Nordex-Aktie: Noch mehr Rückenwind
Starke Zahlen, starke Prognose
Der starke Kursanstieg der Nordex-Aktie geht auf überraschend starke vorläufige Kennzahlen für das dritte Quartal und eine deutliche Prognoseanhebung zurück. Der Umsatz erhöhte sich im abgelaufenen Vierteljahr um 28% gegenüber dem Vorjahr auf 2,19 Milliarden €.
Eine noch deutlichere Steigerung gelang Nordex beim operativen Ergebnis. Das EBITDA verdoppelte sich glatt von 136 Millionen € im Vorjahresquartal auf zuletzt 278 Millionen € und lag damit 15% über der Konsensschätzung der Analysten. Die operative Marge kletterte demnach auf starke 12,7%.
Aufgrund dieser starken Geschäftsentwicklung hob das Nordex-Management die Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 an. Statt bislang 8 bis 11% geht der Windkraftanlagenbauer nun von einer wesentlich höheren EBITDA-Marge zwischen 11,5 und 12,5% aus.
Auch das Neugeschäft läuft wie geschmiert. Der Auftragseingang stieg zuletzt um 30% auf 2,81 Gigawatt Leistung. Und nicht zuletzt überzeugen auch die sonstigen Finanzkennzahlen. Nordex erwirtschaftete im vergangenen Quartal einen freien Cashflow von 379 Millionen €, wodurch sich die Liquidität per Ende September auf rund 2,33 Milliarden € erhöhte.
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Ein deutlich verbesserter Chart
Das Chartbild der Nordex-Aktie hat sich in den letzten Tagen ebenfalls deutlich verbessert. Nachdem der MDAX-Wert beim Support von 34 € einen Boden gefunden hat, ist der Kurs nach oben gedreht. Nun könnte die Aktie das positive Momentum nutzen, um das 3-Monatshoch bei knapp 42 € zu durchbrechen.
Bulle oder Bär?
Die Schlussfolgerungen von Analysten auf die jüngsten Zahlen und Prognosen fallen jedoch höchst unterschiedlich aus. Die Investmentbank Jefferies bestätigte ihre Kaufempfehlung für die Nordex-Aktie und erhöhte das Kursziel von 60 auf 63 €. Damit sehen die Jefferies-Bullen ein Upside von satten +60% gegenüber dem aktuellen Kursniveau.
Die kanadische Bank RBC ist hingegen im Lager der Bären zu Hausse. Sie stuft die Nordex-Aktie nach wie vor mit „Underperform“ ein und und sieht das Kursziel von 36 € etwa -10% unter dem aktuellen Aktienkurs.
Meine Einschätzung der Nordex-Aktie liegt zwischen den Bullen von Jefferies und den Bären von RBC. Ich bin leicht optimistisch in Bezug auf die weitere Kursentwicklung eingestellt.
Mit einem Forward-KGV von 16 ist die Nordex-Aktie kein Schnäppchen mehr für ein Unternehmen mit einem voraussichtlichen Wachstum von ca. 16% im laufenden und rund 8% im kommenden Jahr. Allerdings hat Nordex mit seiner Prognoseanhebung bewiesen, dass es deutlich profitabler arbeiten kann als bislang angenommen. Allzu viel Luft nach oben dürfte der Onshore-Windkraftanlagenproduzent meiner Meinung nach aber nicht haben.
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ℹ️ Nordex in Kürze
- Die Nordex SE (WKN: A0D655) mit Sitz in Hamburg entwickelt und produziert Onshore-Windkraftanlagen (für den Betrieb an Land). Außerdem ist Nordex in der Planung von Windparks bis zu deren schlüsselfertiger Errichtung tätig.
- Neben der Hauptproduktionsstätte in Rostock fertigt das Unternehmen an weiteren Standorten in Deutschland, Brasilien, Indien, Mexiko und Polen.
- Insgesamt installierte Nordex bislang Windenergieanlagen in über 40 Ländern mit einer Leistung von ca. 51 Gigawatt.
- Nordex im Mitglied im MDAX und TecDAX und an der Börse ca. 9,4 Milliarden € wert.
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Fazit
Mit einem Investment in die Nordex-Aktie können Anleger in meinen Augen mittelfristig wenig falsch machen. Das Downside halte ich für begrenzt.
Das Gleiche gilt aber auch für das Upside. Zu gut ist der Windkrafttitel in den letzten drei Jahren bereits gelaufen.