Swiss-Life-Aktie:Starke Zahlen – doch jetzt fallen 600 Jobs weg
Solide Gewinnsteigerung
Operativ läuft es bei Swiss Life rund. Der Reingewinn kletterte in den ersten sechs Monaten des Jahres um 8% auf CHF 649 Millionen. Der Betriebsgewinn erhöhte sich in lokaler Währung ebenfalls um 8% auf CHF 967 Millionen. Besonders dynamisch entwickelte sich das margenstarke Fee-Geschäft: Das Fee-Ergebnis legte um 11% auf CHF 430 Millionen zu.
Auch auf der Einnahmeseite ging es voran. Die Prämieneinnahmen stiegen in lokaler Währung um 3% auf CHF 12,3 Milliarden, die Fee-Erträge um 7% auf CHF 1,34 Milliarden.
Ganz ohne Sondereffekte kam das Ergebnis allerdings nicht zustande. Der Transfer des Netzwerkgeschäfts von Swiss Life International an einen Partner steuerte CHF 29 Millionen zum Betriebs- und Fee-Ergebnis sowie CHF 23 Millionen zum Reingewinn bei. Im eigentlichen Versicherungsgeschäft erhöhte sich das Betriebsergebnis um 4% auf CHF 600 Millionen.
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Renditeziel bereits übertroffen
Besonders stark präsentiert sich die Profitabilität. Die Eigenkapitalrendite sprang von 17,6% auf 20,2%. Damit liegt Swiss Life aktuell sogar oberhalb der selbst gesetzten Zielspanne von 17 bis 19% für das Unternehmensprogramm „Swiss Life 2027“.
Auch die Kapitalausstattung lässt reichlich Spielraum. Die geschätzte SST-Quote lag Ende Juni bei rund 215% nach 213% Ende 2025 und damit deutlich oberhalb der strategisch angestrebten Bandbreite von 140 bis 190%.
Der Cash-Transfer an die Holding erhöhte sich gleichzeitig um 5% auf CHF 1,23 Milliarden. Das sind starke Werte – und Swiss Life lässt seine Aktionäre daran teilhaben.
Weitere CHF 250 Millionen für Aktienrückkäufe
Nachdem der Versicherer Ende Mai bereits ein Aktienrückkaufprogramm über CHF 750 Millionen abgeschlossen hatte, folgt nun die nächste Runde. Ab dem 1. Oktober sollen bis Ende März 2027 eigene Aktien im Volumen von bis zu CHF 250 Millionen zurückgekauft werden.
Damit sendet der Konzern ein klares Signal: Die hohe Profitabilität und starke Kapitalausstattung sollen weiterhin auch den Anteilseignern zugutekommen.
600 Stellen sollen verschwinden
Die guten Zahlen haben allerdings eine Kehrseite. Bis Ende 2028 will Swiss Life gruppenweit rund 600 Stellen abbauen. Jeweils etwa die Hälfte entfällt auf das Schweizer Geschäft und auf Swiss Life Asset Managers, dort vor allem auf Standorte im Ausland.
Ein großer Teil des Abbaus soll über natürliche Fluktuation erfolgen. Durch die selektive Wiederbesetzung offener Stellen wurden bereits rund 100 Positionen reduziert. Bis Ende 2026 sollen weitere rund 100 Stellen wegfallen.
CEO Matthias Aellig begründet den Schritt mit dem Ziel, Swiss Life auch über 2027 hinaus profitabel wachsen zu lassen. Neben einer höheren operativen Effizienz soll dabei vor allem die fortschreitende Digitalisierung helfen.
Deutschland und Frankreich legen zu
Auch regional zeigt sich insgesamt ein ordentliches Bild. Im Schweizer Heimatmarkt stiegen die Prämieneinnahmen um 7% auf CHF 6,75 Milliarden, das Segmentergebnis verbesserte sich um 2%.
In Frankreich erhöhte sich das Segmentergebnis um 9%, in Deutschland um 4%. Im internationalen Geschäft gingen die Prämieneinnahmen dagegen um 8% zurück, was unter anderem mit dem Transfer des Netzwerkgeschäfts zusammenhängt.
Weniger "Fresh-Money"
Einen kleinen Schönheitsfehler gibt es bei Swiss Life Asset Managers. Zwar stiegen die verwalteten Vermögen im Geschäft mit Drittkunden von CHF 146 Milliarden Ende 2025 auf CHF 158 Milliarden. Die Netto-Neugeldzuflüsse gingen jedoch deutlich zurück.
Mit CHF 7,2 Milliarden lagen sie rund 45% unter den außergewöhnlich starken CHF 13,2 Milliarden des Vorjahreszeitraums. Dennoch erhöhten sich die Gesamterträge der Sparte um 5% auf CHF 519 Millionen und das Segmentergebnis um 4% auf CHF 152 Millionen.
ℹ️ Swiss Life in Kürze
- Die Swiss Life Holding AG (WKN: 778237) mit Hauptsitz in Zürich ist einer der führenden europäischen Anbieter von Lebensversicherungs-, Vorsorge- und Finanzlösungen.
- Das Kerngeschäft umfasst Lebens- und Vorsorgelösungen für Privat- und Unternehmenskunden in den wichtigen Märkten Schweiz, Frankreich und Deutschland.
- Darüber hinaus ist der Konzern mit Swiss Life Asset Managers in der Vermögensverwaltung für institutionelle und private Anleger tätig.
- Die Swiss-Life-Aktie ist an der Schweizer Börse SIX notiert. An der Börse wird der Konzern aktuell mit rund CHF 27 Milliarden bewertet.
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Fazit
Swiss Life liefert ein überzeugendes Halbjahr ab. Steigende Gewinne, ein starkes Fee-Geschäft, eine Eigenkapitalrendite von 20,2% und die komfortable Kapitalausstattung sprechen für die operative Stärke des Versicherers. Hinzu kommt das neue Aktienrückkaufprogramm über CHF 250 Millionen, das die Attraktivität für Aktionäre zusätzlich erhöht.
Ganz makellos sind die Zahlen allerdings nicht. Ein Teil des Gewinnanstiegs beruht auf einem Sondereffekt, während sich die Netto-Neugeldzuflüsse im Asset Management nahezu halbiert haben. Der angekündigte Stellenabbau zeigt zudem, dass Swiss Life die Kosten weiter fest im Blick behalten muss.
Unter dem Strich überwiegen für mich dennoch klar die positiven Aspekte. Die Kombination aus Wachstum, hoher Profitabilität und üppiger Kapitalausstattung stimmt. Wer die Aktie bereits im Depot hat, kann aus meiner Sicht investiert bleiben. Für Neueinsteiger bleibt Swiss Life ebenfalls interessant, nach der starken langfristigen Kursentwicklung würde ich allerdings eher Rücksetzer zum Einstieg nutzen.
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