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Stratec-Aktie: Beginnt jetzt die Kurserholung?

Starke Quartalszahlen
Die Stratec-Aktie befindet sich seit dem Hoch während der Corona-Pandemie bei rund 140 € in einem langfristigen Abwärtstrend. Seit Jahresbeginn hat sich der Abwärtstrend jedoch deutlich abgeschwächt und zuletzt sogar in eine Erholung übergegangen. Am Freitag notiert die Aktie aktuell bei 21,60 €. Damit stellt sich die Frage: Beginnt jetzt die Trendwende?

Zweites Quartal deutlich verbessert

Nach dem verhaltenen Jahresauftakt entwickelte sich das zweite Quartal deutlich besser. Dadurch konnten die Halbjahreswerte spürbar verbessert werden.

In den ersten sechs Monaten verringerte sich der Konzernumsatz um 5,1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 112,5 Millionen €. Davon entfielen 59,1 Millionen € auf das zweite Quartal.

Bei den einzelnen Geschäftsbereichen zeigte sich ein unterschiedliches Bild. Der Umsatz mit Analysesystemen stieg um 13,7% auf 39,7 Millionen €. Im größten Segment Verbrauchsmaterialien gingen die Erlöse dagegen um 14% auf 46 Millionen € zurück.

Auch bei der Ertragslage zeigte sich im zweiten Quartal eine deutliche Verbesserung. Das bereinigte EBIT belief sich im ersten Halbjahr auf 7,7 Millionen €, davon entfielen allein 7 Millionen € auf das zweite Quartal.

Die bereinigte EBIT-Marge lag im Halbjahr bei 6,9% und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 7,2%.

Beim Konzernergebnis zeigt sich die Erholung besonders deutlich. Nach einem Verlust von 1,1 Millionen € im ersten Quartal wurde im zweiten Quartal ein Gewinn von 5,2 Millionen € erzielt. Damit verblieb für das erste Halbjahr ein Konzerngewinn von 4,1 Millionen €.

Die Halbjahreszahlen sind damit zwar noch nicht überzeugend, die Entwicklung im zweiten Quartal macht jedoch Hoffnung auf eine nachhaltige Verbesserung.

Stratec-CEO Marcus Wolfinger erklärte:

Nach dem verhaltenen Start in das Geschäftsjahr 2026 hat die Geschäftsentwicklung der STRATEC-Gruppe im zweiten Quartal erwartungsgemäß deutlich an Dynamik gewonnen.

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Prognose bestätigt

Trotz des schwachen Jahresauftakts bestätigte Stratec seine Jahresprognose. Ausschlaggebend ist die erwartete Belebung der Geschäftsentwicklung im weiteren Jahresverlauf.

Beim Umsatz wird weiterhin ein Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich erwartet. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern 251 Millionen € Umsatz.

Die bereinigte EBIT-Marge soll bei rund 10% liegen und damit etwa das Vorjahresniveau erreichen.

Entscheidend wird damit sein, ob sich die positive Entwicklung des zweiten Quartals im zweiten Halbjahr fortsetzt.

Profitabilität soll steigen

Ein wichtiger Ansatzpunkt ist das Effizienzprogramm „Operation Excellence“. Damit will Stratec seine Kostenstruktur verbessern und die Profitabilität nachhaltig steigern.

Gerade für einen relativ kleinen Medizintechnik-Konzern ist eine Verbesserung der operativen Marge von großer Bedeutung. Sollte Stratec die mittelfristig angestrebte EBIT-Marge von 13% erreichen, könnte sich dies entsprechend positiv auf die Ertragskraft auswirken.

Noch ist allerdings offen, wie schnell diese Verbesserungen tatsächlich sichtbar werden.

Bewertung

Die aktuelle Entwicklung spricht dafür, dass sich die operative Situation stabilisiert. Das zweite Quartal war deutlich stärker als der Jahresauftakt und insbesondere das Geschäft mit Analysesystemen entwickelte sich positiv.

Gleichzeitig darf nicht übersehen werden, dass der Umsatz im ersten Halbjahr noch rückläufig war und die EBIT-Marge unter dem Vorjahreswert liegt.

Für die weitere Kursentwicklung wird deshalb entscheidend sein, ob Stratec die Dynamik aus dem zweiten Quartal bestätigen kann. Gelingt dies, könnte die aktuelle Bodenbildung in einen nachhaltigen Aufwärtstrend übergehen.

Als Nebenwert bleibt die Aktie allerdings anfällig für größere Kursschwankungen. Enttäuschungen bei den kommenden Quartalszahlen könnten daher jederzeit zu erneuten Rücksetzern führen.

ℹ️ Stratec in Kürze

  • Die Stratec SE (vormals Stratec Biomedical AG) ist ein weltweit agierendes Unternehmen, das in der Entwicklung und Herstellung von integrierten, vollautomatischen Analysesystemen im Bereich der In-vitro-Diagnostik tätig ist.
  • Neben dem Hauptsitz im baden-württembergischen Birkenfeld unterhält der Konzern zahlreiche internationale Standorte.
  • Das im SDAX gelistete Unternehmen wird an der Börse aktuell mit 263 Millionen € bewertet.

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Fazit

Aus meiner Sicht spricht einiges dafür, dass das Schlimmste bei Stratec überstanden sein könnte. Der langfristige Abwärtstrend hat sich deutlich abgeschwächt. Für eine endgültige Trendwende ist es allerdings noch zu früh. Dafür muss sich die positive Entwicklung zunächst über mehrere Quartale bestätigen.

Für langfristig orientierte Anleger bietet das aktuelle Kursniveau aus meiner Sicht dennoch eine interessante Einstiegsmöglichkeit. Sollte Stratec die Profitabilität wie geplant verbessern und die EBIT-Marge mittelfristig in Richtung 13% steigen, sind deutlich höhere Kurse realistisch. Ein erstes Kursziel sehe ich bei 28 €.

Zusätzlichen Rückenwind bietet die aktuelle Dividendenrendite von rund 2,7%. Für einen Nebenwert ist dies eine attraktive zusätzliche Renditekomponente.

Hier sei erwähnt: Nicht jede Dividenden-Aktie bietet auch Kurspotenzial – doch einige tun es durchaus. Diese zehn Titel wurden nach beiden Kriterien ausgewählt und könnten 2026 für eine doppelte Rendite sorgen.

Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Stratec. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.