Quelle: ChatGPT

Rheinmetall-Aktie: Wiegt die Kritik schwerer als der Erfolg?

Test an der 1.000er-Marke
Konrad Speckmaier
Rheinmetall gerät erneut unter Druck, nachdem Berichte über Lieferschwierigkeiten bei zwei zentralen Rüstungsprogrammen die Runde machen. Der Düsseldorfer Rüstungs- und Technologiekonzern bleibt operativ auf Kurs, trotzdem bleibt die Stimmung angespannt. Charttechnisch nähert sich der Kurs einer psychologisch wichtigen Marke.

Bundeswehr moniert, Auftragsbuch wächst

Der deutsche Rüstungssektor kämpft seit Wochenbeginn mit kritischen Berichten zur operativen Abwicklung wichtiger Projekte. Rheinmetall trifft es dabei besonders hart. Bundeswehr und Beschaffungsamt bemängeln Verzögerungen beim Flugabwehrsystem Skyranger 30 und beim Radpanzerprogramm Schwerer Waffenträger Infanterie, zusätzlich kursieren Berichte über mögliche Qualitätsmängel bei Schutzplatten aus dem Konzernkreis. Rheinmetall widerspricht der Darstellung in Teilen und nennt eigene, kürzere Verzugszeiten. Operativ bewegt sich der Konzern dabei auf Rekordniveau.

Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz um +69% auf 3,289 Milliarden €, der Auftragsbestand stieg auf über 80 Milliarden €. Die Aktie reagierte darauf trotzdem mit Abgaben, weil Rheinmetall nach dem Stopp des Fregattenprojekts F126 die Umsatzprognose 2026 auf 13,7 bis 14,2 Milliarden € senkte und der operative Free Cashflow negativ blieb. Deutsche Bank ließ sich davon nicht beirren und bestätigte ihr Kaufrating mit einem Kursziel von 1.800 €. Auch sonst tut sich einiges. Der Konzern lieferte den ersten von acht Lynx-XM30-Prototypen an die US-Armee aus und plant in Neuss rund 700 neue Stellen samt KI-Zentrum.

In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.

Der Chart-Check

Quelle Chart: Tradingview

Rheinmetall hat es geschafft, von der Unterstützung zwischen 876,60 und 901,10 € starke Käufer zu finden und die Abwärtstrendlinie nach oben zu überschreiten. Das war für den Chart ein deutlich positives Signal. Am Widerstand zwischen 1.217,80 und 1.241,00 € kam die Aktie allerdings nicht vorbei und rutschte zuletzt erneut in eine Korrektur.

Jetzt kommt der nächste Test. Zuerst hatte der Markt die Trendlinie von unten nach oben überschritten, nun könnte er sie erneut anlaufen und dort möglicherweise Halt finden. Zusätzlich fällt die runde Marke von 1.000,00 € in diesen Bereich, die psychologisch eine Rolle spielen könnte. Bricht der Kurs hier durch, ist erst einmal Abwarten angesagt und der Supportbereich rückt erneut für weitere Long-Chancen in den Blick. Hält sich der Markt auch dort nicht, würde sich der Abwärtstrend fortsetzen.

ℹ️ Rheinmetall in Kürze

  • Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
  • Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
  • Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
  • Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 49,2 Milliarden €.

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Konrad Speckmaier

Fazit

Deutsche Bank traut Rheinmetall trotz der Unsicherheit ein Kursziel von 1.800 € zu, rund 70% über dem aktuellen Kursniveau, das zeigt, wie unterschiedlich Kurzfrist-Sorgen und langfristige Substanz gerade bewertet werden. Entscheidend wird die Reaktion in den kommenden Tagen. Findet Rheinmetall an der Trendlinie und der Marke von 1.000 € Halt, wäre der Weg zur oberen Hürde frei, die bei 1.217,80 bis 1.241,00 € verläuft. Rutscht der Kurs stattdessen glatt durch, gewinnt der Abwärtstrend wieder die Kontrolle, dann würde der tiefer gelegene Support zum nächsten Prüfstein.

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