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Quelle: ChatGPT

XRP -3,6%: Löst der Binance-Hack weiteren Verkaufsdruck aus?

Krypto unter Druck

Der Sicherheitsvorfall bei Binance belastet am Freitag auch XRP. Zum Zeitpunkt der Meldung kostete der Token 1,12 € und lag damit 3,6% im Minus. Binnen 24 Stunden schwankte der Kurs zwischen 1,074 € und 1,170 €. In US-Dollar bewegt sich XRP um 1,25 US$. Ripple baut sein Zahlungsgeschäft gleichzeitig weiter aus. Die entscheidende Frage lautet: Wie stark hängt XRP derzeit am allgemeinen Marktumfeld, und kann Ripples Zahlungsausbau die Nachfrage nach dem Token tatsächlich stützen?

Rekordangriff erschüttert Binance

Nach eigener Schätzung der Börse summieren sich die Folgen des Vorfalls auf rund 6,3 Milliarden US$. Etwa 3 Milliarden US$ davon wurden nach Angaben von Binance bereits eingefroren. Damit übertrifft der Angriff den bisherigen Rekord-Hack bei Bybit im Februar 2025 mit 1,5 Milliarden US$ deutlich. Blockchain-Ermittler bringen beide Fälle mit derselben nordkoreanischen Hackergruppe in Verbindung. Laut den ersten Ergebnissen der Binance-internen Untersuchung könnte der Laptop eines DevOps-Ingenieurs kompromittiert worden sein. Darüber soll der Angreifer unautorisierte Auszahlungen aus Hot Wallets ausgelöst haben.

Binance hat Ein- und Auszahlungen vorübergehend ausgesetzt. Nach Angaben der Börse sollen sie bis Sonntag wieder möglich sein. Die Verluste der Nutzer will Binance aus dem Sicherungsfonds SAFU und aus eigenen Unternehmensmitteln vollständig ausgleichen. Für XRP-Anleger zählt vor allem eines: Der Angriff betrifft die Verwahrinfrastruktur einer Handelsplattform. Eine Schwachstelle im XRP Ledger selbst wurde nicht gemeldet.

Der Gesamtmarkt gibt vor

Die Kursreaktion folgt fast eins zu eins dem Gesamtmarkt. Bitcoin fiel um 4% auf 77.465 US$, Ether um 4% auf 2.239,80 US$, der Binance-eigene Token BNB um 5% auf 702,28 US$. Gehebelte Positionen im Wert von mehr als 1 Milliarde US$ wurden marktweit zwangsweise aufgelöst. Das Handelsvolumen bei XRP sprang um rund 140% auf 4,9 Milliarden US$. Standard Chartered rechnet damit, dass die Kryptokurse kurzfristig unter Druck bleiben, bevor sie einen Boden finden.

Charttechnisch hat XRP die Unterstützung bei 1,26 US$ verloren. Zuletzt stabilisierte sich der Kurs knapp oberhalb von 1,20 US$. Tiefer, im Bereich um 1,12 US$, liegen noch offene Kurslücken aus der Rally von Ende August. Der Abwärtstrend reicht schon länger zurück: Anfang Oktober notierte XRP noch bei 1,50 US$, Mitte des Monats um 1,30 US$.

Mehr Volumen, kaum Kursimpulse

Mit 70,7 Milliarden € Marktkapitalisierung steht XRP auf Rang 5 der Kryptowährungen. Ripple-Chef Brad Garlinghouse beschreibt den Token als günstigen und skalierbaren Brückenwert zwischen Währungen. Ripple verfügt inzwischen aber auch über eine Treuhandbank und den Stablecoin RLUSD. Eine wachsende Verbreitung von RLUSD erhöht die Nachfrage nach XRP nicht automatisch, denn beide erfüllen unterschiedliche Funktionen. Garlinghouse selbst knüpft den Nutzen für XRP daran, dass reale Transaktionen und die Nachfrage nach dem Token zunehmen.

Erste Signale dafür gibt es. Am 23. Oktober stieg das Zahlungsvolumen auf dem Ledger um 119,6% auf 770,6 Millionen Token, trotzdem gab der Kurs nach. Die US-Spot-ETFs auf XRP haben bislang Zuflüsse von kumuliert knapp 1,8 Milliarden US$ eingesammelt. In der Woche vom 12. bis 16. Oktober endete allerdings eine Serie von 13 Wochen mit Zuflüssen. Die Abflüsse von 1,84 Millionen US$ fielen dabei gering aus.

Fazit

Aus meiner Sicht ist der aktuelle Rückgang vor allem eine Reaktion auf das gestörte Vertrauen in den Kryptomarkt. Mit XRP selbst hat er wenig zu tun. Gerade deshalb zeigt er, wie wenig der Zahlungsausbau von Ripple den Kurs bislang vom Marktumfeld abkoppelt. Das stärkere Ledger-Volumen und die stabilen ETF-Bestände haben den Abwärtstrend seit Anfang Oktober nicht aufgehalten. Ich sehe darin das zentrale Problem für den Investment-Case: Ripples Wachstum kommt beim Token nur an, wenn Zahlungen tatsächlich über XRP laufen.

Entscheidend wird nun sein, ob Binance die Auszahlungen wie angekündigt wieder aufnimmt und die Verluste tatsächlich vollständig ausgleicht. Solange die aktuelle Stabilisierungszone hält, wäre der Schaden für mich charttechnisch begrenzt. Ein Bruch könnte den Weg zu den offenen Kurslücken öffnen. Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, ihre Position zu halten, da der Hack die Grundlagen von XRP nicht direkt berührt. Neueinsteiger könnten die Entwicklung zunächst von der Seitenlinie aus beobachten. Ein Einstieg könnte erst interessant werden, wenn sich der Markt beruhigt und die steigende Nutzung auf dem Ledger auch in eine stärkere Nachfrage nach dem Token mündet.

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