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Cisco-Aktie -4%: Ist die KI-Rallye vorbei?

Gemischte Reaktion auf Zahlen
Vincent Uhr
Die Cisco-Aktie (WKN: 878841) fällt nachbörslich um -4,1% auf 118,50 US$. Dabei hat der Netzwerkausrüster starke Quartalszahlen vorgelegt und mit seinem Ausblick positiv überrascht. Warum nehmen die Anleger dennoch Gewinne mit?

KI-Aufträge erreichen neue Dimension

Im vierten Geschäftsquartal steigerte Cisco den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um +17,6% auf 17,25 Milliarden US$. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um +23% auf 1,22 US$ und übertraf damit die Erwartungen der Analysten.

Besonders stark entwickelte sich das Netzwerkgeschäft. Hier legten die Erlöse um +28% auf 9,79 Milliarden US$ zu. Allein im abgelaufenen Quartal sammelte Cisco KI-Infrastrukturaufträge im Wert von 4 Milliarden US$ ein. Im gesamten Geschäftsjahr waren es bereits 9,3 Milliarden US$.

Auch der Ausblick fällt überraschend optimistisch aus. Für das Geschäftsjahr 2027 stellt das Management Erlöse zwischen 72,2 und 73,4 Milliarden US$ sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5,05 bis 5,11 US$ in Aussicht. Der Umsatz mit KI-Infrastruktur soll dabei auf 7,5 Milliarden US$ steigen.

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Mehr als nur Router und Switches

Cisco profitiert davon, dass für KI-Rechenzentren nicht nur immer leistungsfähigere Chips benötigt werden. Die einzelnen Grafikprozessoren müssen über schnelle und möglichst störungsfreie Netzwerke miteinander verbunden werden. Genau hier setzt der Konzern mit seinen Switches, seiner Silicon-One-Plattform und neuen optischen Verbindungen an.

Der neue Silicon-One-G300-Chip erreicht eine Kapazität von 102,4 Terabit pro Sekunde und ist für besonders große KI-Cluster ausgelegt. Gemeinsam mit Nvidia bietet Cisco zudem komplette Infrastrukturlösungen an, die Netzwerk, Rechenleistung und Sicherheit miteinander verbinden.

Das Marktpotenzial ist erheblich. Der Branchenbeobachter 650 Group erwartet, dass der Markt für Ethernet-Switches in Rechenzentren langfristig ein Volumen von mehr als 100 Milliarden US$ pro Jahr erreichen könnte. Allerdings muss sich Cisco gegen starke Konkurrenten wie Arista Networks, Nvidia und die mit Broadcom-Technologie arbeitenden White-Box-Anbieter behaupten.

Positiv ist, dass die Nachfrage nicht ausschließlich von einigen wenigen Hyperscalern kommt. Bereits im dritten Geschäftsquartal waren die Produktbestellungen ohne diese Großkunden um +19% gestiegen. Ciscos umfangreicher Unternehmenskundenstamm könnte damit zum nächsten Wachstumstreiber werden.

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Darum fällt die Aktie

Das Problem sind weniger die Zahlen als die hohen Erwartungen. Die Cisco-Aktie war seit Jahresbeginn bereits um mehr als +60% gestiegen. Gleichzeitig sank die bereinigte Bruttomarge von 68,4 auf 66,3%. Für das laufende Quartal stellt das Management lediglich 65 bis 66% in Aussicht.

KI-Hardware sorgt somit zwar für starkes Wachstum, ist aber zunächst weniger profitabel. Hinzu kommen höhere Kosten für Bauteile. Dass die Produkterlöse um +24% zulegten, während das Servicegeschäft stagnierte, verstärkt diesen Effekt.

ℹ️ Cisco in Kürze

  • Cisco Systems (WKN: 878841) ist ein US-Konzern aus der Telekommunikationsbranche.
  • Cisco ist der weltweit größte Anbieter von Netzwerkausrüstung und vor allem für seine Router und Switches bekannt, die einen zentralen Bestandteil der Internet-Infrastruktur darstellen.
  • Der im kalifornischen San José ansässige Tech-Konzern notiert sowohl im Dow Jones Industrial als auch im S&P 500 Index und ist aktuell ca. 488 Milliarden US$ wert.

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Vincent Uhr

Fazit

Der Kursrückgang bedeutet nicht das Ende der KI-Story. Cisco hat sich eine überraschend starke Position im Markt für KI-Netzwerke erarbeitet. Nach der vorausgegangenen Rallye ist die Aktie jedoch kein Schnäppchen mehr. Anleger sollten daher beobachten, ob Cisco das hohe Wachstum künftig auch in stabile oder wieder steigende Margen übersetzen kann. Für den Moment heißt es meiner Meinung nach: Füße still halten.