Rheinmetall-Aktie: Neue Woche, neuer Kampf
Insiderkauf trifft auf Weltraum-Fantasie
Bereits am Freitag rückte mein Kollege Vincent Uhr in seinem Beitrag „Papperger investiert eine halbe Million“ einen bemerkenswerten Insiderkauf in den Fokus. Konzernchef Armin Papperger hatte am 29. September insgesamt 525 Rheinmetall-Aktien zu Kursen um 950 € für knapp 500.000 € erworben. Gerade die Nähe zur aktuell umkämpften Unterstützungszone macht den Zeitpunkt interessant. Gleichzeitig bleiben Analysten langfristig optimistisch: Bernstein nennt weiterhin 1.900 €, Berenberg 1.600 € als Kursziel. Eine Garantie für einen Boden ist der Insiderkauf freilich nicht.
Neue Wachstumsfantasie liefert inzwischen sogar das Weltall. Am Donnerstag brachte Rheinmetall gemeinsam mit dem italienischen Raumfahrtunternehmen Argotec den ersten Satelliten für militärische Luftverteidigungsüberwachung mit einer SpaceX-Rakete ins All. Damit erweitert der Konzern sein Geschäft um satellitengestützte Lageerfassung. Die operative Basis bleibt ohnehin stark: Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um +39% auf 5,23 Milliarden €, das operative Ergebnis um +74% auf 786 Millionen € und der Backlog erreichte 80,5 Milliarden €. Für 2026 erwartet Rheinmetall weiterhin 13,7 bis 14,2 Milliarden € Umsatz bei rund 19% operativer Marge.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.
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Quelle Chart: stock3
Die Reaktionen rund um 946,60 € sind inzwischen deutlich erkennbar. Nachdem die Aktie am Donnerstag intraday bis auf 940 € gefallen war, gelang am Freitag mit 956,90 € der wichtige Wochenschluss oberhalb der Schlüsselmarke. Auch zum heutigen Wochenauftakt wurde der Bereich mit einem bisherigen Tief bei 951,20 € erneut verteidigt. Solange dies so bleibt, besitzt das Konterszenario Bestand. Dafür müsste Rheinmetall zunächst die kurzfristige Abwärtstrendlinie überwinden und anschließend 1.037,60 € zurückerobern. Gelingt dieser Befreiungsschlag, würde 1.122 € wieder in den Fokus rücken.
Trendfolgend bleibt die Lage jedoch fragil. Ein Tagesschluss unter 946,60 € würde die jüngsten Stabilisierungsversuche deutlich relativieren und dürfte den Weg rasch bis zur runden 900-€-Marke beziehungsweise dem bisherigen Jahrestief bei 900,20 € öffnen. Dort wäre erneut mit Gegenwehr zu rechnen. Fällt allerdings auch dieser Bereich nachhaltig, würde sich die übergeordnete Korrektur nochmals verschärfen und im größeren Bild die breite Unterstützungsregion darunter bis hin zu 772 € wieder relevant. Die Kuh ist oberhalb von 946,60 € damit keineswegs vom Eis, die Käufer besitzen dort aber weiterhin ihre Chance.
ℹ️ Rheinmetall in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 45 Milliarden €.
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Fazit
Rheinmetall verteidigt die Schlüsselzone um 946,60 € bislang mit sichtbaren Kaufreaktionen. Solange dies auch per Tagesschluss gelingt, bleibt ein Konter über 1.037,60 bis 1.122 € möglich. Fällt die Aktie dagegen nachhaltig unter 946 €, dürfte 900,20 € rasant wieder auf die Agenda rücken. Genau deshalb bleibt die aktuelle Zone für mich der zentrale Gradmesser für die kommenden Handelstage.
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