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Western Digital-Aktie: Warum helfen Top-Zahlen nicht?

Geht hier mehr?

Die Western-Digital-Aktie steht trotz überzeugender Quartalszahlen weiter unter Druck. Der Speicherhersteller hat die Erwartungen der Analysten bei Umsatz und Gewinn übertroffen und auch einen starken Ausblick geliefert. Dennoch verlor die Aktie am Donnerstag und Freitag zusammen mehr als -9% und beendete die Woche bei 343,67 US$. Dabei profitiert Western Digital weiterhin kräftig vom Ausbau der KI-Rechenzentren. Warum also reagieren die Anleger so zurückhaltend?

Western Digital überzeugt mit starken Quartalszahlen

Western Digital hat am Donnerstagabend seine Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 veröffentlicht und dabei die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 55 % auf 4,38 Milliarden US$. Gerechnet hatten die Experten lediglich mit rund 4,14 Milliarden US$.

Auch beim Gewinn lief es für das Unternehmen hervorragend. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 161 % auf 4,64 US$ und lag damit über den erwarteten 4,10 US$. Dazu verbesserte sich die bereinigte Bruttomarge von 43,9 % im Vorjahr auf mittlerweile 58,1 %.

Hinter dem starken Wachstum steckt vor allem die hohe Nachfrage nach Festplatten für Rechenzentren. Große Cloud-Anbieter investieren weiterhin Milliarden in den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur und benötigen dafür enorme Speicherkapazitäten. Western Digital profitiert dabei nicht nur von steigenden Absatzmengen, sondern auch von höheren Verkaufspreisen.

Und auch für das laufende Quartal ist das Management zuversichtlich. Der Umsatz soll zwischen 5,0 und 5,2 Milliarden US$ liegen, während beim bereinigten Gewinn je Aktie mit 5,60 bis 6,00 US$ gerechnet wird. Damit liegen die Prognosen erneut über den bisherigen Markterwartungen.

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Warum fällt die Western-Digital-Aktie trotzdem?

Dass die Aktie trotz der guten Geschäftsentwicklung weiter nachgibt, hat vor allem mit den Erwartungen an die kommenden Jahre zu tun. Schließlich stellt sich zunehmend die Frage, wie lange der aktuelle Boom bei Festplatten für Rechenzentren noch anhält.

Bislang profitiert Western Digital davon, dass die Nachfrage das verfügbare Angebot übersteigt. Dadurch konnten die Hersteller ihre Preise deutlich anheben und ihre Gewinnmargen verbessern. Nun gibt es allerdings Hinweise darauf, dass der japanische Konkurrent Toshiba zusätzliche Produktionskapazitäten aufbauen könnte.

Auch Western Digital selbst rechnet mit höheren Investitionsausgaben. Das Management stellte in Aussicht, dass diese in den kommenden Geschäftsjahren über dem bisherigen Zielkorridor von 4 bis 6 % des Umsatzes liegen könnten.

Für die Anleger ist das durchaus ein Thema. Sollten die Hersteller ihre Produktion zu stark ausweiten, könnte das Angebot langfristig wieder stärker wachsen als die Nachfrage. Die derzeit hohen Verkaufspreise wären dann möglicherweise nicht mehr zu halten, was sich auch auf die Gewinnmargen auswirken würde.

Hinzu kommt, dass Western Digital zuletzt bereits eine kräftige Korrektur hinter sich hat. Seit dem Hoch von knapp 800 US$ im Juni hat die Aktie mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Die starken Ergebnisse reichen dem Markt momentan offenbar nicht aus, um die Sorgen um ein mögliches Ende des Speicherbooms auszuräumen.

Analysten sehen weiterhin deutlich höhere Kurse

Trotz der jüngsten Verluste bleiben zahlreiche Analysten bei Western Digital zuversichtlich. Allerdings gehen die Einschätzungen nach den Quartalszahlen inzwischen weiter auseinander.

Die UBS hat ihr Kursziel am Freitag von 470 auf 435 US$ gesenkt und bleibt bei ihrer neutralen Einstufung. Auch die Analysten von TD Cowen wurden vorsichtiger und reduzierten ihre Prognose von 540 auf 430 US$. Beide Häuser beschäftigen sich vor allem mit den steigenden Investitionsausgaben und den möglichen Veränderungen beim Angebot an Festplatten.

Morgan Stanley beurteilt die Lage dagegen weiterhin positiv. Die Investmentbank erhöhte ihr Kursziel nach den Zahlen von 643 auf 668 US$ und bestätigte ihre Kaufempfehlung. Die Analysten verweisen unter anderem auf die hohe Nachfrage und die verbesserten Verkaufspreise, die das Geschäft auch in den kommenden Quartalen antreiben sollen.

Ähnlich optimistisch zeigt sich JPMorgan. Die US-Großbank hob ihre Prognose von 600 auf 650 US$ an und hält ebenfalls an ihrer positiven Einschätzung fest. Ausgehend vom letzten Schlusskurs bei 343,67 US$ sehen die beiden Investmentbanken damit ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von knapp +94%.

ℹ️ Western Digital in Kürze

  • Western Digital (WKN: 863060) mit Hauptsitz im kalifornischen San Jose ist einer der weltweit größten und traditionsreichsten Hersteller von Datenspeicherlösungen.
  • Das 1970 gegründete Unternehmen hat die Evolution der Speichertechnologie von den ersten Taschenrechner-Chips bis hin zu den heutigen gigantischen Cloud-Rechenzentren maßgeblich geprägt.
  • Anfang 2025 wurde das gesamte Flash- und SSD-Geschäft in das eigenständiges börsennotierte Unternehmen Sandisk ausgegliedert.
  • Western Digital fokussiert sich seitdem auf sein Kerngeschäft mit mechanischen Festplatten (HDDs) und Massenspeicherinfrastruktur.
  • Wichtigste Geschäftspartner von WD sind die globalen Hyperscaler, die in ihren Rechenzentren rund 80% ihrer Cloud-Daten auf mechanischen Festplatten speichern.
  • Western Digital ist Mitglied in den US-Leitindizes S&P 500 und Nasdaq 100 und aktuell ca. 128 Milliarden US$ wert.

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Fazit

Western Digital liefert weiterhin starke Ergebnisse und profitiert von der hohen Nachfrage nach Speicherlösungen für KI-Rechenzentren. An den Geschäftszahlen lässt sich der jüngste Kursrückgang daher kaum festmachen. Die Sorgen betreffen vielmehr die kommenden Jahre und die Frage, wie lange die hohen Preise und Gewinnmargen bestehen bleiben. Sollte sich der aktuelle Wachstumstrend fortsetzen, könnte die Aktie nach der kräftigen Korrektur wieder interessant werden. Die Analysten trauen dem Unternehmen jedenfalls weiterhin einiges zu.

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