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SpaceX-Aktie: 920-Millionen-US$-Vertrag stockt – Alarmzeichen?

Deal mit Google im Blick
Vincent Uhr
SpaceX muss seine KI-Infrastruktur in Tennessee und Mississippi offenbar umfangreicher umbauen als geplant. Probleme mit der Stromversorgung und Kühlung verzögern die Bereitstellung von Rechenleistung für Google. Das ist brisant: Ab Oktober soll der Tech-Riese monatlich 920 Millionen US$ an SpaceX zahlen. Für Anleger wird der Vorgang zum Realitätscheck für die milliardenschwere KI-Strategie.

110.000 GPUs müssen zuverlässig laufen

Der mehrjährige Vertrag verschafft Google Zugriff auf rund 110.000 Grafikprozessoren von Nvidia sowie die dazugehörige Infrastruktur. Google benötigt die Kapazitäten unter anderem, um die überraschend hohe Nachfrage nach seinen Gemini-Produkten zu bewältigen.

Doch der bloße Besitz der Chips genügt nicht. Große KI-Rechenzentren benötigen enorme Mengen Strom, leistungsfähige Kühlsysteme und mehrfach abgesicherte Netzanbindungen. Genau hier scheint SpaceX auf Schwierigkeiten gestoßen zu sein. Nach monatelangen Problemen werden Teile der Anlagen nun umgebaut.

Kurzfristig ist das negativ, weil sich die volle Bereitstellung der Kapazitäten und damit möglicherweise auch entsprechende Zahlungen verzögern. Langfristig ist der Umbau jedoch sinnvoller, als ein noch größeres System auf einer unzuverlässigen technischen Basis aufzubauen.

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Der Vertrag lässt wenig Spielraum

Die Dimension des Geschäfts ist außergewöhnlich. Monatlich 920 Millionen US$ entsprechen auf ein volles Jahr hochgerechnet mehr als 11 Milliarden US$. Der Vertrag läuft nach bisheriger Planung bis Juni 2029. Damit zählt Google zu den mit Abstand wichtigsten Kunden der neuen KI-Sparte.

Allerdings enthält die Vereinbarung Kündigungsmöglichkeiten für den Fall, dass die vereinbarte GPU-Kapazität nicht rechtzeitig zur Verfügung steht. Ab 2027 sollen beide Seiten den Vertrag zudem mit einer Frist von 90 Tagen beenden können. SpaceX besitzt daher keine langfristig garantierte Gewinnmaschine, sondern muss die zugesagte Leistung dauerhaft erbringen.

Hinzu kommt der Anthropic-Vertrag. Dieser umfasst den Zugriff auf das Colossus-1-Rechenzentrum mit mehr als 220.000 GPUs und einer Leistung von rund 300 Megawatt. Zusammen könnten Google und Anthropic jährlich etwa 26 Milliarden US$ zahlen. Gleichzeitig steigt dadurch aber auch die Abhängigkeit von wenigen Großkunden.

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Aus dem Vorteil wird ein neues Risiko

SpaceX wollte mit der Verbindung von Raumfahrt, Starlink und KI einen einzigartigen Technologiekonzern schaffen. Die Verzögerung zeigt nun die Kehrseite: Der Betrieb von KI-Rechenzentren ist extrem kapitalintensiv und besitzt andere technische Anforderungen als das Satelliten- oder Raketengeschäft.

Die Nachfrage ist zweifellos vorhanden. Google würde keinen solchen Vertrag abschließen, wenn die Kapazitäten nicht dringend benötigt würden. Doch SpaceX muss beweisen, dass es die GPUs zuverlässig und wirtschaftlich betreiben kann. Entscheidend sind daher künftig weniger spektakuläre Angaben zur Anzahl der Chips als deren tatsächliche Verfügbarkeit, Auslastung und Profitabilität.

Das übrige Geschäft schafft immerhin einen Puffer. Allein Großbritannien hat zuletzt fast 40 Millionen US$ für Starlink- und Starshield-Dienste ausgegeben. Der gesamte Auftragsbestand von Starshield soll bereits mehr als 6 Milliarden US$ umfassen.

ℹ️ Space Exploration Technologies Corp. in Kürze

  • SpaceX ist ein führendes privates Raumfahrtunternehmen mit dem Ziel, die Raumfahrt durch kostengünstige Raketen zu revolutionieren. Mittlerweile sind viele Raketenteile wiederverwendbar, somit wurde die Raumfahrt wesentlich preiswertet.
  • Das Unternehmen wurde 2002 von Elon Musk gegründet und entwickelte sich zu einem der führenden Weltraumunternehmen der Welt. Der Konzern gliedert sich in die Sparten Raumfahrt, und Satelliten, verbunden mit Starlink sowie neuerdings in die KI-Sparte xAI.
  • Die Aktie wird an der Nasdaq gelistet. Der Unternehmenswert liegt bei etwa 2,01 Billionen US$.

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Vincent Uhr

Fazit

Die Verzögerung bringt die KI-Strategie noch nicht zum Scheitern, ist aber ein ernst zu nehmendes Warnsignal. Bei der hohen Bewertung der SpaceX-Aktie sind reibungslos laufende Großverträge praktisch Voraussetzung. Bevor ich neuen Kurspotenzialen vertraue, möchte ich sehen, dass die umgebauten Anlagen ihre vereinbarte Leistung tatsächlich erreichen. Vorerst bleibt die Aktie für mich eine Position für die Watchlist.