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Tesla: Eine Value-Aktie?

Eine andere Definition
Vincent Uhr
Die Tesla-Aktie hat sich zum Wochenausklang etwas stabilisiert. Am Freitag gewann sie +0,76% auf 311,21 US$. Seit der Vorlage der Quartalszahlen summiert sich das Minus dennoch auf -16,8%. Fondsmanager Christopher Tsai bezeichnet Tesla nun ausgerechnet als „Value 4.0“-Aktie. Kann ein derart hoch bewerteter Technologietitel tatsächlich ein Value-Investment sein?

Was „Value 4.0“ bedeuten soll

Tsai richtet den Blick nicht auf gegenwärtige Bewertungskennzahlen, sondern auf die künftig erzielbaren Cashflows. Unternehmen aus der Kategorie „Value 4.0“ sollen einen auf Intelligenz basierenden Wettbewerbsvorteil besitzen, digitale Arbeit anbieten, sich selbst finanzieren und Kapital zu hohen Renditen reinvestieren können.

Das klingt wie auf Tesla zugeschnitten: Das bestehende Fahrzeug- und Energiegeschäft finanziert Investitionen in FSD, Robotaxis, Cybercab und Optimus. Gelingt die Umsetzung, könnte Tesla künftig nicht mehr überwiegend Autos verkaufen, sondern hochmargige Software, autonome Fahrleistungen und digitale beziehungsweise robotische Arbeit anbieten.

Ganz neu ist diese Denkweise allerdings nicht. Auch der klassische innere Wert eines Unternehmens basiert auf den erwarteten zukünftigen Cashflows. Entscheidend bleibt deshalb, wie wahrscheinlich diese Cashflows sind und wie viel Anleger heute dafür bezahlen.

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Q2 zeigt Chancen – und die Rechnung

Operativ lieferte Tesla im zweiten Quartal durchaus positive Signale. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um +26% auf 28,24 Milliarden US$. Die Auslieferungen kletterten um +25% auf den Rekordwert von 480.126 Fahrzeugen. Besonders interessant: Die Zahl der aktiven FSD-Abonnements wuchs um +56% auf 1,48 Millionen.

Bei der Profitabilität sieht es schwächer aus. Der operative Gewinn brach um -57% auf 398 Millionen US$ ein, wodurch die operative Marge auf 1,4% sank. Der Nettogewinn verringerte sich um -5% auf 1,11 Milliarden US$.

Aufgrund von Investitionen in Höhe von 5,79 Milliarden US$ rutschte der freie Cashflow auf -1,09 Milliarden US$ ab. Das bestätigt einerseits die Investitionsthese von Tsai. Andererseits zeigt es, wie teuer der Aufbau der neuen Geschäftsfelder ist.

Bewertung bleibt das Problem

Mit einem Börsenwert von rund 1,23 Billionen US$ und einem KGV von knapp 290 ist Tesla trotz des Kursrückgangs keine günstige Aktie. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus -30,8%, vom 52-Wochen-Hoch bei 498,83 US$ hat sich der Titel um -37,6% entfernt.

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Damit die „Value 4.0“-These aufgeht, müssen FSD, Robotaxi und Optimus tatsächlich wiederkehrende und hochmargige Gewinne liefern. Bislang preist die Börse einen erheblichen Teil dieses Erfolgs bereits ein.

ℹ️ Tesla in Kürze

  • Tesla (WKN: A1CX3T) ist ein US-amerikanischer Elektroauto- und Technologiekonzern mit Sitz in Austin (Texas), der sich auf Elektrofahrzeuge, Energiespeicherlösungen und Ladeinfrastruktur spezialisiert hat.

  • Das Unternehmen entwickelt neben Pkw auch neue Mobilitätslösungen wie den elektrischen Schwerlast-Lkw Tesla Semi sowie autonome Fahrtechnologien.

  • Die Aktie ist an der NASDAQ notiert und zählt zu den bekanntesten Technologie- und Wachstumswerten weltweit.

  • Tesla gehört zu den wertvollsten Autoherstellern der Welt und weist eine Marktkapitalisierung von rund 975 Milliarden US$ auf.

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Vincent Uhr

Fazit

Die Tesla-Aktie ist für mich keine Value-Aktie im klassischen Sinn, sondern weiterhin eine hochriskante Wette auf Autonomie und Robotik. Die jüngsten Zahlen stärken die technologische Wachstumsstory, rechtfertigen die Bewertung aber noch nicht. Bestehende Anleger können dabeibleiben. Für einen Neueinstieg wären sichtbare Fortschritte beim Cashflow oder deutlich niedrigere Kurse wünschenswert.