Quelle: wearelegence.com

Legence-Aktie: Der Kursrückgang ist eine Kaufchance!

Jetzt wird es interessant
Redaktion
Die Aktie von Legence hat seit ihrem Börsendebüt im September 2025 deutlich zugelegt, liegt inzwischen jedoch mehr als 50% unter ihrem Hoch vom Mai 2026. Gleichzeitig haben sich die Gewinnperspektiven des Unternehmens erheblich verbessert, wodurch die aktuelle Bewertung zunehmend interessant erscheint.

Legence bündelt spezialisierte Ingenieur-, Mechanik- und technische Dienstleistungen unter einem Dach. Anders als klassische Bauunternehmen konzentriert sich der Konzern auf komplexe Projekte im nicht-wohnwirtschaftlichen Bereich und bietet Kunden ein umfassendes Leistungspaket aus Planung, Installation und Wartung.

Nach dem anfänglichen IPO-Hype ist der Aktienkurs in den vergangenen Monaten deutlich zurückgekommen. Das steht im Kontrast zu den Erwartungen für den Gewinn je Aktie. Zwischen 2026 und 2028 soll dieser laut Konsens von 0,55 auf 2,97 Dollar steigen. Da die Umsätze deutlich langsamer wachsen dürften, wäre dafür eine erhebliche operative Hebelwirkung erforderlich.

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Bowers bringt zusätzliches Wachstum

Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist die Übernahme von The Bowers Group im ersten Quartal. Sie steuerte 243,3 Millionen Dollar zum konsolidierten Umsatz bei und eröffnet zusätzliche Integrationsvorteile. Doch auch organisch entwickelt sich Legence stark: Ohne Bowers stiegen die Umsätze um 57,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Belastet wurde die Aktie unter anderem durch den Abbau der Beteiligung von Blackstone. Der Anteil des Großaktionärs sank von 72 auf rund 47 Prozent. Der dadurch entstandene Verkaufsdruck dürfte die Stimmung am Markt beeinträchtigt haben, verändert jedoch nichts an den langfristigen Wachstumsperspektiven.

Größtes Segment bleibt der operative Motor

Legence ist in Engineering & Consulting sowie Installation & Maintenance aufgeteilt. Während der kleinere Beratungsbereich im Jahresvergleich um 5,5 Prozent wuchs, erwirtschaftete Installation & Maintenance im zweiten Quartal mehr als eine Milliarde Dollar und damit rund 83 Prozent des Konzernumsatzes.

Neben der Projektabwicklung bietet dieser Bereich wiederkehrende Wartungsleistungen. Mit jeder zusätzlich installierten technischen Infrastruktur wächst damit auch die potenzielle Basis für langfristige Serviceumsätze.

Margen sollen sich wieder verbessern

Die Profitabilität wurde zuletzt durch die Integration von Bowers belastet. Dessen Geschäft weist ein niedrigeres Margenniveau auf, wodurch sich die Konzernmarge gegenüber dem Vorjahr verschlechterte.

Gleichzeitig gibt es klare positive Signale. Die Zinsaufwendungen sanken im zweiten Quartal von 30,4 auf 16,9 Millionen Dollar, obwohl die langfristigen Schulden um 24,1 Prozent auf 1,008 Milliarden Dollar stiegen. Das Kreditrating wurde zudem von B+ auf BB- angehoben.

Prognoseanhebung schafft Bewertungsspielraum

Das Management hat seine EBITDA-Prognose für 2026 zuletzt deutlich angehoben. Bei einem Unternehmenswert von rund 5,4 Milliarden Dollar ergibt sich daraus ein erwartetes EV-EBITDA-Verhältnis von etwa 9,4. Der Branchenmedian liegt bei rund 12,3.

Auch die erwartete EBITDA-Marge verbessert sich. Bei einem prognostizierten Umsatz von 4,78 Milliarden Dollar würde sie 2026 etwa 12 Prozent erreichen, verglichen mit 9,4 Prozent zuvor.

Der Markt bleibt dennoch vorsichtig, da Legence bei der Profitabilität noch unter dem Branchendurchschnitt liegt. Eine weitere Margenverbesserung könnte jedoch zu einer Neubewertung führen.

Rechenzentren liefern strukturellen Rückenwind

Der Ausbau von Rechenzentren ist ein wichtiger Wachstumstreiber für Legence. Moderne Anlagen benötigen komplexe HVAC- und Kühlsysteme, um die enorme Wärmeentwicklung leistungsstarker Prozessoren zu bewältigen.

Die US-Ausgaben für den Bau von Rechenzentren haben bereits rund 50 Milliarden Dollar erreicht. Der adressierbare Bau- und Dienstleistungsmarkt soll zwischen 2026 und 2030 mit etwa 9 Prozent jährlich wachsen.

Langfristig dürfte sich das Wachstum allerdings abschwächen. Effizientere GPUs könnten den Flächenbedarf reduzieren, während Betreiber bestehende Rechenzentren vermutlich eher modernisieren als komplett neu bauen werden.

Attraktive Perspektiven trotz kurzfristiger Belastungen

Legence bietet ein vergleichsweise wenig kapitalintensives Geschäftsmodell und ist weniger direkt von Rohstoffpreisen abhängig als klassische Bauunternehmen. Gleichzeitig profitiert der Konzern von der wachsenden Nachfrage nach technischen Dienstleistungen für komplexe Infrastruktur.

Die Bowers-Integration belastet kurzfristig die Margen, könnte langfristig jedoch zusätzliche Skaleneffekte liefern. Zusammen mit dem Rechenzentrumsboom und der erwarteten Gewinnsteigerung entsteht ein überzeugendes Wachstumsprofil.

Sollte der Gewinn je Aktie bis 2028 tatsächlich auf 2,97 Dollar steigen, dürfte die heutige Bewertung im Rückblick deutlich günstiger erscheinen. Nach der jüngsten Kursschwäche bietet die Aktie daher aus heutiger Sicht ein attraktives Verhältnis zwischen Wachstumspotenzial und Bewertung.

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Redaktion

Fazit

Legence verfügt über mehrere starke Wachstumstreiber und könnte von steigenden Margen, der Bowers-Integration und dem Ausbau von Rechenzentren profitieren. Die aktuelle Kursschwäche erscheint vor diesem Hintergrund überzogen, weshalb wir die Aktie zu Kursen von aktuell knapp über 50 US$ langfristig als einen „Strong Buy“ einstufen.

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