Alibaba-Aktie: Geht die KI-Rallye jetzt weiter?
Vom Onlinehändler zur KI-Plattform
Alibaba wurde an der Börse lange fast ausschließlich als chinesischer E-Commerce-Konzern betrachtet. Entsprechend stark hing die Bewertung von der Konsumstimmung in China, dem Wettbewerb mit JD.com und PDD Holdings sowie den politischen Risiken ab.
Die KI-Offensive verändert diese Wahrnehmung. Alibaba entwickelt mit Qwen eigene Sprachmodelle, betreibt die größte Cloud-Plattform Chinas und arbeitet über die Halbleitertochter T-Head an eigenen Chips. Der Konzern deckt damit weite Teile der Wertschöpfungskette ab: von der Rechenleistung über die Cloud-Infrastruktur bis hin zu Modellen und konkreten Anwendungen.
Diese Position könnte wichtiger werden. Unternehmen nutzen unterschiedliche KI-Modelle zunehmend abhängig von Preis und Einsatzzweck. Der größte Profiteur muss daher nicht zwingend der Entwickler des besten Modells sein. Auch der Betreiber der führenden Infrastruktur kann gewinnen.
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Cloud liefert die ersten Beweise
Im zuletzt veröffentlichten Quartal stieg der Umsatz der Cloud-Sparte um 38% auf 41,63 Milliarden RMB. Das Geschäft mit externen Kunden wuchs sogar um 40%. KI-bezogene Produkte erzielten bereits das elfte Quartal in Folge ein dreistelliges Wachstum und standen für rund 30% der externen Cloud-Erlöse.
Alibaba besitzt damit einen deutlichen Vorsprung im chinesischen Cloud-Markt. Nach Berechnungen von Omdia lag der Marktanteil Ende 2025 bei 37%. Huawei folgte mit 17%, während Tencent auf 10% kam.
Genau hier liegt der Unterschied zu vielen kleineren chinesischen KI-Entwicklern. Alibaba verfügt bereits über Rechenzentren, Unternehmenskunden, eigene Modelle und ein profitables Kerngeschäft, das die hohen Investitionen finanzieren kann.
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Die KI-Offensive kostet Milliarden
Kostenlos ist die Transformation allerdings nicht. Alibaba hatte ursprünglich Investitionen von 380 Milliarden RMB innerhalb von drei Jahren für KI und Cloud angekündigt. Mittlerweile stellt das Management sogar höhere Ausgaben in Aussicht.
Im vergangenen Quartal drückten die Investitionen gemeinsam mit den Aufwendungen für den Schnelllieferdienst das bereinigte EBITA um 84%. Der Konzernumsatz stieg lediglich um 3% auf 243,38 Milliarden RMB und verfehlte die Erwartungen leicht.
Für das neue Quartal rechnet der Markt zwar mit einem Umsatzwachstum von rund 8,4%. Gleichzeitig dürfte der Gewinn wegen der hohen Ausgaben erneut unter Druck stehen. Die Rallye steht damit vor einem echten Belastungstest.
ℹ️ Alibaba in Kürze
- Die Alibaba Gruppe mit Sitz in Hangzhou ist einer der größten E-Commerce-Konzerne Chinas.
- Das 1999 gegründete Unternehmen hat sich in den letzten Jahren zu einer riesigen Firmengruppe mit zahlreichen Tochterunternehmen entwickelt.
- Kerngeschäft von Alibaba sind die Online-Marktplätze Alibaba, AliExpress, Taobao und Tmall. Darüber hinaus bietet der Konzern Cloud-Services, Logistik- und Finanzdienstleistungen an.
- Die Alibaba Gruppe hat eine Marktkapitalisierung von ca. 288 Milliarden US$.
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Fazit
Die Rallye kann aus meiner Sicht weitergehen. Alibaba besitzt im chinesischen KI-Markt eine ungewöhnlich starke Kombination aus Cloud, Modellen, Chips und zahlenden Unternehmenskunden. Das KGV von rund 20 erscheint dafür nicht überzogen. Entscheidend bleibt jedoch, ob das Cloud-Wachstum hoch bleibt und aus den enormen Investitionen mittelfristig steigende Gewinne entstehen.