Rocket Lab-Aktie: Eine Rakete im Sturzflug — trotzdem einsteigen?

Neues Jahrestief
Die letzen Tagen waren für die Aktionäre von Rocket Lab USA zum Vergessen. Innerhalb von acht Handelstagen hat sich ein Drittel des Börsenwerts des US-Raumfahrtunternehmens in Luft aufgelöst. Was steckt hinter dem Sinkflug der Rocket Lab-Aktie und sollten Anleger trotzdem mutig sein und investieren?

Der Erstflug wird verschoben

Hauptauslöser des massiven Kursrückangs der letzten Tage für die Nachricht von Rocket Lab, dass das Unternehmen den Erststart der neuen Neutron-Rakete vom ursprünglich anvisierten Termin Ende 2026 auf das Jahr 2027 verschieben muss, weil bei der Produktion des Treibstofftanks technische Probleme aufgetreten sind.

Bei Qualitätsprüfungen wurden in den vorderen und hinteren Kuppeln des Kohlefaser-Treibstofftanks der ersten Stufe winzige Hohlräume bzw. Lufteinschlüsse zwischen den einzelnen Kohlefaserschichten entdeckt. Zuvor hatte das Unternehmen den Herstellungsprozess auf automatisiertes Faserlegen umgestellt und im Zuge dessen eine kleine Designänderung vorgenommen, um die Struktur zu verstärken. Genau in diesen dickeren Bereichen traten die unerwarteten Materialunregelmäßigkeiten auf.

Obwohl das Auftreten solcher Hohlräume nicht zwangsläufig das unmittelbare Versagen des Bauteils im Flug bedeuten muss, verfolgt das Management den Grundsatz, keinerlei Kompromisse bei den Sicherheitsreserven einzugehen. Rocket Lab hat den Produktionsprozess daraufhin angepasst und den hinteren Tankdomes bereits erfolgreich mit dem modifizierten Verfahren gefertigt. Die Endmontage des betroffenen Erststufentanks sowie die anschließenden Qualifikations- und Drucktests sind nun für das erste Quartal 2027 angesetzt, weshalb ein verlässlicher Starttermin erst nach dem erfolgreichen Abschluss dieser Tests neu kommuniziert werden kann.

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Eine Katastrophe in zweifacher Hinsicht

Für die Börse ist diese Nachricht in zweifacher Hinsicht eine Katastrophe. Zum einen, weil die Neutron-Rakete für den künftigen Vorstoß in lukrativere Märkte mit größeren Nutzlasten von entscheidender Bedeutung ist. Der aus den Raketenflüge generierte Umsatz verschiebt sich nun um mehrere Monate nach hinten.

Zum anderen kompromittiert die Startverschiebung das Vertrauen in das Management. Zwar hat Rocket Lab seit jeher der Sicherheit der Raketenstarts den Vorrang vor kommerziellen Interessen gegeben, aber die Börse will selbstverständlich auch Resultate sehen.

Ausführliche Chartanalyse

Eine ausführliche Chartanalyse findet ihr bei meinem Kollegen Christian Kämmerer.

Selbst die Bären sind bullisch

Zahlreiche Banken reagierten auf die jüngste Negativmeldung mit Kurszielkorrekturen. So reduzierte KeyBank das Kursziel von 135 auf 100 US$, Citizens von 130 auf 90 US$, Goldman Sachs von 75 auf 67 US$ und Clear Street von 129 auf 105 US$.

Wie groß die generelle Schwierigkeit der Bewertung der Rocket Lab-Aktie ist, zeigt die große Bandbreite der Kursziele. Sie liegen zwischen 65 und 150 US$.

Das bedeutet aber, dass die Bullen mit einer Verdreifachung des Kurses innerhalb eines Jahres rechnen. Selbst die Bären sehen ein weiteres Upside von +30% in der Rocket Lab-Aktie.

Auch ich bin bullisch in Bezug auf den Raumfahrtitel eingestellt. Bereits in meinen letzten Analysen der Rocket Lab-Aktie habe ich darauf hingewiesen, dass man diese Aktie keinesfalls mit der Kurzsichtbrille auf der Nase beurteilen sollte.

Verschiebungen von mehreren Monaten sind in der Raumfahrtbranche völlig normal. Deshalb halte ich den jüngsten Abverkauf der Aktie für völlig übertrieben. Die Neutron-Rakete wird meiner Überzeugung nach ein voller Erfolg — auch wenn sie ein paar Monate später als geplant an den Start gehen wird.

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ℹ️ Rocket Lab USA in Kürze

  • Rocket Lab USA (WKN: A419CG) ist ein in Long Beach in Kalifornien ansässiger Hersteller von Luft- und Raumfahrtprodukten und Anbieter von Raketentransporten.
  • Das 2006 gegründete Unternehmen entwickelt und betreibt die Trägerrakete Electron, die Kleinsatelliten ins All transportiert.
  • Darüber hinaus stellt Rocket Lab USA Satellitenkomponenten wie Star Tracker, Reaktionsräder, Solarzellen und -anordnungen, Satellitenfunkgeräte, Trennsysteme sowie Flug- und Bodensoftware her.
  • Rocket Lab USA ist Mitglied im Nasdaq 100 und ist ca. 30 Milliarden US$ wert.

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Fazit

Für Anleger eröffnet sich hier eine sehr spannende Investmentgelegenheit. Rocket Lab ist neben SpaceX zweifellos das spannendste Raumfahrtunternehmen der USA.

Es bietet Satellitenbau, Satellitenkommunikation und Raketentransporte aus einer Hand und ist damit neben Elon Musks Raumfahrtkonzern das einzige integrierte Unternehmen dieser Branche. Das wird sich langfristig bezahlt machen. Dementsprechend langfristig sollte man hier denken und investieren.