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Intel-Aktie: Stärkstes Wachstum seit 15 Jahren!

Was hinter dem Milliarden-Verlust steckt
Polina Dmitrovskaya
Intel, das operativ alles richtig macht, meldet gleichzeitig im Laufe der Präsentation der Quartalszahlen, einen Verlust von 11 Milliarden US$. Klingt nach einer Katastrophe. Ist aber, wenn man genauer hinschaut, das komplette Gegenteil, und zwar aus einem Grund, den man sich als Anleger merken sollte. Außerdem enthüllt sich eine (noch) unprofitable Sparte bei Intel, die niemand auf dem Schirm hat.

Intel hat geliefert!

Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um ganze 25% auf rund 16 Milliarden US$, das stärkste Wachstum seit 15 Jahren. Getrieben wurde das vor allem, wie auch nicht anders erwartet, vom Rechenzentrums- und KI-Geschäft, das um 59% zulegte, während auch das klassische PC-Geschäft mit 13% deutlich zulegte.

Für das dritte Quartal stellt das Management einen Umsatz von 15,8 bis 16,8 Milliarden US$ in Aussicht, ebenfalls klar über dem Konsens. Kein Wunder, dass die Aktie nachbörslich um rund +7% auf über 112 US$ zulegte, nachdem sie im regulären Handel zuvor noch nachgegeben hatte.

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Der Verlust, der eigentlich eine gute Nachricht ist

Der eigentlich spannenden Teil ist der auf den ersten Blick schockierende Nettoverlust von 11 Milliarden US$, der allerdings mit dem operativen Geschäft praktisch nichts zu tun hat. Er stammt aus einer bilanziellen Marktbewertung von Aktien, die Intel im Rahmen seiner CHIPS-Act-Vereinbarung mit der US-Regierung treuhänderisch verwahrt. Diese Aktien, die Intel der Regierung schuldet, werden bilanziell als Verbindlichkeit geführt, und wenn der Intel-Kurs steigt, steigt auch der Wert dieser Verbindlichkeit, was Intel als Verlust verbuchen muss. Vereinfacht gesagt: Intel hat auf dem Papier 11 Milliarden $ verloren, weil die eigene Aktie wertvoller geworden ist. Kurios, aber keine schlechte Nachricht.

Die große Wette, die jeder noch übersieht

Auf der operativen Seite gibt es einen weiteren Baustein bei Intel, der wegen aktuellen Verlusten gerne übersehen wird, in Zukunft aber den Umsatz deutlich steigern kann: das Foundry Geschäft. Intel hat als Chipfertiger sowieso Fabriken, die es aber zu 95% für eigene Produkte nutzt. Das Foundry Geschäft wie TSMC es betreibt, bringt mehr Gewinn (Bruttomargen von rund 55 bis 60%) und lohnt sich, wenn man schon mal Fabriken besitzt.

Mit dem Sicherheitsspezialisten Fortinet macht Intel in dieser Sparte den Anfang und hat eine erste Kooperation zur Entwicklung von Sicherheitsprozessoren in einer Intel-Fabrik vereinbart. Für Intels Foundry-Sparte, das ist ein kleiner, aber realer Fortschritt, auch wenn es sich nicht um einen der ganz großen Chip-Aufträge auf modernsten Fertigungsknoten handelt. Es zeigt aber, dass Intel sein Geschäftsmodell konsequent in Richtung Auftragsfertigung für Dritte ausbaut. Ein Feld, das noch viel unentdecktes Potenzial besitzt.

ℹ️ Intel Corporation in Kürze

  • Die Intel Corporation (WKN:855681) mit Sitz im kalifornischen Santa Clara ist ein führender US-Anbieter von Halbleitern.
  • In seinem Kerngeschäft mit der Herstellung von Mikroprozessoren für PCs und Laptops dominiert der Konzern 70% des weltweiten Markts.
  • Das Unternehmen ist im Dow-Jones- sowie dem Nasdaq-Index gelistet und hat aktuell einen Börsenwert von rund 503,7 Milliarden US$.

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Polina Dmitrovskaya

Fazit

Intel liefert derzeit ein überzeugendes operatives Comeback mit noch nicht voll ausgeschöpftem Potenzial und Rückenwind von der US-Regierung. Langfristige stufe ich Intels Foundry Sparte im Sinne des Reshoring der USA als Gewinnbringer ein. Allerdings ist schwer abzuschätzen wann diese „boomt”, denn große Auftragskunden gibt es bislang noch keine. Aus diesem Grund bleibe ich zurückhaltend bei der Aktie.

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