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Rheinmetall zieht an, Infineon schmiert ab: DAX-Ausblick

Auf Erholungskurs
Der DAX hat sich in der vergangenen Woche deutlich erholt. Unter dem Strich gewann das größte deutsche Börsenbarometer rund 570 Punkte und schloss +2,28% höher mit 25.660 Punkten. Die höchsten Gewinne verzeichneten die Aktien von Rheinmetall und Scout24, Infineon rutschte ans DAX-Ende. Geht es in der neuen Woche weiter nach oben?

Die Bullen melden sich zurück

Der Markt startete schwungvoll in die Handelswoche und trotzte dabei den hohen Ölpreisen. Auch am Dienstag hielt die positive Stimmung an, auch wenn die Gewinne im Handelsverlauf wieder abbröckelten. Zur Mitte der Woche hielten sich Anleger zurück, ehe es am Donnerstag und Freitag wieder kräftig nach oben ging.

Die Stimmung hellt sich auf

Der DAX hat turbulente Handelstage hinter sich – und startet mit etwas mehr Rückenwind in die neue Woche. Nachdem die Zweifel an milliardenschweren KI-Investitionen vor allem Technologieaktien unter Druck gesetzt haben, scheint sich die Stimmung am breiten Markt inzwischen aufzuhellen. Doch ob aus der Erholung tatsächlich der Auftakt zu einer Jahresendrallye wird, bleibt offen.

Denn die Risiken sind keineswegs verschwunden. Der Nahostkonflikt hält die Energiepreise hoch, die Inflation könnte erneut an Fahrt gewinnen und die Anleiherenditen bleiben ein Belastungsfaktor für Aktien. Hinzu kommt die Frage, ob sich die enormen Investitionen in künstliche Intelligenz für die großen Technologiekonzerne schnell genug auszahlen. Die kommende Handelswoche dürfte wichtige Hinweise liefern, ob die Anleger wieder mutiger werden können.

DAX profitiert von seiner Branchenstruktur

Dass sich der deutsche Leitindex zuletzt vergleichsweise robust zeigte, liegt auch an seiner Zusammensetzung. Während die großen US-Indizes stark von Technologiekonzernen geprägt sind, dominieren im DAX Industrie-, Chemie- und Automobilwerte. Das kann sich in einer Phase, in der Anleger die hohen Bewertungen und Investitionsbudgets der KI-Branche kritisch hinterfragen, als Vorteil erweisen.

Inflation und Konjunktur liefern wichtige Signale

Zum Wochenstart bleibt der Blick auf die geopolitische Lage und die Energiepreise gerichtet. Besonders relevant wird es am Dienstag: Dann stehen die deutschen Erzeugerpreise für September sowie die ZEW-Konjunkturerwartungen auf der Agenda. Der ZEW-Index dürfte nach Einschätzung von Marktbeobachtern leicht nachgeben. Das Signal für eine mögliche konjunkturelle Erholung könnte jedoch bestehen bleiben.

Am Freitag folgt mit den Einkaufsmanagerindizes von S&P Global für Deutschland, die Eurozone und die USA ein wichtiger Stimmungstest. Die Daten werden zeigen, wie sich die Geschäftsaussichten in Industrie und Dienstleistungssektor entwickeln. Schwache Werte könnten die Konjunktursorgen verstärken, während positive Überraschungen den Aktienmärkten neuen Schwung verleihen würden.

Auch die Geldpolitik bleibt ein Thema. Aussagen von US-Notenbankchef Kevin Warsh hatten zuletzt die Erwartungen an eine kurzfristige Zinserhöhung gedämpft. Zugleich betonte er das enorme Potenzial künstlicher Intelligenz für Produktivität und Wachstum.

SAP, Deutsche Börse und US-Techwerte im Fokus

Auf Unternehmensseite nimmt die Berichtssaison weiter Fahrt auf. Am Dienstagabend legt die Deutsche Börse ihre Quartalszahlen vor, am Mittwoch folgt das DAX-Schwergewicht SAP. Gerade beim Softwarekonzern werden Anleger genau darauf achten, ob sich das Wachstum im Cloudgeschäft fortsetzt und die Perspektiven für das KI-Geschäft überzeugen.

In den USA stehen SpaceX und Netflix (Dienstag), Meta, Tesla, IBM und Texas Instruments sowie Western Digital (Donnerstag) auf dem Programm. Die Zahlen dürften nicht nur für die jeweiligen Aktien wichtig sein, sondern auch Hinweise auf die Verfassung des Technologiesektors liefern. Entscheidend ist dabei weniger allein, ob die Unternehmen die Erwartungen übertreffen. Vielmehr kommt es auf die Nachfrage, die Margen und künftigen Investitionen sowie die weiteren Ausblicke an.

Sollten die Unternehmen überzeugen, könnte das die zuletzt nervösen Anleger beruhigen. Enttäuschungen würden dagegen das Risiko neuer Rückschläge erhöhen.

Rheinmetall und Scout24 ziehen an, Infineon bricht ein

Hierzulande waren die Aktien von Rheinmetall und Scout24 die Top-Performer mit einem Wochenplus von +16,09% bzw. +10,84%. Rheinmetall hat vom Wiedererstarken von Rüstungsaktien profitiert und schaffte zum Ende der Woche den Sprung zurück über die 1.000-€-Marke und die 50- sowie 100-Tage-Linie.

Auch bei Scout24 ist nach einer langen Abwärtsbewegung die Hoffnung auf eine Trendwende zurückgekehrt. Die vergangene Woche war bereits die zweite Woche in Folge mit starken Kursaufschlägen, was am Freitag zu einem Verlaufshoch seit Anfang Februar führte.

Weniger gut lief es bei der Aktie von Infineon, die auf Wochensicht knapp -11% einbüßte und erstmals seit April wieder unter die 50-€-Marke rutschte. Belastet wird die Stimmung im KI-Sektor aktuell von Ängsten um zunehmenden Wettbewerb aus China und Finanzierungssorgen.

Chartbild hellt sich auf

Der DAX hat sich wieder deutlich stabilisiert. Testete der Index zum Ende der vorangegangenen Woche noch die 200-Tage-Linie, beträgt der Abstand zum langfristigen Trendindikator eine Woche später schon wieder knapp 1.000 Punkte.

Dabei ist es dem Index gelungen, den kurzfristigen Abwärtstrend seit dem Rekordhoch von Ende August zu durchbrechen und die 100-Tage-Linie zurückzuerobern. Fast erreicht ist die 50-Tage-Linie, die eine der letzten Hürden auf dem Weg zur bisherigen Rekordmarke von 26.618,74 Punkten darstellt.

Sie dürfte zu Beginn der neuen Woche in den Fokus rücken. Wird sie überwunden, wäre aus charttechnischer Sicht der Weg zu neuen frei. Prallt der Index nach unten ab, könnten Gewinnmitnahmen zu einem schnellen Rücksetzer in Richtung der 100-Tage-Linie bei 25.424 Punkten führen.

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Fazit

Die Ausgangslage für den DAX hat sich verbessert, doch die nächste Bewährungsprobe steht bereits bevor. Positive Signale aus der KI- und Chipbranche, robuste Konjunkturdaten und überzeugende Quartalszahlen könnten die Erholung festigen. Anhaltend hohe Energiepreise, neue Inflationssorgen oder enttäuschende Unternehmensausblicke bleiben aber stetige Risikofaktoren. Anleger sollten deshalb nicht allein auf die jüngste Aufwärtsbewegung setzen: Die kommende Woche muss zeigen, ob aus vorsichtigem Optimismus wieder echte Kaufbereitschaft wird.

Ergänzend dazu: Viele Dividenden-Aktien sind derzeit unterbewertet und bieten einen günstigen Einstiegszeitpunkt. Diese Übersicht zeigt zehn Titel aus verschiedenen Sektoren, die sowohl für Cashflow als auch für Kursgewinne interessant sein könnten.