McDonald’s-Aktie: Warum hat die Börse den Appetit verloren?

Neues 3-Jahrestief
Einen Kursverlust von -5% erlebt man mit der McDonald’s-Aktie nicht alle Tage. Gestern war so ein Tag. Der Kurs der Fast-Food-Kette sackte damit auf ein neues 3-Jahrestief. Was war der Auslöser des Kurseinbruchs und warum haben Anleger komplett den Appetit auf Big Macs & Co. verloren?

Die Kunden kommen nicht mehr

Auslöser des gestrigen Kurseinbruchs der McDonald’s-Aktie war der Investor Day, auf dem das Management die neue „NEXT“-Strategie vorstellte. Sie fiel bei Anlegern offenbar durch. Wie sehen die Details aus?

Die Ausgangslage bei McDonald’s ist alles andere als optimistisch. CEO Chris Kempczinski stellte in Aussicht, dass die Kundenfrequenz in wichtigen Märkten bei anhaltend hoher Inflation zunächst weitgehend stagnieren dürfte. Im letzten Quartal legte der Umsatz auf dem US-Markt nur um 0,8% zu, die Kundenentwicklung war sogar schwächer.

McDonald’s hatte zuletzt Schwierigkeiten, einkommensschwächere Kunden mit seinen Value-Angeboten zurückzugewinnen. Die Börse hatte sich einen schneller Turnaround der Fast-food-Kette erhofft.

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Ein gewaltiges Unterstützungspaket

Der Hauptgrund für die negative Kursreaktion der McDonald’s-Aktie zur Wochenmitte dürfte jedoch ein gewaltiges Unterstützungspaket für die Franchise-Nehmer sein. McDonald’s plant bis 2036 etwa 8,5 Milliarden US$ an Unterstützung, davon rund 5 Milliarden US$ bereits bis 2030. Das Geld soll unter anderem in Mietentlastungen, Restaurantmodernisierungen, Technologie und effizientere Abläufe fließen.

Die Modernisierung eines durchschnittlichen US-Restaurants kostet laut Expertenschäzungen mindestens 1,2 Millionen US$. McDonald’s übernimmt aber nicht die gesamten Kosten. Auch die Franchise-Nehmer müssen ihren Beitrag leisten.

Und das ist der Knackpunkt. Offenbar erwirtschaften viele Restaurants mit dem goldenen Bogen nicht mehr die erwünschte Rendite, sodass die Franchise-Nehmer unwillig sind, zusätzliches Geld in die Modernisierung ihrer Standorte zu stecken. McDonald’s erwartet sich von seinem NEXT-Programm die Steigerungen der Bruttorendite um 250 Basispunkt und rund 100.000 US$ zusätzlichen jährlichen Cashflow in einem durchschnittlichen US-Restaurant. Angesichts durchschnittlicher Modernisierungskosten im Millionenbereich ist das keine besonders schnelle Amortisationsrate.

Nicht zuletzt läuft es auch in puncto Expansion nicht wie geplant bei McDonald’s. Das Management verschob sein Ziel von 50.000 Restaurants weltweit von 2027 auf 2028 – begründet mit vorsichtigeren Verbraucherausgaben und gestiegenen Baukosten.

Ein katastrophaler Chart

Das kurzfristige Chartbild der McDonald’s-Aktie ist katastrophal. Seit dem Allzeithoch im Februar hat die Aktie fast ein Drittel an Wert verloren.

Gestern fiel sie noch dazu auf den tiefsten Stand seit drei Jahren. Charttechnisch spricht derzeit wenig für eine Ende des Abwärtstrends.

McDonald's macht einfach keinen Appetit mehr

Die Börse hat den Appetit auf McDonald’s verloren und das meiner Meinung nach völlig zu Recht. Die Nachrichten vom Investorentag hören sich in meinen Ohren alles andere als gut an.

McDonald’s hat einen Kapitalbedarf in Milliardenhöhe zur Modernisierung veralteter Filialen. Das ein Teil des Geldes auch zur Mietentlastung der Franchise-Nehmer verwendet soll, bedeutet nichts anderes, als dass die Franchise-Gebühren des Fast-Food-Konzerns zu hoch sind. Viele Franchise-Nehmer sind offenbar finanziell am Anschlag und können bei den geplanten Modernisierungen nicht mitziehen.

Zudem dämpfte das Management die Erwartungen, dass sich die Besucherzahlen in US-Restaurants bald erholen werden. Anhaltende Inflation und ein angeschlagener einkommensschwacher Kundenkreis belasten weiterhin das Filialgeschäft. Das bedeutet, dass sich der Cashflow von McDonald’s in absehbarer Zeit nicht verbessern wird.

McDonald’s hatte in den letzten Jahren einen Free Cashflow von rund 7 Milliarden US$ p.a. Der Konzern verfügt damit über mehr als ausreichend finanzielle Mittel, um die NEXT-Strategie umzusetzen.

Aber sehr viele Anleger halten die McDonald’s-Aktie als Dividendenpapier. Und hier entsteht meiner Meinung nach ein großes Problem. Wenn die Schnellrestaurantkette in den kommenden Jahren Milliardenbeträge für die Unterstützung seiner Franchise-Nehmer in die Hand nehmen muss, bleibt unter dem Strich weniger für die Aktionäre an Gewinnausschüttung übrig.

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ℹ️ McDonald's in Kürze

  • Die McDonald's Corporation (WKN: 856958) betreibt und lizenziert international McDonald's-Restaurants. Das Unternehmen wurde 1940 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Chicago, Illinois.
  • Mit über 42.000 Filialen ist McDonald's eine der weltweit größten Fast-Food-Ketten und Immobilienunternehmen.
  • McDonald's ist Mitglied in den US-Leitindizes Dow Jones Industrial und S&P 500 und an der Börse ca. 169 Milliarden US$ wert.

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Fazit

Vor diesem Hintergrund rate ich Anlegern, nicht in die McDonald’s-Aktie zu investieren. Kurssteigerungen sind angesichts der schwachen Geschäftsentwicklung nicht zu erwarten. Mit einem Forward-KGV von 18 halte ich die Aktie zum jetzigen Zeitpunkt für deutlich zu teuer.

Und auch bei den Dividenden wird McDonald’s in den kommenden Jahren kürzer treten. Die goldenen Zeiten sind zweifellos vorbei.