Volkswagen-Aktie nach -20%: Zeit für eine Gegenbewegung?
Konflikt mit Arbeitnehmerseite verschärft sich
Für zusätzlichen Druck sorgt der weiter eskalierende Sparkurs in Wolfsburg. Im Beitrag aus der Vorwoche „Der Vorstand zieht die Reißleine“ beleuchtete mein Kollege Peter Wolf-Karnitschnig die Kündigung von zehn Tarifverträgen zum Jahresende. Davon betroffen ist unter anderem der Manteltarifvertrag für mehr als 100.000 Beschäftigte. Volkswagen verschafft sich damit zwar zusätzlichen Verhandlungsspielraum für weitere Kostensenkungen, gleichzeitig drohen jedoch erheblich härtere Auseinandersetzungen mit Betriebsrat und IG Metall.
Der Handlungsdruck ist erheblich. Erst Mitte September senkte Volkswagen die Prognose für die operative Umsatzrendite 2026 von zuvor 4 bis 5,5% auf nur noch bis zu 1%. Rund 10 Milliarden € an Sondereffekten belasten das laufende Jahr, hinzu kommen das schwierige China-Geschäft und zusätzliche Restrukturierungsaufwendungen. Der Konzern selbst räumt ein, dass insbesondere die Kostenbasis schneller sinken muss. Neue Einblicke liefert der Zwischenbericht zum dritten Quartal am 29. Oktober.
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Quelle Chart: stock3
Der zuletzt präferierte Abwärtsfahrplan ist mit dem heutigen Tief bei 67,02 € vollständig aufgegangen. Nach rund -20% seit dem Septemberhoch erscheint eine technische Gegenbewegung nun zunehmend überfällig. Dafür müssten die Käufer zunächst 69,20 € zurückerobern, bevor 70,98 und anschließend 73,12 € als mögliche Erholungsziele warten. Selbst ein Anstieg bis in diesen Bereich würde den übergeordneten Abwärtstrend allerdings bis jetzt nicht infrage stellen. Erst oberhalb von 76,96 € und der dort verlaufenden Abwärtstrendlinie würde sich das Bild substanziell verbessern.
Bleibt der erwartete Konter dagegen schwach und fällt Volkswagen nachhaltig unter 67,10 €, droht die nächste Abwärtswelle. Der aktuelle Chart bietet darunter zunächst nur wenig belastbare Unterstützung und im größeren Bild erscheint ein Rücklauf bis in den Bereich um 61 € durchaus möglich. Genau deshalb lautet die Devise trotz kurzfristig zunehmender Erholungschancen: einen möglichen Rebound nicht vorschnell mit einer Trendwende verwechseln.
ℹ️ Volkswagen in Kürze
- Die Volkswagen AG (WKN: 766403) mit Sitz in Wolfsburg ist der nach Umsatz größte und nach Absatz zweitgrößte Fahrzeughersteller der Welt. Zusätzlich zur Kernmarke Volkswagen ist die VW AG auch Muttergesellschaft zahlreicher weiterer Autohersteller, darunter Audi, Lamborghini, Porsche, Seat und Skoda.
- Neben dem Pkw-Bereich gehört auch der Geschäftsbereich Nutzfahrzeuge mit den Unternehmen MAN und Scania zum VW-Konzern. Zudem bietet der Konzern zahlreiche Finanzdienstleistungen an, darunter Finanzierungen und Versicherungen.
- Volkswagen ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 und aktuell ca. 34 Milliarden € wert.
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Fazit
Die Volkswagen-Aktie hat mit dem heutigen neuen Tief bei 67,02 € auch mein letztes Abwärtsziel praktisch punktgenau erreicht. Nach rund -20% seit dem Septemberhoch halte ich eine technische Gegenbewegung nun für zunehmend wahrscheinlich. Mehr als einen Konter würde ich darin zunächst jedoch nicht sehen. Unterhalb von 73,12 und insbesondere 76,96 € bleibt der Abwärtstrend klar dominant. Fällt auch 67,10 € nachhaltig, könnte die nächste Abwärtswelle sogar Kurse um 61 € auf die Agenda setzen.
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