IonQ-Aktie: Das Nvidia des Quantencomputings
Ein Feuerwerk an good news
Das US-Quantencomputing-Unternehmen zündete an seinem heutigen Investor’s Day ein wahres Feuerwerk an guten Nachrichten: eine Anhebung des Ausblicks, ein neuer Millionenauftrag und eine neue Rechnerplattform. Der Reihe nach:
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Umsatzprognose rauf
Die wohl wichtigste Nachricht des Tages, die wahrscheinlich auch den starken Kurssprung der IonQ-Aktie zum Handelsstart erklärt, war die Anhebung der Umsatzprognose. Für das laufende Jahr geht der Quantencomputerhersteller nun von einem Umsatz zwischen 450 und 460 Millionen US$ aus. Bislang rechnete das Management mit einer Umsatzspanne von 260 bis 270 Millionen US$.
Der guten Ordnung muss an dieser Stelle aber erwähnt werden, dass diese drastische Erhöhung des Ausblicks keinem organischen Wachstum geschuldet ist, sondern der Übernahme des Halbleiterherstellers SkyWater, dessen Umsätze ab August in den Zahlen von IonQ konsolidiert werden.
Ein Millionenauftrag
Eine weitere positive Neuigkeit von IonQ war ein Auftrag des Quantensicherheitsunternehmens Congruity360. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen Kunden besser gegen die Bedrohungen des Quantenzeitalters schützen.
Dafür erwirbt Congruity IonQ-Systeme für die Post-Quanten-Kryptografie und die Schlüsselverteilung (Quantum Key Distribution) im Wert von rund 8 Millionen US$. Die Quantensicherheitslösungen von Congruity360 richten sich vor allem an Kunden aus den sensiblen Branchen Finanzen, Gesundheit, Versicherungen und Verteidigung.
Und eine neue Hardware-Plattform
In technologischer Hinsicht war die bedeutendste Nachricht des Investorentages die Vorstellung des neuen Systems „Superion 256“. Dabei handelt es sich um die sechste Generation der Hardware-Plattform von IonQ.
Das System soll durch eine skalierbare Halbleiterfertigung in der Lage sein, die Kosten pro Qubit um mehr als das 300-Fache zu senken. IonQ will mit Superion 256 bei Quantencomputern den Sprung von teuren Labor-Einzalanfertigungen zu in industriellem Maßstab skalierbaren Systemen schaffen.
Die neue Plattform kann ab sofort bestellt werden. Erste Auslieferungen sind für das kommende Jahr geplant.
Kein klarer Trend
Das Chartbild der IonQ-Aktie gibt derzeit keinen klaren Trend her. Der Abwärtstrend konnte Ende Juli bei 32 US$ gestoppt war. Aber auch die anschließende Erholungsbewegung fand bereits Mitte August bei 47 US$ ihr Ende. Angesichts der offenbar nicht ausreichenden Impulse des Investorentages dürfte die IonQ-Aktie in den kommenden Wochen in dieser Range hin und her pendeln.
Die Nvidia-Strategie im Quantencomputing
Ich bin und bleibe bis auf Weiteres ein Fan der IonQ-Aktie. Obwohl der Aktienkurs in den letzten drei Monaten ziemlich unter Druck geraten ist, sehe ich eine rosige Zukunft für den Quantencomputing-Titel.
Mich erinnert IonQs Strategie im Quantencomputing an die von Nvidia im Chipsektor. Beide Unternehmen verfolgen eine Full-Stack-Strategie. Sie wollen nicht nur einfache Hardware-Entwickler bzw. Hersteller sein, sondern die gesamte Infrastruktur ihrer Branchen kontrollieren.
Bislang war IonQ ein reiner Anbieter von Quantencomputern. Vor allem durch die Übernahme von SkyWater hat sich das Unternehmen zu einem vertikal integrierten Quantencomputing-Konzern entwickelt. IonQ baut nicht nur Quantencomputer, sondern entwickelt und fertigt auch Chips, Netzwerke, Sensorik und Software. Damit sichert sich das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette und das damit verbundene Knowhow.
Selbst die Bären sind bullisch
Die Kursziele der Analysten für die IonQ-Aktie liegen derzeit in einer sehr großen Range von 49 bis 100 US$. Das bedeutet, dass selbst die Bären von Morgan Stanley und JPMorgan ein Potenzial von ca. +20% für die Quantencomputing-Aktie sehen.
Ganz zu schweigen von den Bullen. Die Analysten von B. Riley und Rosenblatt Securities glauben mit einem Kursziel von 100 US$ an ein Upside von sage und schreibe +150%.
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ℹ️ IonQ in Kürze
- IonQ (WKN: A3C4QT) ist ein 2015 gegründetes Quantencomputerunternehmen mit Sitz in College Park im US-Bundesstaat Maryland.
- Das Unternehmen entwickelt einen Allzweckquantencomputer auf Basis von Ionen als Qubits, die mit elektromagnetischen Feldern gefangen und manipuliert werden.
- Diese Computerarchitektur hat nach Ansicht einiger Experten eine Reihe von Vorteilen, wie eine höhere Genauigkeit, eine größere Skalierbarkeit, eine bessere Vorhersagbarkeit und eine längere Kohärenzzeit.
- Die IonQ-Aktie notiert an der New York Stock Exchange und hat eine Marktkapitalisierung von aktuell rund 16,1 Milliarden US$.
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Fazit
Ganz so optimistisch bin ich nicht gegenüber der IonQ-Aktie eingestellt — zumindest nicht kurzfristig. Trotzdem rate ich Anlegern zum Kauf. Das Downside der Aktie ist meiner Meinung nach inzwischen recht gering.
IonQ ist eines der ganz wenigen Unternehmen im Bereich des Quantencomputings, das bereits nennenswerte Umsätze generiert und auch in puncto Technologie eine führende Rolle spielt. Die Full-Stack Strategie könnte IonQ eines Tages tatsächlich zum Nvidia des Quantencomputings machen. Ein sehr gewagter Vergleich, aber kein völlig irrwitzer.