Deutsche-Telekom-Aktie: 40 € – doch 80% hängen an den USA!
T-Mobile US trägt die Bewertung
Goldman Sachs beschreibt den US-Mobilfunkmarkt als rationalen Wettbewerb zwischen drei großen Anbietern. T-Mobile US profitiert dabei weiterhin von seinem leistungsfähigen Netz, steigenden Kundenzahlen und der Integration übernommener Frequenzen und Kundenbestände.
Im zweiten Quartal erhöhten sich die Service-Erlöse der US-Tochter um +8,9%. Damit wächst T-Mobile US deutlich schneller als die meisten europäischen Mobilfunkanbieter. Die Analysten erwarten, dass sich dieses Wachstum in den kommenden Jahren zunehmend im freien Cashflow niederschlägt.
Die Abhängigkeit besitzt allerdings zwei Seiten. Die Deutsche Telekom ist wirtschaftlich längst zu einem überwiegend amerikanischen Mobilfunkkonzern geworden. Ein schwächerer US-Dollar reduziert den in Euro ausgewiesenen Gewinn, während ein intensiverer Wettbewerb oder regulatorische Eingriffe in den USA den Konzern überproportional treffen würden.
Goldman Sachs geht dennoch davon aus, dass die Sorgen um die zukünftige Börsenstruktur von T-Mobile US und mögliche Konkurrenz durch Satellitenanbieter nachlassen. Entscheidend sei die nachhaltig steigende Mittelzufuhr der Tochter.
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Die Prognose wurde erneut erhöht
Auch die aktuellen Konzernzahlen stützen das Kursziel. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal organisch um +3,3% auf 29,9 Milliarden €. Das bereinigte EBITDA nach Leasingaufwendungen erhöhte sich organisch um +7,3% auf 11,8 Milliarden €.
Der bereinigte Nettogewinn legte um +11,1% auf 2,8 Milliarden € zu. Beim freien Cashflow erreichte die Telekom 5 Milliarden € und damit +3,1% mehr als im Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr hob der Konzern seine Cashflow-Prognose von mehr als 19,8 auf rund 20 Milliarden € an.
Die Erwartungen für das bereinigte EBITDA von rund 47,5 Milliarden € und den bereinigten Gewinn je Aktie von etwa 2,20 € blieben unverändert. Zusätzlich wurde das Aktienrückkaufprogramm für 2026 auf bis zu 5 Milliarden € ausgeweitet. Zusammen mit der zuletzt gezahlten Dividende von 1 € je Aktie fließt damit ein erheblicher Teil der verfügbaren Mittel an die Anteilseigner zurück.
40 € sind ambitioniert, aber erreichbar
Goldman Sachs ist mit dem Kursziel von 40 € optimistischer als der breite Markt. Das durchschnittliche Analystenziel liegt derzeit bei knapp 37 €, während die Schätzungen bis 43 € reichen.
Die Bank erwartet zwischen 2026 und 2030 für den europäischen Telekomsektor ein durchschnittliches jährliches Wachstum des freien Cashflows von 14%. Die Aktionärsrenditen aus Dividenden und Rückkäufen könnten demnach 2027 auf 6% und 2028 auf 7% steigen.
Die Deutsche Telekom bietet innerhalb des Sektors die stärkere Wachstumsperspektive, trägt wegen ihrer US-Abhängigkeit aber auch höhere Risiken als defensivere Anbieter wie Orange oder KPN. Anleger kaufen mit der Aktie daher keine klassische europäische Telekomrendite, sondern vor allem die weitere Erfolgsgeschichte von T-Mobile US.
ℹ️ Deutsche Telekom in Kürze
- Die Deutsche Telekom (WKN: 555750) gehört zu den weltweit führenden Konzernen für Telekommunikations- und Informationstechnologie. Die Leistungen sind sehr breit gefächert, von der Breitbanktelefonie, Mobilfunk sowie TV oder komplexe ICT-Lösungen bietet der Konzern alles aus einer Hand an.
- Das Unternehmen mit Hauptsitz in Bonn ist weltweit in 50 Ländern tätig. Mit der Tochter T-Mobile US gehört es zu den führenden Telekommunikationsanbietern in den USA.
- Die Marktkapitalisierung der im DAX gelisteten Aktie beträgt rund 138 Milliarden €.
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Fazit
Das Kursziel von 40 € erscheint mir angesichts des steigenden Cashflows und der hohen Kapitalrückgaben erreichbar. Die Deutsche-Telekom-Aktie bleibt auf dem aktuellen Niveau attraktiv. Anleger sollten sich jedoch bewusst sein, dass die Investmentthese zu einem sehr großen Teil von T-Mobile US und dem Wechselkurs des US-Dollars abhängt.