Xiaomi-Aktie: 303.525 Autos in 4 Monaten – das wird eng!
Plötzlich wären 75.900 Autos pro Monat nötig
Xiaomi lieferte im August 30.153 Fahrzeuge aus. Damit blieb der Hersteller zwar den fünften Monat in Folge oberhalb von 30.000 Einheiten, gegenüber dem Vorjahr sank der Absatz jedoch um 17,2%.
Seit Jahresbeginn kommt Xiaomi auf 246.475 ausgelieferte Fahrzeuge. Das entspricht erst 44,8% des selbst gesteckten Jahresziels von 550.000 Einheiten. Zwischen September und Dezember müsste der Konzern daher noch 303.525 Autos beziehungsweise durchschnittlich knapp 75.900 Fahrzeuge pro Monat ausliefern.
Zum Vergleich: Der bisherige Monatsrekord liegt bei 50.212 Einheiten. Xiaomi müsste diesen Wert vier Monate hintereinander um mehr als 50% übertreffen. Selbst mit dem SkyNomad erscheint das kaum realistisch. Eine Verfehlung oder Senkung des Jahresziels ist damit zu einem erheblichen Risiko geworden.
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Hohe Nachfrage trifft auf aggressive Preise
Der SkyNomad erweitert Xiaomis Angebot erstmals um Fahrzeuge mit Range Extender. Dabei lädt ein kleiner Verbrennungsmotor die Batterie während der Fahrt auf, treibt die Räder aber nicht direkt an. Das erschließt Xiaomi den wichtigen Markt für große Familien-SUVs, in dem bislang vor allem Li Auto und die von Huawei unterstützte Marke Aito stark sind.
Der N70 Pro startet bei 209.900 Yuan, während der siebensitzige N90 Max 269.900 Yuan kostet. Besonders auffällig: Die Max-Versionen wurden gegenüber den zuvor genannten Vorverkaufspreisen um 20.000 beziehungsweise 30.000 Yuan günstiger.
Der Preisnachlass erklärt die anfänglich starke Nachfrage, könnte aber die Profitabilität belasten. Bereits im zweiten Quartal stiegen Xiaomis Fahrzeugauslieferungen um 28,2% auf 104.199 Einheiten, während der Auto-Umsatz nur um 15,9% auf 23,9 Milliarden Yuan zulegte. Der durchschnittliche Erlös pro Fahrzeug fiel um 9,6%.
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Das Wachstum produziert noch keinen Gewinn
Die Bruttomarge des Segments Smart EV, AI und neue Initiativen sank innerhalb eines Jahres von 26,4 auf 19,2%. Gleichzeitig entstand ein operativer Verlust von 2,6 Milliarden Yuan. Mehr ausgelieferte Autos bedeuten somit bislang nicht automatisch bessere Ergebnisse.
Auch das klassische Kerngeschäft kann den Preiskampf nicht beliebig auffangen. Der Smartphone-Umsatz sank im zweiten Quartal um 7,5%, während die entsprechende Bruttomarge wegen höherer Komponentenkosten von 11,5 auf 8,5% zurückging. Konzernweit fielen die Erlöse um 6,1% auf 108,9 Milliarden Yuan.
Xiaomi muss deshalb zwei Ziele gleichzeitig erreichen: die neue Produktionskapazität möglichst schnell auslasten und verhindern, dass günstige Preise die Marge weiter aushöhlen. Eine reine Jagd nach Marktanteilen wäre für Aktionäre wenig wertvoll.
ℹ️ Xiaomi in Kürze
- Xiaomi (WKN: A2JNY1) ist ein chinesischer Technologiekonzern, der Smartphones, Notebooks, Smartwatches und weitere Elektrogeräte wie Saug- und Wischroboter herstellt.
- Zudem entwickelt der Konzern ein eigenes Betriebssystem für die Vernetzung von Elektrogeräten.
- Derzeit ist Xiaomi hinter Apple und Samsung der drittgrößte Smartphone-Hersteller der Welt.
- 2024 ging die erste rein elektrische Sportlimousine von Xiaomi (SU7 Ultra) mit 1.548 PS viral.
- Xiaomi mit Sitz in Peking ist an der Börse derzeit ca. 85 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Die mehr als 10.000 SkyNomad-Bestellungen zeigen, dass Xiaomis Marke auch im Automarkt funktioniert. Die Auslieferungsrechnung und die sinkende Marge wiegen für mich momentan jedoch schwerer. Trotz des deutlichen Abstands zum Jahreshoch würde ich den Rücksetzer noch nicht zum Einstieg nutzen. Zunächst sollte Xiaomi sein Jahresziel realistisch anpassen und beweisen, dass der SkyNomad nicht nur Volumen, sondern auch einen besseren Ergebnisbeitrag liefert.