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Credo Technology-Aktie -9%: Kann man hier ein Tech-Schnäppchen machen?

Hervorragende Zahlen
Für die Credo Technology-Aktie ging es am gestrigen Dienstag im US-Handel um -9% nach unten und auch am Mittwochmorgen steht an den europäischen Börsen ein dickes Minus vor dem Kurs. Hat der Anbieter von Hochgeschwindigkeits-Konnektivitätslösungen mit seinen Quartalszahlen so stark enttäuscht und können Anleger hier ein Technologieschnäppchen machen?

Hervorragende Zahlen und Prognosen

Von einer Enttäuschung kann man bei den Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 nun wahrlich nicht reden. Der Umsatz explodierte gegenüber dem Vorjahr um +114,7% auf 479,0 Millionen US$ und übertraf damit sogar die bereits sehr optimistische Marktprognose von 471,8 Millionen US$.

Auch beim Gewinn sorgte Credo Technology für eine positive Überraschung. Während Analysten von einem Gewinn je Aktie in Höhe von 1,17 US$ ausgingen, lieferte das Tech-Unternehmen 1,20 US$. Das ist mehr als doppelt so viel wie die 0,52 US$ je Aktie im Vorjahresquartal.

Auch die restlichen Gewinnzahlen sehen hervorragend aus. Die bereinigte Bruttomarge lag bei 68,0%. Und der bereinigte Nettogewinn erhöhte sich um 140% auf 236,3 Millionen US$.

Die Prognose des Managements für das laufende zweite Quartal des GJ 26/27 übertraf ebenso die Konsensschätzungen des Marktes. Credo rechnet mit Erlösen zwischen 525 und 535 Millionen US$. Die Markterwartung lag bislang bei 516 Millionen US$.

Bei der bereinigten Bruttomarge peilt das Unternehmen einen Wert zwischen 67 und 69% an. Und für das gesamte GJ geht Credo Technology von einem Umsatzwachstum von über 85% aus.

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Wo ist das Haar in der Suppe?

Die negative Reaktion der Credo Technology-Aktie passt eigentlich gar nicht zu den hervorragenden Zahlen und Prognosen des Unternehmens. Wo ist denn das Haar in der Suppe?

Ein klar identifizierbares Haar gibt es in der Zahlensuppe nicht. Viele Anleger gingen möglicherweise von einem noch deutlicheren Earnings Beat und noch stärkeren Prognosen aus.

Ein weiterer Kritikpunkt könnte der Rückgang der GAAP-Bruttomarge auf 64,5% gewesen sein. Grund hierfür war der Abschluss der DustPhotonics-Übernahme. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und die Aktienvergütungen verdoppelten die GAAP-Betriebsausgaben nahezu.

Ebenso mögen einige Anleger sorgenvoll auf die Entwicklung des Cash-Bestandes von Credo Technology geblickt haben. Er sank im abgelaufenen Quartal drastisch von 1,44 Milliarden US$ auf 764,3 Millionen US$. Der Großteil dieses Barmittelabflusses wurde jedoch für die Barkomponente der Kaufpreiszahlung für DustPhotonics verwendet.

Und nicht zuletzt bereitet manchem Anleger auch die Kundenkonzentration von Credo Bauchschmerzen. Die vier größten Hyperscaler machen historisch bis zu 87% der Erlöse des Unternehmens aus. Das schürt die Sorge vor größeren Umsatzeinbrüchen durch den Verlust eines Ankerkunden.

Wieder unter 200 US$?

Die Credo Technology-Aktie befindet sich seit knapp zwei Wochen in einem starken Abwärtstrend. Es steht zu befürchten, dass sie heute im US-Handel die 200 US$-Marke nach unten durchbrechen wird.

Dann könnte sogar das 3-Monatstief bei 177 US$ einem Test unterzogen werden. Mit tieferen Kursen rechne ich angesichts der günstigen Bewertung des Tech-Titels allerdings nicht.

Eine Schnnäppchenbewertung

Ich kann die Abstrafung der Credo Technology-Aktie nicht verstehen. Ja, der Kurs des Tech-Unternehmens hat sich in den letzten drei Jahren extrem rasant nach oben bewegt. Aber das heißt noch lange nicht, dass die Credo Technology-Aktie überbewertet ist.

Ganz im Gegenteil, wenn man einen Blick auf die Zahlen wirft. Das Forward-KGV liegt aktuell bei 38. Für ein Technologieunternehmen, das im laufenden GJ mit 85% und im kommenden GJ voraussichtlich mit über 50% wachsen wird, ist das eine Schnäppchenbewertung. Zumal Credo Technology in den letzten Quartalen Riesensprünge bei der Profitabilität gemacht hat.

Auch die strategische Positionierung von Credo ist exzellent. Der Konnektivitätsanbieter positioniert sich entlang der gesamten Verbindgungsstrecke in modernen Rechenzentren.

Laut Aussage von Credo-Chef Brennan, gibt es nicht die eine Architektur, das Protokoll oder das physisches Medium, das von Hyperscalern für jede Verbindung gewählt wird. Künftige KI-Systeme kombinieren Kupferleitungen und optische Verbindungen über unterschiedliche Distanzen und Netzwerkstrukturen. Credo will das gesamte Produktspektrum von wenigen Millimetern bis zu mehreren Kilometern abdecken.

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ℹ️ Credo Technology in Kürze

  • Die Credo Technology Group (WKN: A3DDQ5) ist ein 2008 gegründeter Anbieter von Hochgeschwindigkeits-Konnektivitätslösungen.
  • Die Verbindungen von Credo sorgen für optimierte Leistung, Zuverlässigkeit, Energieeffizienz und Sicherheit in KI-gesteuerten Anwendungen, Cloud Computing und Hyperscale-Netzwerken.
  • Credo notiert an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist aktuell ca. 38,8 Milliarden US$ wert.

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Fazit

Größere Kursrückgänge haben sich in der Vergangenheit immer als gute Kaufgelegenheiten für die Credo Technology-Aktie erwiesen. Das sehe ich auch diesmal so.

Anleger sollten zum aktuellen Kurs in die Aktie einsteigen. Vielleicht hat sich noch nicht ganz ihren Boden gefunden, aber mittelfristig dürfte sie wieder deutlich zulegen. Hier kann man meiner Meinung nach ein echtes Tech-Schnäppchen machen.