-Aktien. Gleichzeitig haben mehrere Analysten ihre Kursziele angehoben. Goldman Sachs sieht den fairen Wert nun bei 142 US$, Jefferies bei 140 US$, Bernstein bei 160 US$ und StoneX sogar bei 170 US$. Der Analystenkonsens signalisiert insgesamt weiterhin eine klare Kaufneigung.
Bewertung bleibt der Haken
Die Kehrseite der starken Wachstumsstory ist die Bewertung. Mit einem KGV von rund 50 und einem Forward-KGV von über 40 ist Robinhood alles andere als günstig. Entsprechend viel zukünftiges Wachstum ist bereits eingepreist. Enttäuschungen bei Handelsaktivität, Krypto oder Prognosemärkten könnten deshalb heftige Kursreaktionen auslösen.
Chartbild macht Mut
Technisch hat sich die Lage dagegen deutlich verbessert. Nach fast sechs Monaten Abwärtsbewegung summiert sich das Plus seit dem Tief Ende März inzwischen auf knapp +80%. Der Bruch der Abwärtstrendlinie und die Rückkehr über 100 US$ waren wichtige Signale. Anfang August folgte zudem ein Golden Cross, bei dem die 50-Tage-Linie die 200-Tage-Linie nach oben kreuzte. Beim letzten Auftreten dieses Signals Anfang 2024 folgte eine kräftige Rallye und der Kurs vervielfachte sich.
ℹ️ Robinhood in Kürze
- Robinhood Markets (WKN: A3CVQC) ist ein US-amerikanisches Finanzdienstleistungsunternehmen mit Hauptsitz in Menlo Park in Kalifornien.
- Über die Online-Handelsplattform des Unternehmens können Privatanleger in Aktien, ETFs, Derivate, Kryptowährungen und weitere Finanzanlagen investieren.
- Robinhood hat derzeit etwa 27 Millionen aktive Nutzer.
- Robinhood notiert an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist aktuell ca. 102 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Jetzt kommt es zunächst auf die Marke von 120 US$ an. Dort verläuft das 61,8%-Fibonacci-Retracement der vorherigen Abwärtsbewegung. Gelingt der nachhaltige Ausbruch, wäre der Weg zum bisherigen Rekordhoch bei 153,86 US$ frei. Die Aktie ist zwar nicht frei von Risiken, die Kombination aus operativer Dynamik, neuen Geschäftsfeldern und einem verbesserten Chartbild spricht meines Erachtens trotz hoher Bewertung aber für weitere Kurschancen.
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