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Renk-Aktie: Ist sie massiv unterbewertet?

Vor Quartalszahlen
Die Renk-Aktie konnte sich seit ihrem Jahrestief von rund 34 Euro bislang nur teilweise erholen; am Donnerstag notiert sie aktuell bei 36,80 €. Insgesamt befindet sich der Kurs weiterhin in einem Abwärtstrend. Auf Jahressicht beläuft sich der Verlust auf rund -58%. Für Anleger stellt sich daher die Frage: Wie geht es jetzt weiter, und bietet das aktuelle Kursniveau eine attraktive Einstiegschance?

Größter Verlierer unter den deutschen Rüstungswerten

Rüstungsaktien stehen derzeit weniger stark im Anlegerfokus als noch zu früheren Zeitpunkten. Das spiegelt sich auch in der Kursentwicklung der Branche wider.

Unter den drei großen deutschen Rüstungswerten Rheinmetall, Hensoldt und Renk verzeichnete Renk auf Jahressicht den stärksten Rückgang. Seit dem Hoch im Oktober des Vorjahres bei rund 90 Euro hat die Aktie etwa -58% verloren. Bei Rheinmetall belief sich das Minus auf rund -45%, während Hensoldt lediglich etwa -13% einbüßte.

Ein möglicher Grund für die unterschiedliche Entwicklung liegt in den jeweiligen Geschäftsmodellen. Renk konzentriert sich vor allem auf Antriebs- und Getriebetechnik, die unter anderem in militärischen Landfahrzeugen zum Einsatz kommt. Rheinmetall und Hensoldt verfügen dagegen über breiter aufgestellte Produktportfolios.

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Rekordauftragseingang sorgt für Rückenwind

Die operative Entwicklung des Unternehmens zeigt weiterhin eine hohe Dynamik. Im ersten Halbjahr erzielte Renk einen Rekordauftragseingang von 1,2 Milliarden €. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg von 29,7%. Allein im zweiten Quartal gingen Aufträge im Volumen von rund 613 Millionen € ein.

Der gesamte Auftragsbestand beläuft sich inzwischen auf 7,4 Milliarden €. Damit verfügt das Unternehmen über eine umfangreiche Grundlage für die künftige Geschäftsentwicklung.

Weiteres Wachstum erwartet

Auch im dritten Quartal könnte Renk vom hohen Auftragsbestand und der Nachfrage nach militärischer Antriebstechnik profitieren. Die Quartalszahlen sollen am 5. November veröffentlicht werden.

Besonders interessant wird sein, ob sich das Umsatzwachstum gegenüber dem ersten Halbjahr beschleunigt. In diesem Zeitraum legte der Umsatz lediglich um 2,7% zu. Entscheidend ist daher, ob Renk die hohen Auftragseingänge zunehmend in zusätzliche Erlöse umwandeln kann.

Auch die Profitabilität verdient Aufmerksamkeit. Die operative EBIT-Marge lag zuletzt bei 15,4%. Ich erwarte kurzfristig keine wesentliche Veränderung.

Bewertung

Eine schnelle Rückkehr der Rüstungsaktien in den Mittelpunkt des Anlegerinteresses ist derzeit nicht sicher. Die Kursentwicklung dürfte daher neben den Geschäftszahlen auch von der allgemeinen Börsenstimmung und der Einschätzung der weiteren Rüstungsausgaben abhängen.

Fundamental verfügt Renk mit seinem umfangreichen Auftragsbestand über eine gute Ausgangslage für die kommenden Jahre. Allerdings ist nicht allein die Höhe der Aufträge entscheidend. Wichtig ist vor allem, welche Gewinne das Unternehmen daraus erwirtschaften kann.

Das operative Ergebnis dürfte bei weiterem Wachstum absolut steigen. Eine deutliche Verbesserung der EBIT-Marge ist dagegen zunächst nicht zwingend zu erwarten.

Die Analysten sehen erhebliches Aufwärtspotenzial. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 65 €.

ℹ️ Renk in Kürze

  • Die Renk Group (WKN: RENK73) mit Hauptsitz in Augsburg ist ein weltweiter Hersteller von Getrieben, Motoren, Hybridantriebssystemen, Federungssystemen für Fahrzeuge, Gleitlagern, Kupplungen und Prüfsystemen.
  • Das Unternehmen baut Spezialgetriebe für Panzer, Fregatten, Eisbrecher und industrielle Anwendungen und ist führender Lieferant von Fahrwerken und Dämpfungssystemen für militärische Ketten- und Radfahrzeuge.
  • Renk produziert an drei Standorten in Deutschland sowie in der Schweiz, Großbritannien und den USA.
  • Renk notiert seit Ende März im Nebenwerteindex MDAX und ist etwa 3,8 Milliarden € wert.

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Fazit

Aus meiner Sicht ist die Renk-Aktie unterbewertet, allerdings nicht massiv. Die fundamentalen Daten sprechen für höhere Kurse. Die Einschätzung der Rüstungswerte seitens der Anleger dürfte sich kurzfristig nicht ändern.

Daher erwarte ich keinen gravierenden Kursanstieg. Anleger sollten zunächst die anstehenden Quartalszahlen abwarten.

Hier sei erwähnt: Die nächste Rüstungsspirale wird durch Rohstoffe angetrieben – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Aktien, die massiv vom Trend profitieren werden.