Meta-Aktie: 2.000 Apps – wird Muse die nächste Geldmaschine?
Der Vertriebsvorteil ist gewaltig
Muse beantwortet nicht nur Fragen, sondern führt mehrstufige Aufgaben selbstständig aus. Der Agent kann E-Mails versenden, Reisen buchen, Einkäufe erledigen oder beim Verkauf eines Autos helfen. Nutzer können dafür ihre E-Mail-Adresse, ihren Kalender, Instagram und weitere Anwendungen verbinden.
Innerhalb der ersten beiden Wochen wurden unter anderem Walmart, Best Buy, Sephora und Wayfair eingebunden. Frühe Rückmeldungen zeigen laut Bank of America, dass besonders die weitgehend selbstständige Erledigung komplexerer Aufgaben gut ankommt.
Metas entscheidender Vorteil gegenüber vielen KI-Start-ups ist die vorhandene Verbreitung. Im zweiten Quartal nutzten täglich durchschnittlich 3,6 Milliarden Menschen mindestens eine Anwendung des Konzerns. Muse besitzt zwar eine eigene App, kann aber auch direkt über WhatsApp angesprochen werden. Später dürfte der Agent stärker in Instagram, Facebook, Messenger und Metas KI-Brillen integriert werden.
Meta muss seine Nutzer somit nicht erst auf eine völlig neue Plattform locken. Der Konzern kann Muse dort anbieten, wo bereits kommuniziert, eingekauft und nach Produkten gesucht wird.
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Drei Wege zur Monetarisierung
Der offensichtlichste Ansatz sind kostenpflichtige Abonnements für intensive Nutzer. Muse ist grundsätzlich kostenlos verfügbar, bietet aber zusätzliche Bezahltarife. Schon ein kleiner zahlender Anteil an Metas enormer Nutzerbasis könnte Milliardenumsätze erzeugen.
Noch interessanter erscheint das Transaktionsgeschäft. Wenn Muse Reisen bucht, Produkte kauft oder Dienstleistungen vermittelt, könnte Meta von Händlern eine Provision oder einen Anteil am vermittelten Umsatz verlangen. JPMorgan erwartet langfristig einen direkten Austausch zwischen den Agenten von Kunden und Unternehmen. Das manuelle Durchsuchen zahlreicher Internetseiten würde dadurch teilweise entfallen.
Als dritte Möglichkeit bietet sich Werbung an. Unternehmen könnten dafür bezahlen, bei passenden Produktempfehlungen berücksichtigt zu werden. Meta müsste allerdings transparent zwischen einer objektiv geeigneten Empfehlung und einer bezahlten Platzierung unterscheiden. Andernfalls wäre das Vertrauen in den persönlichen Assistenten schnell beschädigt.
Damit greift Muse perspektivisch nicht nur ChatGPT an. Auch Google, Amazon, Booking und klassische Vergleichsportale könnten einen Teil des wertvollen Zugangs zum Kunden verlieren.
Vertrauen wird zur wichtigsten Währung
Damit Muse zuverlässig handeln kann, benötigt der Agent deutlich mehr persönliche Informationen als ein gewöhnliches soziales Netzwerk. E-Mails, Termine, Kontakte und Einkäufe erlauben eine starke Personalisierung, erhöhen aber zugleich das Missbrauchsrisiko.
Meta betont, dass Unterhaltungen mit Muse nicht mit den eigenen Werbesystemen geteilt werden. Geeignete Einkäufe sollen zudem durch den Zahlungsdienst Link abgesichert sein. Trotzdem muss der Konzern beweisen, dass der Agent keine falschen Käufe tätigt, private Inhalte offenlegt oder manipulierten Anweisungen folgt. Einzelne schwerwiegende Fehler könnten die Akzeptanz erheblich bremsen.
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Muse muss die Milliardeninvestitionen rechtfertigen
Im zweiten Quartal steigerte Meta den Umsatz um 28% auf 60,8 Milliarden US$. Die Investitionen in Rechenzentren, Server und Netzwerke sprangen jedoch auf 31,08 Milliarden US$. Dadurch brach der freie Cashflow auf nur noch 784 Millionen US$ ein. Für das Gesamtjahr sind Investitionen von 130 bis 145 Milliarden US$ geplant.
Muse liefert erstmals eine konkrete Vorstellung davon, wie sich diese Ausgaben neben einer besseren Onlinewerbung auszahlen könnten. JPMorgan erhöhte das Kursziel deshalb von 820 auf 920 US$ und bestätigte die Einstufung „Overweight“.
ℹ️ Meta Platforms in Kürze
- Meta Platforms (ehemals Facebook) (WKN: A1JWVX) ist ein US-Technologieunternehmen und Mutterkonzern der weltweit größten sozialen Netzwerke Facebook und Instagram.
- Darüber hinaus gehören auch die Instant-Messaging-Apps WhatsApp und Messenger sowie der Virtual-Reality-Gerätehersteller Meta Quest zu Meta Platforms.
- Der Konzern hat seinen Sitz im kalifornischen Menlo Park und ist sowohl Mitglied des Nasdaq 100 auch als des S&P 500 Index.
- Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 1,91 Billionen US$ liegt Meta Platforms gegenwärtig auf Platz 10 der wertvollsten Unternehmen der Welt.
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Fazit
Muse besitzt dank Metas Milliardenreichweite tatsächlich das Potenzial für ein neues Umsatzstandbein. Noch sind Nutzerbindung, Vertrauen und Monetarisierung allerdings nicht bewiesen. Langfristig stärkt der Agent meine positive Einschätzung der Meta-Aktie – nach der starken Rallye würde ich Neueinsteiger dennoch auf einen Rücksetzer warten lassen.